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       # taz.de -- Militärjunta in Myanmar: Freilassung von 7.000 Häftlingen
       
       > Die Militärjunta in Myanmar hat eine Amnestie für 7.000 Häftlinge
       > angekündigt. Anlass ist der 75. Jahrestag der Unabhängigkeit.
       
   IMG Bild: Haftentlassene am 4. Januar in Yangon
       
       Naypyidaw dpa | Im Rahmen einer neuen Massenamnestie im Krisenland Myanmar
       hat die Militärjunta die Freilassung von mehr als 7.000 Gefangenen
       angekündigt. Anlass ist der 75. Jahrestag der Unabhängigkeit von der
       früheren britischen Kolonialmacht, wie das staatliche Fernsehen am Mittwoch
       berichtete. Ob und wie viele politische Gefangene freikommen werden, ist
       noch nicht nicht bekannt. Zahlreiche Familienangehörige von Häftlingen
       warteten seit dem Morgen vor den Gefängnissen des früheren Birma – vor
       allem vor dem für seine Foltermethoden berüchtigten Insein-Gefängnis in der
       größten Stadt Yangon (früher: Rangun).
       
       „Bisher sind nur fünf Busse herausgekommen. Darin waren nur wenige
       politische Gefangene“, sagte Hnin Hnin, der selbst wegen seines Widerstands
       gegen die Militärjunta zeitweise in Haft war, der Deutschen Presse-Agentur.
       Tausende Menschen hätten sich vor den Gefängnistoren versammelt und
       warteten auf die mögliche Freilassung ihrer Liebsten, erklärte er.
       
       [1][Seit dem Militärputsch am 1. Februar 2021] und der Entmachtung von
       De-Facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi regiert die Junta mit eiserner
       Faust. Das Militär geht hart gegen jeden Widerstand vor. Immer wieder kommt
       es zu willkürlichen Festnahmen. Laut der Gefangenenhilfsorganisation AAPP
       wurden in den vergangenen zwei Jahren fast 17.000 Menschen inhaftiert und
       fast 2.700 getötet. [2][Suu Kyi] ist von einem von der Junta kontrollierten
       Gericht wegen verschiedener Vorwürfe zu insgesamt 33 Jahren Gefängnis
       verurteilt worden und sitzt in Einzelhaft.
       
       Bereits Mitte November hatten die Generäle anlässlich des Nationalfeiertags
       [3][rund 5.700 Häftlinge freigelassen]. Darunter waren mehrere prominente
       Ausländer, wie der australische Wirtschaftsprofessor und frühere Berater
       Suu Kyis, Sean Turnell, sowie die frühere britische Botschafterin in dem
       Land, Vicky Bowman.
       
       4 Jan 2023
       
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