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       # taz.de -- Klimapolitik in Berlin: Wenig Glaubwürdigkeit
       
       > Die Klimakrise war eine der Leerstellen im Wahlkampf. Eine Umfrage zeigt,
       > dass sich Wähler:innen von den Parteien mehr Engagement wünschen.
       
   IMG Bild: Unter dem Hashtag #BerlinWillKlima machte die Klimabewegung ihren Unmut über die Politik laut
       
       Berlin taz Viele Wähler:innen trauen den im Abgeordnetenhaus vertretenen
       Parteien nicht zu, die Herausforderungen der Klimakrise bewältigen zu
       können. Das legen die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage nahe, deren
       Ergebnisse am Sonntag von der Initiative Clevere Städte des Klima- und
       Verkehrslobbyisten Heinrich Strößenreuter veröffentlicht wurden.
       
       So zweifelten im Schnitt 40 Prozent der Befragten an der Kompetenz der von
       ihnen gewählten Partei, die Verkehrswende voranbringen zu können. Ein
       ähnliches Bild zeigte sich bei der Energiewende: Hier trauten sogar 44
       Prozent ihrer Parteipräferenz nicht zu, den Ausbau erneuerbarer Energien
       beschleunigen zu können.
       
       Dabei hat laut der Umfrage ein Großteil der Wählerschaft die Dringlichkeit
       von Klimakrise erkannt: Knapp über die Hälfte der Befragten ist der
       Meinung, Klimaschutz sollte in Zukunft bei der Arbeit der Landesregierung
       eine „sehr wichtige“ oder „eher wichtige“ Rolle spielen. Mit eingerechnet
       sind dabei schon AfD-Wähler:innen, von denen nur 5 Prozent Klimaschutz für
       ein wichtiges Thema halten.
       
       Dementsprechend enttäuscht sind viele der Befragten, dass die Klimakrise
       nicht ausreichend im Wahlkampf thematisiert wurde. Durchschnittlich 24
       Prozent hätten von ihren bevorzugten Parteien erwartet, sich im Wahlkampf
       mehr für den Klimaschutz einzusetzen. Auffällig: Sogar 42 Prozent der
       Grünen-Wähler:innen hätten sich mehr Engagement von ihrer Partei
       erhofft. Und über 27 Prozent der Befragten gaben an, keiner der
       Kandidat:innen im Wahlkampf habe sich glaubwürdig für den Klimaschutz
       eingesetzt.
       
       ## Schnellerer Klimaschutz gewünscht
       
       Wie gering das Vertrauen der Wähler:innen in die gewählten Parteien ist,
       zeigt sich besonders stark in der Einstellung zum [1][Volksentscheid
       Klimaneutral 2030]. Der Gesetztesentwurf, über den am 26. März abgestimmt
       wird, sieht vor, Klimaneutralität in der Hauptstadt schon 2030 anstatt wie
       bisher geplant 2045 zu erreichen. 70 Prozent der befragten Grünen-, SPD-
       und Linken-Wähler gaben an, der Volksentscheid sei notwendig, weil sich die
       Parteien nur unzureichend um den Klimaschutz kümmern.
       
       „Die Umfrage zeigt, dass es weiteren Druck aus den NGOs und der
       Klimabewegung braucht, um für eine 1,5-Grad-konforme Klimapolitik zu
       sorgen“, fasst Strößenreuther die Ergebnisse zusammen. Auch müssten sich
       Parteien von innen reformieren und glaubwürdige klimapolitische Angebote
       machen.
       
       13 Feb 2023
       
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