# taz.de -- Russlands Rückkehr in den Weltsport: Der große Bruch
> Gut 500 Tage sind es noch, bis die Olympischen Sommerspiele in Paris
> eröffnet werden. Die internationale Sportwelt ist so uneins wie selten.
IMG Bild: Gegen die Anweisung der Regierung: Elina Svitolina spielt auch, wo Russinen antreten
Die Olympischen Spiele von Paris 2024 rücken näher. Wer mag, kann sich
[1][schon Tickets für einen der zahlreichen Wettbewerbe kaufen]. Etliche
Testevents sind terminiert und sollen zur Vorfreude auf die Sommerspiele
von Paris beitragen. Das Team aus den USA hat tief in die Tasche gegriffen
und sich die ehemalige Pariser Börse, ein schmuckes Palais aus
napoleonischen Zeiten, gemietet, um sich im Sommer nächsten Jahres
präsentieren zu können. Und damit auch alles so sicher wie möglich
vonstattengeht, haben die Sicherheitsbehörden von der Politik die Erlaubnis
erhalten, KI-basierte biometrische Massenüberwachungstools einzusetzen, die
in der EU eigentlich nicht zugelassen sind. Olympische Normalität.
Wenig Normalität herrscht dagegen in dem Bereich, um den es eigentlich
gehen sollte bei Olympischen Spielen, im Sport. Dessen Welt bricht gerade
regelrecht auseinander. [2][Es geht um die Rückkehr der Athletinnen und
Athleten aus Russland und Belarus]. Im Taekwando und im Ringen sollen
Russen und Belarussinnen bald wieder mitmachen dürfen.
Im Schwimmen hat man eine Task-Force gegründet, die bis Juli entscheiden
soll, wie die Wiedereingliederung organisiert werden soll. Bei der WM im
Sommer sind also noch keine Russinnen und Belarussen dabei. Ganz außen vor
müssen sie im Reiten, im Sportklettern und in der Leichtathletik bleiben.
## Abgesagte Weltcups
[3][Und dann ist da ja noch der Fechtsport], an dem beinahe alles
durchexerziert wird, was mit der Entscheidung, den Bann, der ein gutes Jahr
lang gegolten hatte, aufzuheben, verbunden ist. Weltcup-Ecents in
Frankreich, Deutschland und Polen, bei denen die Teilnehmenden
Qualifikationspunkte für Paris hätten sammeln können, sind abgesagt worden.
In Polen hatte man versucht, das Event zu retten, indem man von den
russischen Athleten eine Erklärung, die den Angriffskrieg gegen die
Ukrainer verurteilt, verlangen wollte. Als das nicht durchzusetzen war,
wurde der Weltcup abgesagt.
[4][Ukrainische Sportlerinnen und Sportler hoffen derweil auf die
Solidarität] von Verbänden und Veranstaltern. Sie verlieren nach einer
Anweisung aus dem Sportministerium ihres Landes jede Förderung, mithin das
Recht, bei Olympia zu starten, wenn sie bei Veranstaltungen mitmachen, bei
denen auch Konkurrenz aus Russland oder Belarus am Start ist. Ukrainische
Tennisspielerinnen, denen als Profis gar nichts anderes übrigbleibt, als an
Turnieren mitzuwirken, bei denen auch Belarussinnen spielen, finden das
ungerecht und sprechen vom Ende des Tennissports in der Ukraine.
In der vergangenen Woche wurde übrigens der Internationale Tag des Sports
für Entwicklung und Frieden begangen. Verrückt.
9 Apr 2023
## LINKS
DIR [1] https://www.paris2024.org/en/tickets/
DIR [2] /Russlands-Rueckkehr-in-den-Weltsport/!5924997
DIR [3] /Rueckkehr-Russlands-in-den-Weltsport/!5923117
DIR [4] /Ukrainischer-Athlet-ueber-IOC-und-Russland/!5922971
## AUTOREN
DIR Andreas Rüttenauer
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