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       # taz.de -- Enquete-Kommission zu Erdbeben: Massive Vorwürfe nach Gasförderung
       
       > Jetzt gibt es politische Konsequenzen: Die Erdgasgewinnung in der
       > niederländischen Provinz Groningen hatte ein Erdbeben zur Folge.
       
   IMG Bild: Hof im Ort Huizinge: Kaputt nach dem Erdbeben
       
       Amsterdam taz | Die Interessen der Bewohner*innen der niederländischen
       Provinz Groningen wurden jahrzehntelang systematisch vernachlässigt, und
       ihre Sicherheit dem Streben nach maximalem Profit untergeordnet. Dieses
       vernichtende Urteil steht im Zentrum des Abschlussberichts einer
       parlamentarischen Untersuchungskommission, der Ende vergangener Woche
       präsentiert wurde. Thema: [1][die Erdgasgewinnung im größten Gasfeld
       Europas], die in der Region rund 1.600 Erdbeben verursacht und zahllose
       Häuser beschädigt hat.
       
       Der 1.900 Seiten lange Bericht erhebt schwere Vorwürfe gegen [2][Shell] und
       [3][Exxonmobil], die als Aktionäre der Niederländischen Erdöl- Gesellschaft
       NAM möglichst lange von der Gasförderung profitieren wollten, gegen mehrere
       Minister, hohe Beamte und Premier Mark Rutte, der “Ernst und Dringlichkeit
       der Situation in Groningen lange Zeit schwer unterschätzt“ habe.
       
       Unterschätzt worden sei in der Debatte zum Thema zudem die Schwere der
       Beben sowie der Schaden, den sie anrichteten. Die Verstärkung
       erdebebenunsicherer Häuser sei unzureichend, die Prozeduren zur Reparatur
       von Schäden und ihrer Erstattung nicht angemessen und zu langwierig. Von
       267.000 Schadensmeldungen waren Ende letzten Jahres 230.000 abgehandelt.
       Dass die Fördermenge, erst ab 2018 reduziert, just nach einem schweren
       Beben von 2012 noch erhöht worden sei, wird als „schwere Verletzung der
       Interessen der Groninger*innen“ bezeichnet.
       
       Unter dem Strich spricht die Kommission von einem „beispiellosen
       Systemversagen“ und folgert, der niederländische Staat, der 363 Milliarden
       Euro an der Gasförderung verdiente, habe gegenüber der Groninger
       Bevölkerung eine „Ehrenschuld “. In einer ersten Reaktion sagte Premier
       Rutte, der Bericht treffe ihn persönlich schwer.
       
       27 Feb 2023
       
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       ## AUTOREN
       
   DIR Tobias Müller
       
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