URI:
       # taz.de -- Untersuchungsausschuss zu Cum-Ex: Klage, falls die Ampel ablehnt
       
       > Die Ampel will den Unionsantrag zur Einsetzung eines
       > Untersuchungsausschusses des Cum-Ex-Steuerskandals ablehnen. Die Union
       > hat angekündigt, dann zu klagen.
       
   IMG Bild: Eingangsportal der Warburg Bank in Hamburg
       
       Berlin dpa | Die Spitze der Unionsfraktion im Bundestag hält eine
       Verfassungsklage für unausweichlich, sollten die Ampel-Fraktionen einen
       Bundestags-Untersuchungsausschuss zur Aufklärung des [1][Steuerskandals bei
       der Hamburger Warburg-Bank] tatsächlich ablehnen. „Alles andere wäre das
       Signal: Ihr könnt mit uns machen, was ihr wollt“, sagte der
       Parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Abgeordneten, Thorsten Frei,
       am Dienstag in Berlin. Zugleich betonte der CDU-Politiker aber: „Wir wollen
       Politik in Berlin machen und nicht in Karlsruhe.“
       
       Sollte der Antrag auf Einsetzung des Untersuchungsausschusses abgelehnt
       werden, wolle man so schnell wie möglich Klage einreichen. Frei sprach von
       Anfang September, zum Ende der Sommerpause.
       
       Wie sich die Koalition am Ende verhalte, sei auch nach einer Sondersitzung
       des Geschäftsordnungsausschusses des Bundestages vom Montagabend unklar,
       kritisierte Frei. Vor dieser Sondersitzung um 18 Uhr sei der Union
       signalisiert worden, dass die Koalition die Einsetzung des
       Untersuchungsausschusses ablehnen werde. Wenig später sei mitgeteilt
       worden, man stelle einen Vertagungsantrag auf den heutigen Dienstag, 12
       Uhr. Dies deute darauf hin, dass man in der Koalition unterschiedlicher
       Meinung sei.
       
       Ein solches Vorgehen „wäre absolut singulär, das hat es noch nie gegeben“,
       sagte Frei. Es gelte ein Beschleunigungsgebot – Untersuchungsausschüsse
       dürften nicht verzögert werden, sie seien ein Minderheitenrecht.
       
       Bei dem Untersuchungsausschuss geht es um die Rolle [2][von Olaf Scholz]
       als früherem Bundesfinanzminister und jetzigem Bundeskanzler. Dem
       SPD-Politiker wird vorgeworfen, in seiner Zeit als Hamburger Bürgermeister
       Einfluss auf die „Cum-Ex-“Steueraffäre der Warburg-Bank genommen zu haben.
       Scholz hatte dies zurückgewiesen. Durch [3][„Cum-Ex“ war dem Staat] ein
       Gesamtschaden von geschätzt mindestens zwölf Milliarden Euro entstanden.
       Anleger hatten sich eine einmal gezahlte Kapitalertragsteuer mit Hilfe von
       Banken mehrfach erstatten lassen.
       
       4 Jul 2023
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] /Untersuchungsausschuss-zu-Cum-Ex/!5926368
   DIR [2] /Cum-Ex-Skandal-des-Kanzlers/!5923376
   DIR [3] /Cum-Ex-Geschaefte-und-Hamburger-Warburg-Bank/!5927942
       
       ## TAGS
       
   DIR Untersuchungsausschuss
   DIR CDU/CSU
   DIR Olaf Scholz
   DIR Steuerkriminelle
   DIR Cum-Ex-Geschäfte
   DIR Kriminalität
   DIR Olaf Scholz
   DIR Cum-Ex-Geschäfte
   DIR SPD
   DIR Mathias Döpfner
   DIR Olaf Scholz
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
   DIR Finanzskandal Cum-Ex: Chefermittlerin wirft hin
       
       Der Cum-Ex-Betrug gilt als größter Steuerskandal der Republik. Nun wechselt
       die Chefermittlerin Brorhilker zur Nichtregierungsorganisation Finanzwende.
       
   DIR Verfassungsklage der Unionsfraktion: Scholz' Hamburger Vergangenheit
       
       Als Bürgermeister hat Olaf Scholz möglicherweise einer Skandalbank
       geholfen. Die Ampel verhinderte einen U-Ausschuss. Jetzt klagt die
       Unionsfraktion.
       
   DIR Warburg-Untersuchungsausschuss: Blockade der Ampel im Bundestag
       
       Im Cum-Ex-Steuerskandal hat die Ampel die Einsetzung des
       Untersuchungsausschusses abgelehnt. Die Union will nun vors
       Bundesverfassungsgericht ziehen.
       
   DIR Untersuchungsausschuss zu Cum-Ex: Parteipolitik oder Erkenntnisgewinn
       
       Die Union will einen Untersuchungsausschuss zu Cum-Ex-Verstrickungen des
       Kanzlers. SPD und Grüne verteidigen Scholz, doch die FDP billigt den
       Antrag.
       
   DIR Cum-Ex-Geschäfte der Warburg-Bank: Cumpel Döpfner
       
       Der „Stern“ entdeckt Finanz-Verbindungen von Springer-Chef Döpfner zum
       Ex-Warburg-Bank-Aufsichtsratschef. Der kam in „Bild“ auffallend gut weg.
       
   DIR Cum-Ex-Skandal des Kanzlers: Mehr Fragen an Scholz
       
       Die Union will die Rolle von Olaf Scholz (SPD) im Cum-Ex-Steuerskandal
       beleuchten: Sie kündigt einen neuen Untersuchungsausschuss an.