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       # taz.de -- Präsident des Robert-Koch-Instituts: RKI-Chef Wieler hört auf
       
       > In der Pandemie blickte plötzlich ganz Deutschland auf Lothar Wieler, den
       > Präsidenten des Robert-Koch-Instituts. Nun legt er sein Amt nieder.
       
   IMG Bild: Lothar Wieler, scheidender Präsident des Robert-Koch-Instituts
       
       Berlin taz | Der langjährige Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI),
       Lothar Wieler, tritt zum 1. April zurück. In der [1][Coronapandemie] war
       Wieler als Chef des wichtigsten deutschen Gesundheitsinstituts einer großen
       Öffentlichkeit bekannt geworden, zuletzt hatte es aber Konflikte zwischen
       ihm und Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) gegeben.
       
       Wieler ist seit 2015 Präsident des Forschungsinstituts, das im Auftrag der
       Bundesregierung [2][die Gesundheitslage in Deutschland] überwacht. Sein
       Rückzug geschehe nun „auf eigenen Wunsch“ teilte das RKI auf seiner Website
       mit. Für eine Übergangszeit soll Wielers bisheriger Stellvertreter Lars
       Schaade das Amt übernehmen.
       
       Mit Beginn der Coronapandemie 2020 waren das RKI und sein Präsident in den
       Fokus der Öffentlichkeit gerückt. „Es war ein Privileg, in dieser Krise an
       exponierter Position zusammen mit einem motivierten Team hervorragender
       Expertinnen und Experten arbeiten zu dürfen“, sagte Wieler nun. Das
       Institut habe in der Coronakrise „seine Exzellenz unter Beweis gestellt“.
       
       Unter Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatten Bundesregierung und
       RKI bis 2021 vergleichsweise geräuschlos zusammengearbeitet. Mit dem neuen
       Gesundheitsminister Lauterbach verkomplizierte sich dann das Verhältnis.
       
       ## Wieler und Lauterbach waren sich nicht immer einig
       
       Streit gab es etwa Anfang 2022 um den [3][Status von genesenen
       Coronapatient*innen]. Nachdem das RKI im Januar entschieden hatte,
       den Genesenenstatus von sechs auf drei Monate zu verkürzen, entzog
       Lautberbach dem Institut die Entscheidungsgewalt darüber. Dies wurde teils
       als Entmachtung gedeutet.
       
       Der Rückzug Wielers geschehe nun aber „im Einvernehmen“ mit dem
       Bundesgesundheitsminister, teilte das RKI mit. Lauterbach selbst sagte,
       Wieler habe „bei der Bewältigung der Pandemie für das Land bleibende und
       herausragende Verdienste“ geleistet. „Ohne Professor Wieler wäre
       Deutschland deutlich schlechter durch diese Pandemie gekommen.“ Er bedauere
       den Rücktritt. Laut RKI wolle Wieler sich künftig wieder stärker Forschung
       und Lehre widmen. Mehr Details sind bisher nicht bekannt.
       
       11 Jan 2023
       
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