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       # taz.de -- Queerer True-crime-Podcast: Wenn zwei Lesben töten
       
       > In „Queer Crimes“ werden Morde nicht nur nacherzählt, sondern auch
       > Politisches und Mediales behandelt. Das tut gut, bei all den
       > Grusel-Podcasts.
       
   IMG Bild: Die „Queer Crimes“-Hosts Irina Schlauch (li) und Marvin Standke (re)
       
       Eigentlich gibt es bereits viel zu viele True-Crime-Podcasts. Man könnte
       jeden Tag voller Grusel die Geschichte des schlimmsten Tags im Leben eines
       Menschen hören. Der Tag, an dem er oder meistens sie auf grausame Art
       ermordet wurde.
       
       Doch auf dieses breit beackerte Feld tritt nun ein Podcast, der endlich mal
       einen neuen Blickwinkel zeigt: „Queer Crimes“ heißt der neue Podcast,
       produziert vom MDR und verfügbar in der ARD-Audiothek.
       
       Die zwei queeren Hosts Irina Schlauch und Marvin Standke gehen in jeder
       Folge einem Verbrechen nach, in dem eine queere Person verwickelt ist,
       entweder als Opfer oder auch als Täter:in.
       
       Schlauch ist selbst so etwas wie eine queere Ikone, sie ist nämlich die
       erste „Princess Charming“, um deren Liebe in der gleichnamigen
       Reality-Sendung 20 Frauen buhlten. Es soll die erste lesbische Datingshow
       der Welt gewesen sein. Noch viel wichtiger für diesen Podcast aber: Sie ist
       Juristin. Mit diesem doppelten Wissen widmet sich der Podcast den dunklen
       Seiten des queeren Lebens: Trauma, Gewalt, Einsamkeit. Aber die Hosts
       nutzen die Fälle auch klug dazu, andere Aspekte queerer Kultur zu
       besprechen, vom Darkroom zum ersten Kuss.
       
       ## Queeres Leben raus aus der Schmuddelecke
       
       Die Folgen sollen auch der reißerischen und oft homophoben
       Berichterstattung etwas entgegensetzen. Host Marvin liefert ein Beispiel:
       In Medien wird häufiger über das „Homosexuellenmilieu“ geschrieben wird,
       einen Begriff den die Interessenvertretungen queerer Journalist:innen
       ablehnen. Denn: [1][Niemand schreibt über das „Heterosexuellenmilieu“.] So
       wird queeres Leben in die Schmuddelecke gedrängt.
       
       In „Queer Crimes“ geht es oft um die mediale Darstellung von Verbrechen. In
       der zweiten Folge um einen Mord zweier verliebter Frauen am gewalttätigen
       Ehemann einer der beiden, lässt die homophobe Berichterstattung der Bild
       tief blicken. Doch auch die feministische Solidarisierung mit dem Fall
       findet ihren Platz.
       
       30 Apr 2023
       
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