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       # taz.de -- Hate-Speech auf Facebook: Erneute Klage gegen Meta
       
       > Jürgen Resch von der Deutschen Umwelthilfe erhielt Morddrohungen auf
       > Facebook. Nun klagt er, um eine Gruppe mit 50.000 Mitglieder:innen zu
       > löschen.
       
   IMG Bild: Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe
       
       Berlin taz | Der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, Jürgen
       Resch, verklagt den Facebook-Mutterkonzern Meta. Er versucht, vor Gericht
       die Löschung der Facebook-Gruppe „Stoppt die Deutsche Umwelthilfe (DUH)!“
       mit 50.000 Mitgliedern zu erzwingen, in der Resch mehrmals beleidigt und
       bedroht wurde. Er sieht seine Persönlichkeitsrechte verletzt.
       
       Auf einer Pressekonferenz am 22. März stellte Resch einige dieser
       Bedrohungen exemplarisch vor. Mitglieder kokettierten offen damit, Geld
       zu sammeln, um einen Auftragskiller zu beauftragen und fabulierten von
       Erschießung, Vergiftung oder dem Überfahren des DUH-Chefs.
       
       Im Vorfeld einer Veranstaltung in Stuttgart vor einigen Wochen, bei der
       Resch zum Thema „Dieselklagen für den Klimaschutz“ sprechen sollte, wurde
       ebenfalls in der Gruppe zu Gewalt und Mord an ihm aufgerufen, sodass laut
       Resch die Sicherheitsmaßnahmen drastisch erhöht werden mussten. In einem
       anderen Fall wurde ihm ein Umschlag mit einer Patronenhülse geschickt. „Das
       lässt einen in der Nacht wenig schlafen.“
       
       Gegenüber der taz erklärt eine Meta-Sprecherin, in Reschs Fall habe der
       Konzern „die Inhalte, die uns gemeldet wurden, entfernt.“ Generell gehe man
       aktiv gegen Hassrede auf den Meta-Plattformen vor, etwa indem laufend in
       Technologien und Meldetools investiert würde.
       
       ## NGOs und Aktivist:innen unterstützen Klage
       
       Reschs Anwältin Juliane Schütt erklärte auf der Pressekonferenz, Meta
       argumentiere, er könne die Hasskommentare ja melden und Strafanzeigen
       stellen, was er nach eigenen Angaben auch einige Male gemacht hat. Diese
       Vorgänge haben sich über Monate gezogen. Auch sei bei der Menge an
       betreffenden Kommentaren der Aufwand „nicht zumutbar“.
       
       Resch klagt zwar alleine, tut dies jedoch nach eigener Aussage
       stellvertretend für alle bedrohten Mitarbeiter:innen der Deutschen
       Umwelthilfe und generell für alle Leute, die sich engagieren und zur
       Zielscheibe werden. Aus diesem Grund habe man anlässlich der Klage auch
       einen Aufruf gegen Hass im Netz veröffentlicht.
       
       Hinter die Klage und den Aufruf stellen sich laut DUH bisher unter anderem
       HateAid, Foodwatch, Goodbye Hate Speech, die Amadeu Antonio Stiftung sowie
       die Aktivistinnen Carola Rackete, Carla Reemtsma, Tupoka Ogette und Katja
       Diehl.
       
       Letztere berichtete auf der Pressekonferenz ebenfalls von ihren Erfahrungen
       mit Hass im Internet und den Ausmaßen, die ins reale Leben getragen werden.
       Sie habe mal um 2 Uhr nachts eine Pizza-Lieferung an ihre Adresse bekommen
       mit dem Namen „Pizza Bonesmasher“, gefolgt von einer Nachricht einer
       unbekannten Nummer, die sie darauf hinwies, dass ihre Pizza da sei. Man
       gewöhne sich ein Stück weit an den Hass, jedoch frage sie sich häufiger, ob
       sie das überhaupt wolle.
       
       ## Künasts Erfolge als Mutmacher
       
       Nächste Woche Donnerstag, am 28. März, beginnen die Verhandlungen. Anwältin
       Schütt hat keine Einschätzung dazu, wie lange sich der Prozess zieht: „Da
       bin ich genauso gespannt wie Sie.“ Mut für den Gerichtsprozess begründeten
       Resch und Schütt mit den [1][Erfolgen Renate Künasts gegen Facebook]. Die
       Bundestagsabgeordnete der Grünen und ehemalige Landwirtschaftsministerin
       hat in den letzten Monaten vor Gericht sowohl eine Löschung von
       Falschzitaten als auch die Herausgabe persönlicher Daten von Personen, die
       Sie auf Facebook beleidigt hatten, erreicht.
       
       Resch bezeichnete die jetzige Forderung, dass ganze Gruppen durch Meta
       gelöscht werden sollen, als Präzedenzfall. Das Vorhaben sei zwar schwierig,
       aber alternativlos. Ein Akzeptieren des Status quo hieße, dass alle, die
       sich gesellschaftlich engagieren, bedroht werden können.
       
       22 Mar 2023
       
       ## LINKS
       
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