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       # taz.de -- Energiepreispauschale für Studierende: Einmalzahlung ist fast keinmal
       
       > Seit Mittwoch können Studierende endlich ihre 200 Euro beantragen.
       > Kurzzeitig war das Portal überlastet. Generell braucht es strukturelle
       > Reformen.
       
   IMG Bild: Durch die gestiegenen Energiekosten hat sich die Armut unter Studierenden zusätzlich verschlimmert
       
       Berlin taz | „Sie befinden sich im Warteraum. Bitte haben Sie noch etwas
       Geduld.“ Wer Mittwochmorgen nach langem Ausharren endlich auf eine schnelle
       Überweisung der 200 Euro Energiepreispauschale gehofft hatte, wurde
       zunächst enttäuscht. Zeitweilig war die Antragsplattform für die
       Einmalzahlung für einige Studierende gar nicht erreichbar, es wurde eine
       Fehlermeldung angezeigt.
       
       Im Laufe des Vormittags ging dann wieder alles seinen geregelten Verlauf,
       die Wartezeit betrug zwischen 30 und 45 Minuten. Für die Bearbeitung der
       Anträge und die Auszahlung der Hilfe versprach Bildungsministerin Bettina
       Stark-Watzinger der Deutschen Presse-Agentur immerhin ein sehr zügiges
       Verfahren.
       
       Der Weg zum Geld war für viele Studierende schon [1][in den letzten Wochen
       ein Beantragungsdschungel]. Für die Einmalzahlung brauchen sie einen
       Zugangscode ihrer Hochschule sowie die sogenannte BundID, die zu beantragen
       das BMBF schon vor einigen Wochen empfohlen hatte.
       
       Die BundID, eine digitale Identität, mit der sich Bürger:innen digital
       ausweisen und authentifizieren können, kann entweder mit der
       Online-Ausweisfunktion (eID) des Personalausweises oder mit einem
       Elster-Zertifikat freigeschaltet werden. Alternativ steht den Studierenden
       die Möglichkeit offen, die BundID in abgespeckter Form mit Benutzername und
       Passwort sowie einem weiteren Pin der Hochschule zu nutzen, um an die 200
       Euro zu kommen.
       
       ## Wirrwarr um Anträge
       
       Wer die eID des Ausweises noch nicht freigeschaltet hat, braucht einen
       Brief mit der Pin zum Freischalten; wer diesen Brief nicht besitzt, muss
       ihn – man ahnt es – zunächst einmal beantragen. Auf den Brief kann mitunter
       einige Wochen gewartet werden. Wer sein Glück stattdessen über den Weg der
       von der Hochschule zugewiesenen Pin sucht, wird häufig auch nicht belohnt.
       Manche Hochschulen schicken ihn zusammen mit dem Zugangscode, bei anderen
       muss man ihn erst beantragen.
       
       Apropos Zugangscode: Obwohl die Hochschulen genug Zeit hatten, diesen in
       den letzten Wochen bereitzustellen, ließen einige damit auf sich Warten.
       Die Universität Hamburg etwa hat erst am Mittwoch angekündigt, ihn im Laufe
       des Tages an seine Studierenden zu schicken.
       
       In den letzten Monaten hatten Bund und Länder im Verfahren um die
       Beantragung der Hilfe gestritten, wer für den behäbigen Fortschritt des
       Vorhabens verantwortlich sei. Nachdem der Bund die Zahlung bereits im
       September letzten Jahres vereinbarte, dauerte es nun ein halbes Jahr, bis
       die Beantragung ermöglicht wurde. Das Bildungsministerium betonte stets, es
       brauche Zeit, neue Strukturen zu schaffen, um eine Zahlung an alle
       Studierenden zu übermitteln. Unter anderem wurde pro Bundesland eine neue
       Datenschutzverordnung beschlossen, die die Weitergabe der Daten von den
       Universitäten an die zentrale Vergabestelle erlaubt.
       
       ## Lösungen gegen studentische Armut finden
       
       Kritik gab es auch für die fehlende Nachhaltigkeit der Zahlung. Ria
       Schröder, bildungspolitische Sprecherin der Freien Demokraten im Bundestag,
       freut sich, dass die Einmalzahlung neben weiteren Maßnahmen nun 3,5
       Millionen Studierenden bei der Bewältigung gestiegener Heiz-, Strom- und
       Lebensmittelkosten hilft. Doch auch sie gibt zu: „Einmalzahlungen sind
       nicht der Königsweg.“ Der Fokus müsse zukünftig auf strukturellen
       Verbesserungen liegen, von denen junge Menschen auch in 10, 20 Jahren noch
       profitieren würden, sagte sie der taz.
       
       Auch Oliver Kaczmarek, bildungspolitischer Sprecher der SPD, mahnte, man
       müsse die richtigen Schlüsse ziehen: „Man sollte weniger Ankündigungen
       machen, weil so hinterher Enttäuschungen produziert werden. Für ein
       nächstes Mal müssen wir über schnellere Lösungen nachdenken.“
       
       Für diese langfristigen Veränderungen hat die Bundesregierung in dieser
       Legislaturperiode auch bereits zwei Mal das
       Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) bearbeitet und unter anderem mit
       höheren Freibeträgen auf Elterneinkommen dafür gesorgt, Hilfsleistungen für
       mehr Berechtigte zu öffnen.
       
       Zuletzt teilte das Statistische Bundesamt im November mit, dass [2][ein
       Drittel aller Studierenden in Deutschland armutsgefährdet] sei. Unter
       denjenigen, die alleine oder in Wohngemeinschaften wohnen, seien es sogar
       76 Prozent.
       
       15 Mar 2023
       
       ## LINKS
       
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       ## AUTOREN
       
   DIR Dariusch Rimkus
       
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