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       # taz.de -- Gebote für Erneuerbare: Ausschreibung verbessert
       
       > Die Bundesnetzagentur hebt die Höchstwerte für die Förderung von Wind-
       > und Solaranlagen an. Bau und Betrieb sollen so wieder attraktiver werden.
       
   IMG Bild: Eine gute Nachricht für den Ausbau der Windkraft: die Förderung wird an die Inflation angepasst
       
       Berlin taz | Wenn Energieunternehmen staatliche Förderung für Windräder an
       Land erhalten wollen, müssen sie an Ausschreibungen der Bundesnetzagentur
       (BNetzA) teilnehmen und Gebote abgeben. Für die neue Ausschreibungsrunde
       hat die BNetzA nun die Höchstwerte für diese Gebote an die Inflation
       angepasst und von bisher 5,88 auf 7,35 Cent pro Kilowattstunde angehoben.
       Das entspricht der maximal möglichen Erhöhung um 25 Prozent. Für
       Solaranlagen auf Dächern wurde die Preisgrenze auf 11,25 Cent pro
       Kilowattstunde erhöht.
       
       „Die Anhebung der Gebotshöchstwerte ist eine gute Nachricht [1][für den
       Erneuerbaren-Ausbau]“, sagt Kerstin Andreae, Hauptgeschäftsführerin im
       Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft. Zuletzt waren die Kosten
       für den Bau und Betrieb der Anlagen stark gestiegen – vor allem infolge des
       russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine.
       
       Die bisherigen Höchstwerte waren laut Windenergiebranche so niedrig
       angesetzt, dass sich Gebote für die Energieunternehmen [2][angesichts der
       hohen Kosten nicht rentierten]. Im Jahr 2022 wollte die BNetzA Windräder an
       Land mit einer Kapazität von insgesamt rund 4.600 Megawatt fördern –
       tatsächlich bezuschlagt wurden jedoch nur etwa 3.225 Megawatt.
       
       Mit den neu festgelegten Höchstwerten habe die Bundesnetzagentur auf die
       gestiegenen Kosten und die niedrige Zahl der Gebote reagiert, erklärt
       BNetzA-Präsident Klaus Müller. „Ich hoffe, dass damit die deutlich
       zurückgegangenen Gebotszahlen wieder ansteigen und sich erneut Wettbewerb
       entwickeln kann.“
       
       ## Fast sechs Windräder pro Tag nötig
       
       Laut einer vom [3][Handelsblatt angestoßenen Recherche] des
       Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität Köln müssten zwischen
       2023 und 2029 täglich 5,8 Windräder mit einer durchschnittlichen Leistung
       von je 4,2 Megawatt hinzukommen, wenn die Bundesregierung ihr Windkraftziel
       von 115 Gigawatt bis 2030 erreichen will.
       
       Noch wichtiger als die Anpassung der Höchstwerte ist für Andreae daher,
       dass die Bundesländer verbindlich [4][Flächen für die Windenergie an Land]
       zur Verfügung stellen – eine Festlegung dieser Flächen müsse deutlich
       früher kommen als wie bisher geplant bis Ende 2032.
       
       28 Dec 2022
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] /Bericht-der-Energieagentur-IEA/!5901738
   DIR [2] /Treibhausgas-Emissionen/!5904231
   DIR [3] https://www.handelsblatt.com/unternehmen/energie/erneuerbare-energien-stromluecke-droht-deutschland-muss-ab-sofort-bis-2029-taeglich-sechs-neue-windraeder-errichten/28881822.html
   DIR [4] /Deutsche-Vorschriften-fuer-Windenergie/!5901969
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Nanja Boenisch
       
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