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       # taz.de -- Kampfpanzer für die Ukraine: Blamage für den Kanzler
       
       > Erst ließ sich Scholz unter Druck setzen. Nun muss er den Partnern
       > hinterhertelefonieren, damit die Panzer zusammenkommen. Das ist nicht nur
       > peinlich.
       
   IMG Bild: Bundeskanzler Scholz am 25. Januar im Bundestag, wo er seine Leopard-Entscheidung verteidigt
       
       Jetzt müssen wieder die Grünen ran. Erst haben sie Kanzler Olaf Scholz
       unter Druck gesetzt, damit [1][er deutsche Leopard-2-Panzer in die Ukraine
       schickt]. Nun appelliert Grünen-Fraktionsvize Agnieszka Brugger an die
       EU-Partner, ebenfalls schnell Kampfpanzer zu liefern.
       
       Der Grund: Die „europäische Panzer-Allianz“ wackelt, Deutschland steht
       allein auf weiter Flur. Bisher haben nur Polen und Kanada mit den
       Vorbereitungen für eigene Lieferungen begonnen. Alle anderen zögern, die
       USA wollen sogar erst im Herbst [2][ihre „Abrams“ schicken].
       
       Das ist nicht nur eine Blamage [3][für Scholz] und die Grünen. Sie müssen
       sich nun fragen lassen, ob sie vorschnell auf die Kampagne zur Lieferung
       deutscher Kampfpanzer eingegangen sind. Es ist auch eine Blamage für die
       Europäer, die wieder einmal nicht liefern.
       
       Das „Europa der Verteidigung“ und die „strategische Autonomie der EU“ – in
       der Panzerdebatte platzen die Brüsseler Seifenblasen. Eine Überraschung ist
       das nicht. Die meisten EU-Staaten haben sich von Anfang an hinter
       Deutschland versteckt. Besonders deutlich wurde dies beim Treffen der
       EU-Außenminister kurz vor der Berliner Panzer-Wende. Nicht einmal
       [4][Polen] und Balten, die vorher unbedingt den „Leopard befreien“ wollten,
       machten belastbare Zusagen.
       
       Und da die EU für die Lieferung von Kriegswaffen nicht zuständig ist –
       darüber entscheidet jedes Mitgliedsland allein –, muss Scholz nun mühsam
       hinter den Partnern hinterhertelefonieren, damit wenigstens zwei
       Panzerbataillone zusammenkommen.
       
       Das ist nicht nur peinlich, sondern auch gefährlich. Was ist denn, wenn am
       Ende nicht genug „Leos“ an die Front rollen? Ruft Scholz dann „Kommando
       zurück“? Verzögert er den deutschen Einsatz? Hat er überhaupt noch ein
       Druckmittel? Jetzt rächt es sich, dass sich Deutschland in der
       Panzerdebatte treiben ließ. Scholz’ Verhandlungstaktik ist gescheitert. Nur
       die Hardliner haben ihr Ziel erreicht: Selbst in Berlin gibt es keine roten
       Linien mehr.
       
       7 Feb 2023
       
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       ## AUTOREN
       
   DIR Eric Bonse
       
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