# taz.de -- Großbritanniens Bündnisdiplomatie: Im Westen was Neues
> Rishi Sunak beweist mit dem Verteidigungsbündnis AUKUS, dass er global
> denkt. Deutschland hat in dieser Hinsicht einiges an Aufholarbeit zu
> leisten.
IMG Bild: Der britische Premierminister Rishi Sunak am Montag nach einem Treffen mit US-Präsidenten Joe Biden
Ganz unspektakulär stellt Rishi Sunak, kaum fünf Monate im Amt, die
führende Stellung Großbritanniens im „globalen Westen“ wieder her. Schon
sein Amtsantritt als britischer Premier markierte eine Abkehr vom Prinzip
Schrulligkeit, das seine Vorgänger Boris Johnson und Liz Truss gepflegt
hatten. Die beiden setzten zwar richtige Akzente, vor allem bei der
britischen Vorreiterrolle in der [1][Unterstützung der Ukraine gegen
Russland]. Aber sie genossen nicht den Respekt, den man zum Erfolg auf der
diplomatischen Bühne braucht. Sunak ist vom Instinkt her kein
Außenpolitiker, aber er kann Diplomatie.
Am 27. Februar enthüllte Rishi Sunak mit Ursula von der Leyen das
Windsor-Abkommen, das [2][den Nordirlandstreit] zwischen dem Vereinigten
Königreich und der EU beerdigen soll. Am 10. März reiste er nach Paris zum
ersten britisch-französischen Gipfel seit dem Brexit und ebnete den Weg zu
einer neuen bilateralen Zusammenarbeit.
Am 13. März weilte er in den USA zum ersten Staatengipfel des
Verteidigungsbündnisses Aukus, in dem Großbritannien und die USA mit
Australien eine umfassende Rüstungskooperation im indopazifischen Raum
begründen. Parallel dazu wurde eine neue britische Verteidigungsstrategie
vorgestellt, die der Bündnispflege im euroatlantischen und im
indopazifischen Raum gleichermaßen Bedeutung beimisst.
Globales Denken ist [3][in der explosiven Weltlage] von heute stärker
gefragt denn je. Kaum ein führender Politiker ist globaler geprägt als
dieser Regierungschef indischer Abstammung, dessen Eltern einst aus
Ostafrika nach Großbritannien einwanderten und dessen Karriere und
Familiengründung in den USA begann. Natürlich entwirft Rishi Sunak seine
Außenpolitik nicht aus biografischen Gründen. Aber er ist die perfekte
Figur, um ein globales Denken nach außen zu vertreten – ein Denken, das in
London parteiübergreifend weitgehend mitgetragen wird. Deutschland, das
seine Außenpolitik mit Vorliebe vom Ausgang parteipolitischer Rivalitäten
bestimmen lässt, hat nicht nur in dieser Hinsicht einiges an Aufholarbeit
zu leisten.
14 Mar 2023
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## AUTOREN
DIR Dominic Johnson
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