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       # taz.de -- Bankenkrise in der Schweiz: Rettungspläne zu Credit Suisse
       
       > In der Schweiz wird weiter über die Rettung der angeschlagenen Großbank
       > Credit Suisse verhandelt. Noch liegt keine Einigung auf dem Tisch.
       
   IMG Bild: Wie geht es weiter für die angeschlagene Großbank?
       
       Zürich afp | In der Schweiz beraten Banken, Behörden und
       Regierungsmitglieder unter hohem Zeitdruck über die Rettung der
       angeschlagenen Großbank Credit Suisse. Medienberichten zufolge streben alle
       Seiten eine Übernahme der Credit Suisse durch die größte Bank UBS an, bevor
       die Börsen am Montag öffnen. Die Notfusion werde wohl zustandekommen,
       berichtete die allgemein gut informierte Boulevardzeitung „Blick“ in der
       Nacht zum Sonntag.
       
       Die Übernahme der zweitgrößten Bank durch die UBS soll demnach im Laufe des
       Tages bei einem außerordentlichen Treffen in Bern besiegelt werden, bei dem
       Regierung und Führungskräfte der Banken zusammenkommen. Später solle dann
       die Öffentlichkeit informiert werden.
       
       Der „Financial Times“ zufolge verhandelt UBS darüber, die Rivalin mit dem
       Segen der Schweizer Aufsichtsbehörden ganz oder anteilig zu übernehmen.
       Eine Einigung stehe möglicherweise kurz bevor, es gebe aber „keine
       Garantie“, berichtete das Blatt am Samstag.
       
       Eine Fusion dieser Größenordnung, bei der es um die vollständige oder
       teilweise Übernahme einer Bank geht, die bei den Anlegern zunehmendes
       Unbehagen hervorruft, würde normalerweise Monate dauern. Der UBS blieben
       nur einige Tage Zeit. Sie hatte sich lange dagegen gesträubt – laut „Blick“
       wurde jedoch der Druck, eine rasche Lösung zu finden, zu groß, und die
       Behörden sahen sich zum Einschreiten gezwungen.
       
       ## Unter Druck auf Lösungssuche
       
       Ein Kauf dieser Größe ist eine komplexe Angelegenheit: Die Großbank
       bräuchte staatliche Garantien, um Rechtskosten und potenzielle Verluste zu
       decken, wie die Finanznachrichtenagentur Bloomberg berichtete. Zudem könnte
       die Übernahme der zweitgrößten Bank des Landes durch die größte Bank bei
       der Schweizer Wettbewerbskommission für Stirnrunzeln sorgen.
       
       Credit Suisse, die Schweizerische Nationalbank (SNB) und die Schweizer
       Finanzaufsicht Finma wollten die Berichte über eine mögliche Übernahme
       durch UBS zunächst nicht kommentieren. Auch die Regierung wollte sich nach
       einer erneuten Krisensitzung am Samstagabend nicht äußern, wie die
       Schweizer Nachrichtenagentur sda berichtete.
       
       Alles deute aber „auf eine Schweizer Lösung am Sonntag“ hin, schrieb
       „Blick“: „Wenn am Montag die Schweizer Börse öffnet, könnte die Credit
       Suisse Geschichte sein.“
       
       Die Schweizer „SonntagsZeitung“ sprach von der „Fusion des Jahrhunderts“.
       Das Undenkbare werde wahr, die Credit Suisse stehe vor der Übernahme durch
       die UBS, schrieb das Wochenblatt. Demnach sahen Regierung, Finma und SNB
       keine andere Möglichkeit: Der Druck aus dem Ausland sei zu groß geworden –
       und die Angst, dass die taumelnde Credit Suisse eine globale Finanzkrise
       auslösen könnte.
       
       Die UBS und die Credit Suisse gehören zu den 30 Banken weltweit, die als
       „too big to fail“ eingestuft werden, da ihre Insolvenz eine verheerende
       Auswirkung auf die Gesamtwirtschaft haben würde.
       
       19 Mar 2023
       
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