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       # taz.de -- +++ Nachrichten im Ukraine-Krieg +++: Millionen Ukrainer wieder mit Strom
       
       > Ukraine meldet nach Raketenangriffen Erfolge bei Wiederherstellung der
       > Stromversorgung. Doch Kyjiw fordert den Westen zu besserem Schutz auf.
       
   IMG Bild: Eine ältere Frau geht in der ostukrainischen Stadt Bachmut entlang beschädigter Gebäude
       
       Metsola fordert mehr Waffen für Ukraine 
       
       EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola fordert zusätzliche finanzielle
       und militärische Unterstützung für die Ukraine gegen den russischen
       Angriffskrieg. „Dieser Krieg muss dringend beendet werden. Und die Ukraine
       muss diesen Krieg gewinnen“, sagte sie den Zeitungen der Funke
       Mediengruppe. Sie sei auf EU-Ebene „stolz auf die Unterstützung, die wir
       der Ukraine seit Beginn dieses ungerechtfertigten Krieges anbieten“.
       Allerdings könne die Union „noch mehr tun“, sie begrüße daher die jüngst
       beschlossenen weiteren Sanktionen gegen Russland. Am Freitag war das neunte
       Sanktionspaket der EU gegen Russland in Kraft getreten, mit dem nach
       Angaben der EU-Kommission fast 200 weitere Institutionen mit Vermögens- und
       Einreisesperren belegt sowie Handelsbeschränkungen und Strafmaßnahmen für
       russische Banken ausgeweitet werden. Metsola forderte zudem ein Verfahren
       wegen in der Ukraine begangener Kriegsverbrechen. Die Verbrechen an
       Ukrainern, für die es „immer mehr Beweise“ gebe sowie die „fortgesetzte
       Zerstörung der zivilen Infrastruktur“ seien „eine grobe Verletzung des
       Völkerrechts“. (afp)
       
       Schoigu inspiziert Front per Hubschrauber 
       
       Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu hat nach Behördenangaben die
       Positionen des russischen Militärs in der Ukraine besucht. „Der Leiter der
       russischen Militärbehörde hat die Stationierungsräume der Streitkräfte
       abgeflogen und die Frontstellungen der russischen Einheiten im Gebiet der
       speziellen Militäroperation besichtigt“, teilte das
       Verteidigungsministerium am Sonntag auf seinem Telegram-Kanal mit.
       Unterlegt ist der Text mit einem Video, das Schoigu im Hubschrauber zeigt.
       Er habe sich die Berichte der Kommandeure angehört und mit einfachen
       Soldaten gesprochen habe. Beim Besuch sei es vor allem um die Versorgung
       der Streitkräfte gegangen. Nach der von Kremlchef Wladimir Putin im
       September befohlenen Teilmobilmachung hatten zahlreiche Rekruten darüber
       geklagt, nur unzureichend ausgerüstet und ausgebildet in Russlands
       Angriffskrieg gegen die Ukraine geschickt worden zu sein. Schoigu hatte
       schon im Sommer die Front inspiziert. Im November wurde er dann immerhin
       noch einmal im Kommandostab der für den Ukraine-Krieg zuständigen Einheiten
       gesichtet. Putin hingegen war seit Beginn des Kriegs nicht an der Front –
       im Gegensatz zu seinem ukrainischen Widersacher Wolodimir Selenski, der
       mehrfach in unmittelbarer Frontnähe auftauchte, um mit den Soldaten zu
       sprechen.(dpa)
       
       ## Selenski: „Reparaturarbeiten gehen weiter“
       
       Nach den schwersten russischen Raketenangriffen seit Wochen arbeitet die
       Ukraine bei Regen und Kälte weiter an der Wiederherstellung der Strom- und
       Wasserversorgung. Für fast sechs Millionen Menschen sei nach den Attacken
       gegen die Energieinfrastruktur die Stromversorgung wiederhergestellt, sagte
       der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski am Samstag in seiner in Kyjiw
       allabendlich verbreiteten Videobotschaft. „Die Reparaturarbeiten gehen
       weiter“, sagte Selenski mit Blick auf den „Terrorangriff“ vom Freitag.
       
