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       # taz.de -- Frauen im Fußball: Trennung aufgehoben
       
       > Lange Zeit hatte sich der Hamburger Fußball-Verband quergestellt: Nun
       > entschied er jedoch, dass künftig Frauen auch bei den Männern kicken
       > dürfen.
       
   IMG Bild: Überraschung: Frauen können in Hamburg nun auch bei den Männern kicken
       
       Hamburg taz | Frauen, die im Amateurfußball in Männerteams kicken – das
       hatte der [1][Hamburger Fußball-Verband (HFV)] bislang verboten. Weil sich
       beim Verbandstag die Mehrheit der Hamburger Vereine jüngst aber für die
       Aufhebung dieser Regelung aussprach, gab der HFV nun nach.
       
       Bereits zur neuen Saison 2023/24 sind gemischte Mannschaften im
       Amateurfußball ab der Kreisliga erlaubt, wie der HFV am Donnerstag bekannt
       gab. [2][Das ermöglicht nicht nur Frauen, bei den Männern mitzukicken.] Mit
       der neuen Spielordnung dürfen Spieler:innen aller Geschlechter je nach
       Spiel- und Altersklasse bei den Punktspielen mitspielen. Nur für die
       Herren-Teams der Kreisliga sieht die neue Spielordnung Einschränkungen vor:
       Dort dürfen in Punktspielen nur drei Spieler:innen antreten, „die nicht
       als 'männlich’ eingetragen sind“.
       
       Auch für trans Menschen wird es durch die Reform also einfacher, am
       Spielbetrieb teilzunehmen. „Wir hoffen, dass die Diversität im gesamten
       Spielbetrieb zunehmen wird und so auch trennende Hürden weiter überwunden
       werden können“, sagt HFV-Präsident Christian Okun. Er sei erfreut, die
       Flexibilisierung des Spielbetriebs nun anbieten zu können.
       
       Noch vor wenigen Monaten klang das anders: Während Fußballspielerinnen in
       Bremen und Niedersachsen seit Beginn dieses Jahres schon bei den Männern
       mitspielen können, hielt der HFV an seiner alten Spielordnung fest.
       
       ## Herren-Mannschaften fehlen Spieler
       
       Die Begründung: In Hamburg gebe es genug Spielmöglichkeiten für Frauen in
       Frauenmannschaften, sagte Carsten Byernetzki, stellvertretender
       Geschäftsführer des HFV, im Gespräch mit der taz im Februar. Einen anderen
       Sinn habe eine solche Reform nicht. Das sahen die Hamburger Vereine nun
       anders, auf ihren Wunsch hin erfolgte beim HFV der Sinneswandel.
       
       Den Weg dahin bereitete bereits ein Projektteam des Deutschen
       Fußball-Bundes (DFB) im vergangenen Sommer vor, das an besseren Bedingungen
       für Frauen im Fußball schraubt. Der DFB erhofft sich damit, kurzfristig die
       begrenzten Spiel- und Trainingsmöglichkeiten [3][von Frauen im
       Amateurfußball zu verbessern.] So hat bundesweit nur ein Viertel der
       Fußballvereine mindestens eine weibliche Mannschaft gemeldet. Und auch die
       Spielerausfälle in den Herren-Mannschaften bereiten vielen Vereinen
       Probleme, die nun durch die neuen Spielordnungen der Landesverbände
       entschärft werden sollen.
       
       25 Jun 2023
       
       ## LINKS
       
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       ## AUTOREN
       
   DIR Lea Scholz
       
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