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       # taz.de -- Nach Veröffentlichung geheimer Papiere: US-Regierung sucht nach Leck
       
       > Sensible, teils streng geheime US-Papiere tauchen im Internet auf. Laut
       > Regierungskreisen könnten dahinter prorussische Elemente stecken.
       
   IMG Bild: Ist im Verteidigungsministerium das Leck zu finden? Das Pentagon im US-amerikanischen Arlington
       
       Washington rtr | Nach der Veröffentlichung geheimer militärischer und
       nachrichtendienstlicher [1][Dokumente im Internet] ist die US-Regierung auf
       der Suche nach dem Urheber. „Das Verteidigungsministerium prüft die
       Echtheit der fotografierten Dokumente, die in den sozialen Medien kursieren
       und offenbar sensibles und streng geheimes Material enthalten“, teilte das
       Pentagon am Sonntag mit.
       
       Eine ressortübergreifende Arbeitsgruppe bewerte die Auswirkungen der
       durchgesickerten Geheimdienstdokumente auf die nationale Sicherheit der USA
       sowie auf ihre Verbündeten und Partner. Regierungskreisen zufolge deutet
       die Vielfalt der in den Papieren angesprochenen Themen, die sich auf den
       Krieg in der Ukraine, China, den Nahen Osten und Afrika beziehen, darauf
       hin, dass sie eher von einem US-Amerikaner als von einem Verbündeten
       weitergegeben wurden.
       
       „Der Fokus liegt jetzt darauf, dass es sich um ein US-Leck handelt, da
       viele der Dokumente nur in US-Händen waren“, sagte Michael Mulroy, ein
       ehemals hoher Beamter im Verteidigungsministerium, der Nachrichtenagentur
       Reuters. Das Ministerium bekräftigte am Sonntag, man habe das
       Justizministerium formell um eine Untersuchung gebeten.
       
       Nach Angaben aus Regierungskreisen sind die Untersuchungen noch am Anfang.
       Es sei nicht ausgeschlossen, dass [2][prorussische Elemente] hinter dem
       Leck stünden. Es könnte sich um den schwerwiegendsten Geheimnisverrat seit
       dem Jahr 2013 handeln, als hunderttausende Dokumente, Videos und Interna
       auf der Webseite der Enthüllungsplattform WikiLeaks erschienen.
       
       ## Dokumente könnten manipuliert worden sein
       
       Seit Bekanntwerden des Lecks hat Reuters mehr als 50 als „geheim“ und
       „streng geheim“ eingestufte Dokumente durchgesehen, die auf
       Internet-Plattformen veröffentlicht wurden. Dabei fällt unter anderem auf,
       dass Zahlen zu geschätzten russischen Verlusten in der Ukraine unerwartet
       gering waren. Auch ist nicht klar, warum mindestens ein Dokument als „nicht
       klassifiziert“ gekennzeichnet ist, obwohl es streng geheime Informationen
       enthält. Einige Dokumente haben den Vermerk „NOFORN“, was bedeutet, dass
       sie nicht an ausländische Staatsangehörige weitergegeben werden dürfen.
       
       Zwei US-Regierungsbeamte sagten Reuters, sie könnten nicht ausschließen,
       dass die Dokumente manipuliert worden seien. So könnte versucht werden, die
       Ermittler hinsichtlich der Herkunft der Papiere in die Irre zu führen oder
       falsche Informationen zu verbreiten, die den US-Sicherheitsinteressen
       schaden könnten.
       
       Ein Dokument, das auf den 23. Februar datiert und als „geheim“
       gekennzeichnet ist, beschreibt, das ukrainische S-300-Luftabwehrsysteme bei
       derzeitiger Nutzung nur noch bis zum 2. Mai eingesetzt werden könnten.
       Solch streng gehüteten Informationen könnten für Russland von großem Nutzen
       sein.
       
       In einem anderen Dokument vom 1. März heißt es, der israelische
       Geheimdienst Mossad habe Proteste gegen die Justizreform der Regierung
       angeregt. Die USA hätten dies durch Signalaufklärung erfahren. Das würde
       darauf hindeuten, dass die USA einen ihrer wichtigsten Verbündeten im Nahen
       Osten ausspioniert haben. Ein weiteres Dokument enthielt Details über
       interne Diskussionen zwischen hochrangigen südkoreanischen Beamten über den
       Druck der USA auf Südkorea, die Ukraine mit Waffen zu beliefern.
       
       Zwei US-Regierungsbeamte sagten, das US-Militär und die Geheimdienste
       würden nun ihre Verfahren zur internen Weitergabe von Informationen prüfen.
       Zudem hieß es, man untersuche, welche Beweggründe ein US-Beamter oder eine
       Gruppe von Beamten haben könnte, um solche Informationen weiterzugeben.
       [3][Die Ermittler würden vier oder fünf Theorien verfolgen] – von einem
       verärgerten Mitarbeiter bis hin zu der These, dass aktiv die nationalen
       Sicherheitsinteressen der USA untergraben werden sollten.
       
       10 Apr 2023
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] https://www.zeit.de/politik/ausland/2023-04/militaer-dokumente-leaks-usa-ukraine-krieg-russland-faq
   DIR [2] /Russland-und-die-Wahl-Trumps/!5910582
   DIR [3] https://www.bellingcat.com/news/2023/04/09/from-discord-to-4chan-the-improbable-journey-of-a-us-defence-leak/
       
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