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       # taz.de -- Covid-Bericht von Amnesty International: Verlassen im Altenheim
       
       > Amnesty International meldet Menschenrechtsverletzungen in Altenheimen in
       > Spanien. Die Coronamaßnahmen 2020 seien nicht menschenwürdig gewesen.
       
   IMG Bild: Die BewohnerInnen des Altenheims durften nur mit großem Abstand mit Angehörigen sprechen
       
       Madrid taz | Amnesty International (AI) geht mit Spanien hart ins Gericht
       und fordert, dass die Covidtodesfälle in den Altenheimen neu aufgerollt
       werden. Während des dreimonatigen harten [1][Covidlockdowns 2020] seien, so
       die spanische Sektion der NGO, Menschenrechte der Altersheimbewohner
       verletzt worden. 35.000 Senioren verstarben in Heimen an Covid. [2][AI
       spricht in einem am Mittwoch veröffentlichten Kommuniqué] von „völliger
       Vernachlässigung ihrer Angehörigen“ durch die staatlichen Institutionen und
       von „weit verbreiteter Straflosigkeit“.
       
       „Amnesty International hat fünf Menschenrechtsverletzungen dokumentiert,
       die an älteren Bewohnern begangen wurden. Niemand wurde zur Rechenschaft
       gezogen“, beschwert sich Esteban Beltrán, Direktor von AI in Spanien. So
       sei das Recht auf Leben, Gesundheit, Nichtdiskriminierung, sowie auf
       Privat- und Familienleben und auf einen würdevollen Tod „systematisch
       verletzt worden“.
       
       „Wir durften meine Mutter nicht besuchen, nicht mit ihr telefonieren oder
       eine Videokonferenz abhalten“, berichtet [3][in einem Video auf der
       AI-Facebookseite Angela Arreba], deren Mutter am 8. April 2020 in einem
       Heim in Madrid verstarb. „Ich möchte mir nicht vorstellen, was sie dachte,
       als wir uns nicht mehr gemeldet haben.“ In vielen Altersheimen gab es
       keinen ärztlichen Dienst. Und zumindest in der Region Madrid gab die
       konservative Landesregierung klare Anweisungen, alte Menschen nicht an die
       überfüllten Krankenhäuser zu überstellen. „Jemand beschloss, Gott zu
       spielen“, beschwert sich Arreba.
       
       Hunderte von Familien reichten Klage ein, vergebens. Nur in Madrid wurden
       86 Prozent zu den Akten gelegt. Aus der zweiten bevölkerungsreichen Region
       Katalonien liegen keine Zahlen vor. Zwar reichte die
       Generalstaatsanwaltschaft 2022 Unterlagen zu den anhängigen Fällen ein,
       doch die regionalen Staatsanwaltschaften ignorierten dies weitgehend. Eine
       landesweite Studie gibt es nicht. Nur so viel steht fest. Sterben im
       Altersheim hat auch mit der neoliberalen Gesundheitspolitik zu tun. In
       privaten Heimen in der Region Madrid lag die durch Covid erhöhte
       Sterblichkeit bei 21,9 Prozent – in den öffentlichen bei 7,4 Prozent.
       
       Einen spanienweiten parlamentarischen Untersuchungsausschuss gibt es nicht.
       Diesen fordern die Familien. Im Regionalparlament in Madrid wurde eine
       „Wahrheitskommision“ von einer rechten Mehrheit abgelehnt. In Katalonien
       tagt eine Arbeitsgruppe – bisher ohne Ergebnis, darum fordert AI eine
       außerparlamentarische Prüfung.
       
       26 Jan 2023
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] /Corona-in-Spanien/!5720316
   DIR [2] https://www.es.amnesty.org/en-que-estamos/noticias/noticia/articulo/residencias-despues-de-35000-muertes-de-personas-mayores-las-victimas-y-familiares-solo-han-recibido-opacidad-por-parte-de-la-fiscalia-y-ausencia-de-justicia-en-los-tribunales/
   DIR [3] https://www.facebook.com/watch/live/?ref=watch_permalink&v=354756899546329
       
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   DIR Reiner Wandler
       
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