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       # taz.de -- Rückblick aufs Sportjahr 2022: Krass gut und krass daneben
       
       > Von Lionel Messi, Urs Fischer bis Boris Becker: Die
       > Leibesübungen-Redaktion der taz schaut zurück auf ein spezielles
       > Sportjahr 2022.
       
   IMG Bild: Meister der Effizienz: Christian Streich (l.) vom SC Freiburg und Urs Fischer von Union Berlin
       
       Alina Schwermer, Mitarbeiterin und Kolumnistin „Erste“: Gewinner dreifach
       M: Marokko, Mbappé, [1][Messi]. Verlierer mal wieder der DFB. Versuchte, es
       besser zu machen (Menschenrechte und so), und schaffte es irgendwie,
       Progressive und Konservative gleichzeitig zu verprellen.
       
       Volkan Ağar, helfender Redakteurskollege und Freund der Leibesübungen:
       Gewonnen [2][haben die Fußballfans], die kreativ und beharrlich die
       WM-Boykott-Bewegung in die Stadien getragen haben. Und Verlierer:in? Der
       DFB. Weil zu Recht bestaft wird, wer Moral zu Marketingzwecken missbraucht.
       Folgerichtig war das frühe WM-Aus. Wir dürfen gespannt sein auf die
       genialen Ideen des nun einberufenen Expertenrats.
       
       Bernd Müllender, Kolumnist „Eingelocht“: Der Verlierer stand schon lange
       vorher fest: die Weltmeister von Katar, wer immer es geworden ist.
       
       Martin Krauss, Mitarbeiter und Kolumnist „Über Ball und die Welt“:
       Christian Streich und Urs Fischer. Vor beider Arbeit habe ich größten
       Respekt. [3][Beim Verlierer muss ich mich leider für Boris Becker
       entscheiden.]
       
       Andreas Rüttenauer, Redakteur und Kolumnist „Kulturbeutel“: Natürlich ist
       die Fifa die Gewinnerin des Jahres. 7,5 Milliarden US-Dollar hat sie im
       Vier-Jahres-Zyklus bis zur Katar-WM eingesackt. Glückwunsch! Und auch im
       Duell der moralischen Bankrotteure hat sie das IOC in diesem Jahr hinter
       sich gelassen. Größter Verlierer? Russland. Putins Reich ist als
       Sportnation erst mal raus.
       
       René Hamann, freier Mitarbeiter und Freund der Leibesübungen: Novak Đoković
       vereint beides: Erst saß er selbstverschuldet und störrisch [4][im
       australischen Abschiebeknast fest], weil er sich nicht impfen lassen
       wollte. Dann gewann er ein halbes Jahr später Wimbledon, als Corona langsam
       an Form verlor. Mal sehen, wie er sich im Januar in Melbourne schlägt.
       
       Frédéric Valin, Kolumnist „Helden der Bewegung“: Hans Niemann wird des
       Betrugs verdächtigt, verklagt die halbe Schachwelt und muss dann
       feststellen, dass das von ihm angerufene Gericht gar nicht zuständig ist.
       Outstanding move!
       
       Elke Wittich, Kolumnistin „Erste“: 2022 sollte es nur um die Verlierer
       gehen, finde ich. Und damit vor allem um die Fifa, die die WM-Teilnahme des
       Irans nicht unterband. Zu den vielen jungen Oppositionellen, die bereits
       zum Tode verurteilt wurden, gehört nun auch der ehemalige Profi Amir
       Nasr-Azadani. Gleichzeitig wurde geduldet, dass Fans in Katar auf die
       Fußballfragen eines israelischen Reporters mit derart viel Hass auf Israel
       antworteten, dass er das Interview abbrechen musste.
       
       Johannes Kopp, Redakteur: Der Fußball der Frauen hat immens an Ansehen
       gewonnen. Hertha-Investor Lars Windhorst hat absurd viel Geld und Ansehen
       verloren. Zumindest das sollte man einmal anerkennen.
       
       Markus Völker, Redakteur und Kolumnist von „Oympyada-yada-yada“: Boris
       Becker. Darf endlich und wohlverdient ungefilterte Luft atmen. Da mögen
       seine Landsleute noch so sehr keifen: Dieses Comeback in der Freiheit hatte
       Format.
       
       28 Dec 2022
       
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