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       # taz.de -- Absturz der US-Drohne nahe der Krim: Nicht auf den Leim gehen
       
       > Was auch immer zum Absturz der US-Drohne geführt hat – Washington agiert
       > besonnen und hat klargemacht, dass es der Angstmacherei Putins gewachsen
       > ist.
       
   IMG Bild: US-Drohne vom Typ MQ-9. Eine solche ist mit einem russischen Kampfjet zusammengestoßen
       
       Was da ganz genau am Dienstag [1][im Himmel über dem Schwarzen Meer
       passiert ist], bleibt vorläufig ungewiss. Russland und die USA geben
       jeweils sehr unterschiedliche Versionen vom Geschehen, das schließlich zum
       Absturz einer US-Überwachungsdrohne führte.
       
       Es ist recht offensichtlich, dass insbesondere die US-Regierung keinerlei
       Interesse hat, den Vorfall öffentlich so zu beurteilen, dass eine auch
       militärische Antwort notwendig wäre. Zwar ist der russische Botschafter in
       Washington einbestellt worden, und auch [2][die US-Botschafterin in Moskau]
       hat eine Protestnote hinterlassen, in der den russischen Kampfjets
       fahrlässiges und unprofessionelles Verhalten angelastet wird. Das bleibt
       weit dahinter zurück, Russland vorzuwerfen, nunmehr die direkte
       militärische Konfrontation mit den USA zu suchen.
       
       Tatsächlich hat US-Präsident Joe Biden überhaupt kein Interesse daran, nur
       den leisesten Anschein zu erwecken, der Krieg könne auch außerhalb der
       ukrainischen Grenzen außer Kontrolle geraten. Auf republikanischer Seite
       mehren sich zwar die Stimmen, die ein Ende der US-amerikanischen
       Unterstützung für die Ukraine fordern. Solange der Krieg in der Ukraine
       bleibt, kann Biden im Kongress dennoch auf überparteiliche Unterstützung
       setzen. Eine Eskalation über dem Schwarzen Meer wäre hingegen Gift.
       
       Ob die russischen Jets die Drohne zum Absturz gebracht haben oder nicht,
       ist unklar. Dass sie sie bedrängt haben, bestreiten sie jedoch gar nicht –
       mit der wiederum von Washington bestrittenen Begründung, die Drohne habe
       sich zu nahe an der Halbinsel Krim befunden und nicht mehr über
       internationalen Gewässern. Mag sein, dass sich in den nächsten Tagen
       herausstellt, was stimmt. Wenn es ein Test gewesen sein sollte, wie die USA
       reagieren – was zur [3][russischen Provokationspolitik] durchaus passen
       würde –, dann hat Washington mit der besonnenen Haltung klargemacht, dass
       es der Angstmacherei Putins vor dem dritten Weltkrieg so leicht nicht auf
       den Leim geht.
       
       16 Mar 2023
       
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