# taz.de -- Hamburger Senat kauft CO2-Ausgleich: Nur Kosmetik
> Der rot-grüne Hamburger Senat hat Emissionzertifikate gekauft. Damit will
> er seinen Klimaplan einhalten. Strukturell ändert das nur begrenzt etwas.
IMG Bild: Keine strukturelle Veränderung: CO2-Kompensation von Flugreisen
Der rot-grüne [1][Hamburger Senat hat bei der Umsetzung seines Klimaplans
gemogelt]. Der Plan, der auf dem Hamburgischen Klimaschutzgesetz fußt,
dient dazu, die klimaschädlichen Emissionen Hamburgs dauerhaft zu senken.
Mit Investitionen in Afrika ist das möglich, mit Kompensationen für
Flugreisen allerdings nicht.
Die Investition in Nigeria basiert auf einem [2][Mechanismus, der auf der
Klimakonferenz von Kyoto eingeführt worden ist]. Dahinter steckt das
Prinzip, das Geld für den Klimaschutz möglichst effizient einzusetzen.
Statt im eigenen Betrieb oder im eigenen Land mit maximalem Aufwand das
letzte CO2-Molekül einzusparen, tut man es dort, wo mit wenig Aufwand viel
zu bewirken ist.
Gerade auf der Ebene einer politischen Körperschaft wie des Stadtstaates
Hamburg kann das aber nur eine Ergänzung sein. Denn dort geht es nicht in
erster Linie darum, Fördergeld zu verteilen, sondern politische
Entscheidungen im Sinne des Klimaschutzes zu treffen.
Das hieße, [3][sich beim Flächenverbrauch an die eigenen Vorgaben zu
halten] und ihn tatsächlich auf null herunterzufahren – also etwa keine
besonders viel CO2-speichernden Moore mehr plattzumachen und keine neue
Autobahn mehr zu bauen.
Nicht nachhaltig und damit eine Mogelpackung ist die [4][Kompensation der
Flugreisen über Atmosfair]. Die gleicht zwar den Effekt einer einzelnen
Reise aus. Anders als mit den Öfen für Nigeria hat der Senat damit aber
strukturell nichts verändert.
Die Öfen sparen jedes Jahr CO2, solange sie funktionieren – die
Flug-Kompensation wirkt aber nur, falls der Senat immer wieder neu
investiert. Es ist ein reines Versprechen auf die Zukunft, das aber
jederzeit wieder kassiert werden kann.
16 Dec 2022
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DIR [4] https://www.atmosfair.de/de/kompensieren/flug/
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