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       # taz.de -- Islamistische Anschläge in Pakistan: Immer wieder Terror
       
       > Die Zahl der beim Attentat in Peschawar Getöteten ist auf über 100
       > gestiegen. Die Anschläge nehmen zu, vor allem durch den Taliban-Ableger
       > TTP.
       
   IMG Bild: Trauer im pakistanischen Peschawar: Bei einem Anschlag auf eine Moschee starben mindestens 100 Menschen
       
       Mumbai taz | In Pakistan beginnt das Jahr 2023 mit einer Tragödie: Ein
       Selbstmordattentat auf eine Moschee in der nordwestlichen Stadt Peschawar
       hatte am 30. Januar mindestens 100 Menschenleben gefordert und ist damit
       einer der tödlichsten Anschläge in dem Land seit Jahren. Die pakistanischen
       Taliban, bekannt als Tehrik-e-Taliban Pakistan (TTP), reklamierten die Tat
       in einer vor allem von Polizisten besuchten Moschee zunächst für sich,
       bevor sie diese Darstellung wieder zurückzogen.
       
       Laut Augenzeugen sollen [1][während des Nachmittagsgebets]
       Sprengstoffwesten gezündet worden seien. Nicht nur die Intensität der
       Explosion, die das Gebäude halb weggesprengte, ist besorgniserregend. Das
       Attentat fand in einer Hochsicherheitszone statt und ist somit ein
       Indikator dafür, dass die Militanz von islamistischen Gruppen im Land
       wieder zunimmt. Erst Mitte Januar wurden, ebenfalls in der Millionenstadt
       Peschawar, die etwa 50 Kilometer von der Grenze zu Afghanistan entfernt
       liegt, [2][mehrere Polizisten durch Handgranaten und Scharfschützen in der
       Station Sarband] getötet.
       
       Auch dieses Attentat reklamierte die TTP für sich. Die Terrororganisation
       ist sowohl in Pakistan als auch in Afghanistan aktiv und bekam in der
       Vergangenheit Zulauf von anderen radikalen Gruppierungen. Im Mai gab es
       noch Hoffnung auf Frieden, nachdem der hochrangige [3][General der
       pakistanischen Armee Faiz Hameed] Gespräche mit den lokalen Taliban führte
       und im Juni mit der Regierung eine vereinbarte Waffenruhe aufgekündigt
       wurde. Doch seit November habe die TTP ihre Angriffe verstärkt und Kämpfer
       angewiesen, Anschläge zu verüben, berichtete die pakistanische Zeitung
       Dawn.
       
       Die beiden im Januar begangenen Anschläge sind mutmaßlich
       Vergeltungsschläge für den Tod des TTP-Gründungsmitglieds [4][Omar Khalid
       Khorasani] im August 2022. Laut Medienberichten sei der Anschlag vom Montag
       der vierte einer Reihe.
       
       ## Verschiebung des Kräfteverhältnisses
       
       Die [5][Rückkehr der Taliban an die Macht in Afghanistan] habe das
       Kräfteverhältnis zwischen der pakistanischen Regierung und der TTP, der
       größten staatsfeindlichen und militanten Gruppe des Landes, verschoben,
       warnt der Terrorismusforscher Abdul Sayed. „Obwohl pakistanische
       Militäraktionen, der US-Drohnenkrieg und Fraktionskämpfe zum Niedergang der
       TTP von 2014 bis 2018 führten, erlebt die militante Gruppe einen
       Wiederaufstieg“, so Sayed. Er bezeichnet sie als „Nebenprodukt der
       Dschihad-Politik von al-Qaida in Afghanistan und Pakistan nach dem 11.
       September“.
       
       Eigentlich untersage die TTP Anschläge auf Moscheen und öffentliche Plätze,
       [6][erklärte er auf Twitter]. Auch die afghanischen Taliban verurteilten
       den Selbstmordanschlag auf Gläubige als „Akt gegen den Islam“.
       
       Der pakistanische Premierminister Shahbaz Sharif bekundete den Angehörigen
       sein Beileid und rief am Dienstag zu Zusammenhalt auf: [7][Mit ihren
       verabscheuungswürdigen Aktionen wollten die Terroristen] Angst und Panik
       unter den Massen verbreiten. „Meine Botschaft an alle politischen Kräfte
       ist die Einigkeit gegen antipakistanische Elemente“, so Sharif. Seine
       Regierung befindet sich eigentlich gerade in Verhandlungen mit dem
       Internationalen Währungsfonds (IWF) über einen 7-Milliarden-Dollar-Kredit
       [8][für das wirtschaftliche gebeutelte Land].
       
       Auch im Parlament drehte sich die Diskussion um die Terrorgruppe TTP.
       Senator Raza Rabbani forderte eine Untersuchung der Vorgängerregierung,
       denn ihre Rehabilitationspolitik gegenüber der TTP sei Grundlage für die
       derzeitige Situation. Viele erinnerte die Tat an einen [9][Anschlag der
       ebenfalls in Pakistan aktiven Terrororganisation Islamischer Staat] auf
       eine schiitische Moschee in Peschawar im vergangenen Jahr mit 63 Toten.
       „Peschawar blutet wieder einmal“, sagte der ehemalige Senator Afrasiab
       Khattak.
       
       31 Jan 2023
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] https://www.bbc.com/news/world-asia-64451936
   DIR [2] https://www.voanews.com/a/police-militants-kill-3-officers-in-restive-nw-pakistan-/6918957.html
   DIR [3] /Friedensverhandlungen-in-Pakistan/!5856842
   DIR [4] https://timesofindia.indiatimes.com/world/south-asia/taliban-confirms-killing-of-ttp-commander-omar-khalid-khorasani-seeks-probe-of-incident/articleshow/93446279.cms
   DIR [5] /Schwerpunkt-Afghanistan/!t5008056
   DIR [6] https://twitter.com/abdsayedd/status/1620135780852310016?s=20&t=Vk8Etr9yBc8q09cBReXr6Q
   DIR [7] https://twitter.com/CMShehbaz/status/1620370925391847425?s=20&t=mKwG1-Fd4yh1dF3MOgk60Q
   DIR [8] /Stromausfaelle-in-Pakistan/!5910350
   DIR [9] /Bombenanschlag-in-Pakistan/!5839421
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Natalie Mayroth
       
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       genug.