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       # taz.de -- Kinofilm „Mavka“ aus der Ukraine: Belaubter Widerstand
       
       > Der im Krieg produzierte ukrainische Animationsfilm „Mavka – Hüterin des
       > Waldes“ bricht Zuschauerrekorde. Er erzählt vom Kampf Gut gegen Böse.
       
   IMG Bild: Der alte „Hüter des Waldes“ in „Mavka“
       
       Aufwachen in der Natur tut sicher gut. Erst recht, wenn man direkt nach
       Tagesanbruch mit jedem Schritt den Schnee schmelzen und die Pflanzen
       sprießen lässt. Menschen können so etwas selbstverständlich nicht, doch
       Mavka, die Titelheldin des gleichnamigen ukrainischen Animationsfilms,
       vermag als „Seele des Waldes“ die Jahreszeiten dazu zu bewegen, einander
       abzulösen. Und einiges mehr.
       
       Versteckt hinter den Bergen liegt ihr Wald, sie und andere Feen und eine
       Reihe von Waldgeistern wachen darüber, dass für die Tiere und Pflanzen dort
       alles mit rechten Dingen zugeht. Jenseits des Waldes gibt es zwar ein Dorf,
       deren Bewohner haben jedoch viel zu viel Angst vor ihren „grünen“ Nachbarn,
       um zu stören. Früher einmal gab es einen Kampf zwischen Menschen und
       Waldwesen, wie der Prolog erzählt. Seitdem hält man gegenseitig Abstand.
       
       „Mavka – Hüterin des Waldes“ feiert in der Ukraine bemerkenswerte Erfolge.
       Im Krieg fertig produziert und im März dort in den Kinos angelaufen, brach
       er seitdem an den Kassen alle Rekorde mit über einer Million Zuschauern.
       Seine Animation spricht im Detail durchaus an, vor allem die Baumwesen und
       ungewöhnlichen Tiere wie ein Katzenfrosch überzeugen mit knorriger
       Fantasie, selbst wenn man sich mitunter an [1][Peter Jacksons „Herr der
       Ringe“-Verfilmung] erinnert fühlen mag. Man drehte im Übrigen auf Englisch,
       eine internationale Geste, zugleich hilft es wohl auf dem internationalen
       Markt.
       
       Die Handlung folgt dem klaren Schema eines Kampfs von Gut gegen Böse. Denn
       im Wald liegt die Quelle des Lebens, und nach dieser sucht, als
       stereotypische Schurkin, Kylina, die Tochter des Besitzers des örtlichen
       Sägewerks. Ihr Vater starb seinerzeit beim Kampf mit den Waldgeistern.
       Kylina verspricht den Dorfleuten reichlich Geld, wenn sie ein Blatt des
       Baumes finden, der an der Quelle wächst.
       
       ## Verweise auf den Krieg Russlands gegen die Ukraine
       
       Den Kontrast zur kühl-manipulativen blonden Kylina bildet die
       wohlwollende, leicht gutgläubig-kulleräugige Mavka mit ihren standesgemäß
       grünen Haaren. Als man diese zur neuen Hüterin des Waldes bestimmt,
       protestieren die anderen Feen, die sich von der Personalie nichts Gutes
       versprechen. Dem üblichen Verlauf solcher Abenteuer gemäß geht dann auch
       erst einmal einiges schief, bis es zum glücklichen Ende kommt, in dem sogar
       die Freundschaft mit den Menschen erneuert wird.
       
       Die Kraft der Liebe und der Musik erweist sich dabei als hilfreich. Zur
       Filmmusik trägt übrigens die [2][ukrainische Folkband Dakhabrakha] bei.
       
       Eine positive Botschaft mithin, dazu etwas Ironie, für die sich die
       hutzeligen Holzkerlchen besonders gut anbieten. Dass der Film zudem
       patriotische Signale aussendet, überrascht nicht, spielt seine Geschichte
       doch indirekt auf den Krieg Russlands gegen die Ukraine an. Der
       bedingungslose Wille zum Opfer gehört im Drehbuch explizit dazu. Und wenn
       im abschließenden Song die Saat und die Wurzeln beschworen werden, ist es
       nicht mehr weit zum Boden, der sich ja schon einmal auf Blut reimte.
       Immerhin wird das Böse am Ende mit einem Tropfen Ironie besiegt.
       
       9 Jun 2023
       
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   DIR Tim Caspar Boehme
       
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