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       # taz.de -- Landesparteitag der AfD in Hamburg: Weiter so trotz Zerwürfnissen
       
       > Dirk Nockemann will in Hamburg wieder als Spitzenkandidat der AfD
       > antreten. Zugleich läuft hinter den Kulissen allerhand schief.
       
   IMG Bild: Der Landesvorsitzende und sein Stellvertreter: Dirk Nockemann (re) und Alexander Wolf 2020 in Berlin
       
       Er würde wieder antreten. Wenn die AfD Hamburg es wünsche, möchte Dirk
       Nockemann erneut als Spitzenkandidat zur Bürgerschaftswahl 2025
       kandidieren. Auf dem Landesparteitag im Stadtteil Wandsbek bekundete der
       Bürgerschaftsfraktions- und Landesparteivorsitzende, dass er nicht amtsmüde
       sei und versicherte: „Ich meine es ernst.“
       
       Seit sechs Jahren ist Nockemann Landesvorsitzender und seit fünf Jahren
       Fraktionschef an der Elbe. Im Landesverband kamen Gerüchte auf, dass der
       ehemalige Innensenator nicht mehr könne und nicht mehr wolle. Auf dem
       Parteitag am 5. Februar erklärte der 64-Jährige: „Für alle ganz deutlich:
       Ich mache hier überhaupt nicht Schluss, nichts liegt mir ferner als das.“
       Der NDR-Bericht zeigt: Es gibt viel Applaus.
       
       In dem Landesverband mit rund 650 Mitgliedern ist der Doppelvorsitzende
       nicht unumstritten. Die Fraktionsmitglieder könne er kaum auf Linie halten.
       Jüngstes Beispiel: Am 7. Februar trat die AfD-Bürgerschaftsabgeordnete
       [1][Olga Petersen] beim staatseigenen Kanal „Russia 1“ in der Sendung „60
       Minutes“ auf. Die russischstämmige AfD-Abgeordnete warnte den Kreml, sich
       nicht auf die Aussagen von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) zu verlassen,
       keine Kampfflieger an die Ukraine zu liefern. Denn zu Beginn des Krieges
       habe die Bundesregierung noch jede Einmischung abgelehnt. Sie beklagte
       auch, dass Deutschland sich unabhängig von Erdgas aus Russland machen
       wolle.
       
       ## Anzeige wegen Veruntreuung
       
       Von dem Interview will die Bürgerschaftsfraktion vorab nichts gewusst
       haben, teilte die Fraktion dem Spiegel mit. Sie erwarte zudem, dass die
       Mitglieder sich an die Parteibeschlusslage halten. Diese Vorhaltung trifft
       jedoch nicht ganz zu. Auf den Parteitag beschlossen die Mitglieder eine
       Resolution für das Ende der Wirtschaftssanktionen gegen Russland und
       forderten, dass die Nord-Stream-Pipelines zur Erdgasversorgung repariert
       werden sollen.
       
       Die [2][internen Konflikte] gehen aber auch mit [3][externen Problemen]
       einher. Die Staatsanwaltschaft Hamburg ermittelt gegen Nockemann. Beim
       Landeskriminalamt musste er als Zeuge aussagen, bestätigt eine
       Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft der taz. Eine weitere Anzeige soll
       gerade gegen Nockemann und weiterer Personen wegen des Verdachts der
       Veruntreuung bei der Staatsanwaltschaft eingegangen sein.
       
       Seine politische Karriere begann Nockemann bei den Jusos und der SPD. Im
       CDU-geführten Innenministerium von Mecklenburg-Vorpommern war der Jurist
       tätig. Von August 2003 bis März 2004 agierte er für die Schill-Partei
       (Partei Rechtsstaatliche Offensive) als Innensenator. 2015 gelang dem
       Ex-Schillianer mit der AfD der Einzug in die Bürgerschaft.
       
       Im Vergleich zu der AfD in Bremen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen
       brach die Hamburger Fraktion – trotz Konflikten und Anfeindungen – bisher
       nicht auseinander. Der zweite Mann der AfD, Alexander Wolf, gab sich auf
       dem Parteitag prompt kämpferisch. Der Fraktions- und Parteivize polterte:
       „Es geht um unser Land, das in ganz schweren Fahrwassern ist, weil
       Rot-Grün-Klimafanatiker und Deutschlandhasser daran arbeiten, Deutschland
       abzuschaffen.“ Nockenmann und Wolf waren schon öfter Konkurrenten um Ämter.
       
       23 Feb 2023
       
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       ## AUTOREN
       
   DIR Andreas Speit
       
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