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       # taz.de -- Durchsuchung im Haus des US-Präsidenten: FBI beschlagnahmt weitere Akten
       
       > Erneut werden bei US-Präsident Joe Biden geheime Akten aus seiner Zeit
       > als Senator und Vizepräsident gefunden. Die Justiz ermittelt weiter.
       
   IMG Bild: Immer mehr geheime Dokumente werden in US-Präsident Joe Bidens privatem Umfeld gefunden
       
       Washington ap | Das FBI hat bei der Suche nach Geheimmaterial in
       Privaträumen von US-Präsident Joe Biden sechs weitere Dokumente gefunden
       und beschlagnahmt. Die Papiere stammten aus Bidens Zeit als Senator (1973
       bis 2009) und Vizepräsident (2009 bis 2017) und seien am Freitag entdeckt
       worden, so Bidens Anwalt Bob Bauer am Samstag. Welche Geheimhaltungsstufe
       sie hatten, war zunächst nicht klar. Das Justizministerium prüfte die
       Dokumente noch.
       
       Funde von [1][nicht ordnungsgemäß gelagerten Geheimdokumenten] verfolgen
       Biden seit fast drei Monaten. Anfang November entdeckten Anwälte
       Geheimpapiere in einem früheren Büro Bidens in Washington – ihren Angaben
       zufolge eine kleine Anzahl. Später kamen weitere Dokumente zum Vorschein,
       woraufhin das Justizministerium einen Sonderermittler einsetzte.
       
       Vor gut einer Woche wurden Bidens Anwälte in dessen Privatbibliothek
       fündig, wo sie sechs Dokumente fanden. Der Präsident gab sich überrascht,
       bemühte sich um Schadensbegrenzung und sagte am Donnerstag, die Papiere
       seien nur am falschen Ort abgelegt worden.
       
       Einen Tag später rückte das FBI an und durchsuchte 13 Stunden lang Bidens
       Privathaus in Wilmington. Die Ermittler hätten vollen Zugang gehabt,
       darunter zu handschriftlichen Notizen, Akten, Papieren, Ordnern, Andenken,
       Aufgabenlisten, Zeitpläne und jahrzehntealten Erinnerungen, sagte Bauer.
       Sie hätten auch einige Notizen mitgenommen. Der Anwalt des Weißen Hauses,
       Richard Sauber, erklärte, persönliche Anwälte Bidens und das Weiße Haus
       würden weiter mit Justizministerium und [2][Sonderermittler Merrick
       Garland] zusammenarbeiten.
       
       ## Auch bei Trump fand man geheime Akten
       
       Die Aktenfunde [3][erschweren die Ermittlungen des Justizministeriums zu
       Geheimdokumenten], die Bidens Vorgänger Donald Trump nach Ende seiner
       Amtszeit einbehalten hatte. Nach Ministeriumsangaben handelte es sich im
       Fall [4][Trump] um Hunderte Papiere mit Geheimhaltungsvermerk, die der
       Ex-Präsident trotz Aufforderung nicht herausgab, weshalb schließlich ein
       Durchsuchungsbefehl erwirkt wurde. Biden und seine Mitarbeiter haben
       wiederholt betont, sie arbeiteten anders als Trump freiwillig mit den
       Ermittlern zusammen.
       
       Laut Gesetz ist es verboten, Dokumente unbefugt und „wissentlich zu
       entfernen“ und sie an einem nicht genehmigten Ort zu lagern oder dies zu
       beabsichtigen. Allgemein werden Geheimhaltungsvermerke nach 25 Jahren
       aufgehoben. In besonderen Fällen können sie aber länger gelten. Dafür muss
       allerdings eine Ausnahme beantragt werden.
       
       22 Jan 2023
       
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