       Er forderte die internationale Gemeinschaft angesichts der schweren Schäden
       auf, der Ukraine die Mittel für den Schutz ihres Luftraums zu geben.
       Selenski hofft etwa auf die [1][US-Patriot-Flugabwehrsysteme]. So sollen
       Schäden an der Infrastruktur künftig verhindert werden. Laut Selenski sind
       noch immer Millionen Menschen von Stromausfällen und anderen
       Einschränkungen betroffen. Am schwierigsten ist die Situation in der Stadt
       Kyjiw und in der Region, aber auch in Winnyzja und Umgebung und in Lwiw
       (Lemberg). Auch in anderen Regionen wie in Odessa, Poltawa und
       Dnipropetrowsk gebe es weiterhin Stromausfälle.
       
       Die Ukraine hatte am Freitag von mehr als 70 Raketenangriffen gesprochen,
       von denen die meisten durch die Flugabwehr abgefangen worden seien. Durch
       die Treffer und Schäden fiel erneut in vielen Regionen die Strom- und
       Wasserversorgung aus. Unter anderem in der Hauptstadt Kyjiw und in der
       Region Charkiw berichteten die Behörden von Fortschritten bei der
       Wiederherstellung der Versorgung. Im Kyjiwer Gebiet hieß es, noch 50
       Prozent der Haushalte hätten keinen Strom. (dpa)
       
       ## Baerbock: Keine Hoffnung auf baldige Waffenruhe
       
       Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat keine Hoffnung auf eine
       baldige Waffenruhe in der Ukraine. „Niemand außer (Wladimir) Putin hat
       diesen Krieg begonnen, und wenn Putin es will, dann ist der Krieg morgen
       vorbei“, sagte sie der Bild am Sonntag. Der russische Präsident müsse
       seinen Soldaten nur den Befehl zum Abzug geben. „Aber leider gibt es dazu
       alles andere als ehrliche Anzeichen.“ Sie wandte sich auch gegen eine
       Waffenruhe zu russischen Konditionen: Eine solche würde den „Schrecken“ für
       die Menschen in der Ukraine nicht beenden, „im Gegenteil“. (dpa)
       
       ## Nobelpreisträgerin: Tribunal kann Leben retten
       
       Die Einrichtung eines Tribunals für russische Kriegsverbrechen kann nach
       Einschätzung der ukrainischen Friedensnobelpreisträgerin Olexandra
       Matwijtschuk bereits kurzfristig Einfluss auf das Vorgehen der russischen
       Armee in ihrem Land haben. „Schon wenn wir die ersten Schritte zu einem
       internationalen Tribunal gehen, sendet das ein Signal an die Täter, dass
       sie zur Rechenschaft gezogen werden“, sagte die Juristin dem Tagesspiegel.
       „Das kann möglicherweise Leben retten.“ Gemeinsam mit Partnern und Zeugen
       habe man 27 000 Fälle von Kriegsverbrechen dokumentiert. „Das ist nur die
       Spitze des Eisbergs. Staatschef Selenski hatte schon im September vor der
       UN-Vollversammlung für ein Sondertribunal geworben. Matwijtschuk hatte für
       das von ihr geleitete „Zentrum für bürgerliche Freiheiten“ den
       Friedensnobelpreis entgegengenommen. (dpa)
       
       ## Wladimir Klitschko bei „Ein Herz für Kinder“ ausgezeichnet
       
       Wladimir Klitschko – Bruder von Kyjiws Bürgermeister Vitali Klitschko –
       wurde bei der Spendengala „Ein Herz für Kinder“ ausgezeichnet. Er nahm am
       Samstagabend in Berlin das Goldene Herz entgegen, stellvertretend für alle
       Helferinnen und Helfer der vom Krieg betroffenen Kinder in der Ukraine.
       EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) erinnerte in ihrer
       Laudatio an die Menschen in dem Land. Unschuldige Kinder, Frauen und Männer
       seien seit zehn Monaten gefangen im Alptraum eines brutalen russischen
       Angriffskrieges. „Hunderte Kinder sind bereits in diesem Krieg gestorben.
       Millionen erfahren täglich Ängste, die kein Kind durchleben sollte.“
       Manchmal fielen die russischen Bomben auch auf Spielplätze und
       Geburtskliniken. (dpa)
       
       18 Dec 2022
       
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