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       # taz.de -- Tote durch bewaffnete Konflikte: Anstieg um fast 100 Prozent
       
       > Die Zahl der in Kriegen und Konflikten getöteten Menschen hat sich 2022
       > fast verdoppelt. In der Ukraine und in Äthiopien gab es die meisten
       > Todesopfer.
       
   IMG Bild: Kyiv, April 2022: Nadiya Trubchaninova, 70, weint am Sarg ihres Sohnes
       
       Uppsala dpa | Die Zahl der in Kriegen und Konflikten getöteten Menschen hat
       sich im vergangenen Jahr fast verdoppelt. Mindestens 237.000 Menschen seien
       2022 bei militärischen Konflikten getötet worden, teilten Wissenschaftler
       des [1][Uppsala Conflict Data Program (UCDP)] der Universität im
       schwedischen Uppsala am Mittwoch mit.
       
       Dies entspreche einem Anstieg um 97 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und
       der höchsten Zahl seit 1994, dem Jahr des Genozids in Ruanda. Die Zahl der
       aktiven Konflikte in aller Welt bleibe auf einem historisch hohen Niveau.
       Ihre Ergebnisse wollen die Forscher in der Juli-Ausgabe der Fachzeitschrift
       „Journal of Peace Research“ veröffentlichen.
       
       Während es eine erhebliche Deeskalation im Jemen und in Afghanistan gegeben
       habe, sei besonders [2][die Lage in Äthiopien] und [3][der Ukraine]
       drastisch eskaliert, erklärte der Analyst Shawn Davies. Diese beiden Kriege
       hätten allein zu mindestens 180.000 kampfbedingten Todesfällen geführt –
       und dies seien niedrige Schätzungen, die wahrscheinlich deutlich nach oben
       korrigiert würden, wenn mehr Informationen verfügbar seien.
       
       Russland war am 24. Februar 2022 in der Ukraine einmarschiert. Der
       [4][Bürgerkrieg in Äthiopien] zwischen der Volksbefreiungsfront von Tigray
       (TPLF) und der Regierung tobte seit Ende 2020 und wurde im November 2022
       mit einem Waffenstillstand und Verhandlungen für ein Friedensabkommen
       beendet.
       
       ## Über 100.000 Tote bei bewaffneten Konflikten in Äthiopien
       
       Allgemein werde angenommen, dass Russlands Krieg in der Ukraine der
       blutigste Konflikt des Jahres 2022 gewesen sei, erklärte Davies.
       Tatsächlich seien aber mehr Menschen in Äthiopien getötet worden. Basierend
       auf den UCDP-Daten teilte das Osloer Friedensforschungsinstitut Prio
       ebenfalls am Mittwoch mit, in Äthiopien seien es 2022 mehr als 100.000 Tote
       gewesen, im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine mehr als 81 000.
       
       Das UCDP gilt als am weitesten zurückreichende Datensammlung zu Konflikten
       in der Welt. 2022 hat es 55 verschiedene Konflikte mit staatlicher
       Beteiligung aufgezeichnet. Rechnet man nicht-staatliche Konflikte etwa
       zwischen Rebellengruppen oder rivalisierenden Drogenkartellen in Mexiko
       hinzu, dann sind es gar 82. Konflikte, die in einem Kalenderjahr mindestens
       1.000 kampfbedingte Todesopfer nach sich ziehen, werden von den Forschern
       als Krieg eingestuft.
       
       7 Jun 2023
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] https://ucdp.uu.se/
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   DIR [3] /Schwerpunkt-Krieg-in-der-Ukraine/!t5008150
   DIR [4] /Nach-Friedensabkommen-in-Aethiopien/!5910234
       
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