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       # taz.de -- Linken-Politiker zur AfD: Ramelow verteidigt Ostdeutsche
       
       > Wer AfD wähle, sei nicht automatisch ein Nazi, sagt Thüringens linker
       > Ministerpräsident Bodo Ramelow. Er beklagt eine „Verzerrung der
       > Realität“.
       
   IMG Bild: Kämpft nächstes Jahr um die Wiederwahl: Thüringens linker Ministerpräsident Bodo Ramelow
       
       Erfurt dpa | Nach den jüngsten kommunalpolitischen Wahlerfolgen der AfD hat
       Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) beklagt, dass über
       Ostdeutsche Pauschalurteile gefällt würden. „Was wir gerade erleben, ist
       eine teilweise Verzerrung der Realität“, sagte Ramelow der „Thüringer
       Allgemeinen“ (Mittwoch). „Aus skandalisierender Berichterstattung und
       verkürzten Analysen entsteht die falsche Wahrnehmung, dass die 52 Prozent
       der Wähler, die im Kreis Sonneberg für einen AfD-Landrat gestimmt haben,
       alles Nazis sein müssten.“
       
       Die AfD erlebte in Umfragen zuletzt einen Höhenflug – derzeit steht sie
       bundesweit bei etwa 20 Prozent. In Thüringen waren die Werte höher. Dort
       wurde im Landkreis Sonneberg der AfD-Politiker Robert Sesselmann [1][zum
       ersten AfD-Landrat Deutschlands gewählt.] In Raguhn-Jeßnitz in
       Sachsen-Anhalt wurde ein AfD-Politiker [2][zum hauptamtlichen Bürgermeister
       bestimmt.]
       
       Ramelow sagte, es werde ausgeblendet, „welche sozialen und politischen
       Friktionen wir haben und was die AfD im Moment in ganz Deutschland
       hochtreibt“. Ramelow kritisierte einen Teil der überregionalen Medien.
       „Wenn ich den ganzen Tag mit Kamerateams in Sonneberg und Umgebung
       unterwegs bin und nach Nazis suche, dann finde ich die auch“, sagte er.
       „Und wenn dann jemand sagt, ich will Adolf Hitler wiederhaben: Solche
       Deppen gab es immer. Und es gibt sie auch in Westdeutschland.“
       
       Der Thüringer Regierungschef warf der AfD vor, allein auf negative
       Emotionen zu setzen. „Sie bündelt Ängste, Vorurteile und Aggressionen, was
       vor allem in Ostdeutschland funktioniert.“ Die anderen Parteien sollten auf
       deren Erstarken nicht mit [3][gegenseitigem „Draufklopfen“] reagieren,
       sagte er. Das gelte für die CDU, aber auch für seine Partei: So höre er in
       der Linken Forderungen, man sollte den Landkreis Sonneberg als
       Nicht-Deutscher möglichst schnell verlassen. „Da habe ich zurückgefragt:
       Habt ihr sie noch alle?“
       
       19 Jul 2023
       
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