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       # taz.de -- Vereinfachungen für private Solaranlagen: Solarindustrie wieder aufbauen!
       
       > Immer mehr Menschen wollen eine Solaranlage, das zeigt die Nachfrage.
       > Dumm nur, dass die gut funktionierende heimische Solarindustrie zerstört
       > wurde.
       
   IMG Bild: Wohnhaus mit Photovolatikanlage und Solarthermie für Heizung und warmes Wasser
       
       Photovoltaikanlagen auf dem Dach oder am Balkongeländer sind eine feine
       Sache: Sie sind ein Beitrag zum Klimaschutz, auf Dauer gesehen
       kostensparend und gewährleisten eine gewisse Autarkie. Wer seinen Strom
       selbst produziert, wird ihn wahrscheinlich wertschätzen und nicht
       verschwenden. Immer mehr Menschen wollen [1][eine Solaranlage], das zeigt
       die hohe Nachfrage. Und viele wollen sie zwar im Prinzip, [2][schrecken
       aber vor dem vielen Papierkram zurück, der damit verbunden ist].
       
       Deshalb ist es gut, dass Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck die
       häusliche Stromerzeugung entbürokratisieren will. Jeder Antrag, der nicht
       ausgefüllt werden muss, jede Genehmigung, die entfällt, jedes
       Steuerformular, das überflüssig wird, bringt die Energiewende ein Stückchen
       weiter voran.
       
       Mit der Entbürokratisierung alleine ist es allerdings nicht getan.
       Eigentümer:innen von Solaranlagen müssen ihren nicht zum eigenen
       Verbrauch produzierten Strom auch zu einem guten Preis ins Netz speisen
       können. Habeck muss mit der Reform dafür sorgen, dass privates
       Stromproduzieren wirklich einfach und lukrativ und so zu einem
       Massenphänomen wird. Wenn das gelingt, ist viel gewonnen.
       
       SPD und FDP könnten allerdings dafür sorgen, dass bei einem weiteren,
       vielversprechenden Vorhaben ein Gang zurückgeschaltet wird: dem
       Wiederaufbau der heimischen Solarindustrie, für die eine massive staatliche
       Subventionierung erforderlich ist. Denn nicht nur Formulare und Anträge
       verleiden Interessierten die hausgemachte Energieproduktion, auch die
       langen Warte- und Lieferzeiten für die Anlagen.
       
       Die Nachfrage ist höher als die Kapazitäten von Herstellern und
       Lieferanten. In der Regierungszeit von Angela Merkel wurde die gut
       funktionierende heimische Solarindustrie zerstört. Diesen Fehler zu
       korrigieren wird sehr teuer – wäre aber gut investiertes Geld. Angesichts
       der [3][enormen Strommengen, die in Zukunft gebraucht werden], ist es
       fatal, die Produktion und Weiterentwicklung dieser Technik weiterhin
       außereuropäischen Akteuren zu überlassen und auf Importe zu setzen.
       
       26 Jun 2023
       
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