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       # taz.de -- Nach dem Koalitionsausschuss: Bahn in der Dauerkrise
       
       > Immer mehr Menschen nutzen die Bahn. Der Konzern bekommt nun neue
       > Förderungen von der Regierung, aber die reichen bei Weitem nicht aus.
       
   IMG Bild: An der Sanierung und dem Ausbau des Streckennetzes wird allerdings kein Weg vorbeiführen, wenn die Bahn ein Verkehrsträger bleiben will
       
       Berlin taz | Zu alt, zu störanfällig und zu marode: Die Infrastruktur der
       Bahn sei in einem „kritischen Zustand“, sagt mittlerweile selbst der Chef
       des Konzerns, Richard Lutz, auf seinen Pressekonferenzen.
       
       Trotz aller Probleme wird die Bahn aber von vielen Reisenden genutzt.
       
       Laut der am Donnerstag veröffentlichten Unternehmensbilanz hat der Konzern
       im vergangenen Jahr Tickets für rund 2 Milliarden Fahrten verkauft. Und
       damit gut 40 Prozent mehr als im Vorjahr.
       
       An der Sanierung und dem [1][Ausbau des Streckennetzes] wird allerdings
       kein Weg vorbeiführen, wenn die Bahn ein Verkehrsträger bleiben will, für
       den sich die Menschen gern entscheiden.
       
       ## Zugesagte Erhöhung der Lkw-Maut für mehr Geld in Schiene
       
       Dass nun die Ampelparteien im Koalitionsausschuss sich darauf verständigt
       haben durch die Erhöhung der Lkw-Maut mehr Geld in die Schiene zu stecken,
       wird von Verkehrsverbänden begrüßt.
       
       Dem Beschlusspapier zufolge sollen in Zukunft dafür die CO2-Abgaben für
       Lkws auf den Straßen verschärft werden und schon für Lastwagen ab 3,5
       Tonnen gelten. Zudem soll der Preis künftig bei 200 Euro pro Tonne liegen.
       Dieses Geld soll dann möglichst bis zu 80 Prozent in die Finanzierung der
       Bahn im Jahr 2024 fließen. Insgesamt wurden bei dem Treffen 45 Milliarden
       Euro für die Bahn veranschlagt.
       
       ## Unter dem Strich 227 Millionen Verlust bei der Bahn
       
       Ob die Mittel jedoch reichen werden, ist fraglich.
       
       In Fachkreisen wird der Bedarf mittlerweile auf rund 89 Milliarden Euro
       beziffert. Zudem fuhr der bundeseigene Konzern im vergangenen Jahr unter
       dem Strich ein Minus von 227 Millionen Euro ein.
       
       Bahnchef Lutz sagte, dass die von der Koalition versprochenen Gelder für
       das „Bestandsnetz“ ausreichen würde. Für einen Ausbau oder auch die
       geplante Umstellung der Bahn auf das einheitliche sogenannte europäische
       Signalsystem ETCS dürfte es allerdings deutlich zu wenig sein.
       
       Dennoch bewerten Verkehrsverbände wie die Allianz pro Schiene den Vorstoß
       der Ampelparteien als einen Paradigmenwechsel. Der Finanzierungskreislauf
       „Straße finanziert Straße“ werde damit aufgebrochen. Daran zeige sich, dass
       die Stärkung der Schiene nötig sei, findet auch Lutz.
       
       Der Bahnchef steht aber auch selbst in der Kritik, bei vielen Problemen zu
       spät gehandelt zu haben.
       
       30 Mar 2023
       
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