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       # taz.de -- Senat diskutiert über Volksentscheid: Einigung – aber noch kein Termin
       
       > SPD und Linkspartei im Senat halten Abstimmung des Klima-Volksentscheids
       > parallel zur Wahl nicht für möglich. Grüne erwirken Aufschub für
       > Initiative.
       
   IMG Bild: Der Streit über den Termin des Klima-Volksentscheids geht in eine weitere Woche
       
       Berlin taz | Die Terminfrage beim Volksentscheid „Berlin klimaneutral 2030“
       ist im rot-grün-roten Senat weiter offen. Offiziell jedenfalls. Denn der
       nötige Beschluss dazu ist auf Wunsch der grünen Senatsmitglieder um eine
       weitere Woche verschoben. Für Regierungschefin Franziska Giffey (SPD)
       allerdings ist die Sache klar: „Es gibt Einigkeit darüber, dass es aller
       Wahrscheinlichkeit nach nicht möglich sein wird, den Volksentscheid am 12.
       Februar stattfinden zu lassen.“ An jenem Februar-Termin steht [1][die
       Wiederholungswahl zum Abgeordnetenhaus] an. Dem pflichtete
       Vize-Regierungschef Klaus Lederer (Linkspartei) bei: „Ich habe mich davon
       überzeugen können, dass es nicht möglich ist, die Termine zusammenzulegen.“
       
       Der Senat hatte zuvor in Brüssel getagt, anlässlich von 30 Jahren
       Städtepartnerschaft. Lederer erinnerte bei einer [2][Pressekonferenz via
       Livestream] daran, wie er als Abgeordneter vor über zehn Jahren für mehr
       direkte Demokratie gekämpft und sich nun auch geärgert habe, dass
       Vorbereitungen für die Abstimmung unterblieben seien. Jetzt aber geht es
       aus seiner Sicht darum, was aktuell machbar ist. Und da habe er sich durch
       Gespräche mit der Landeswahlleitung und den Bezirken überzeugen lassen,
       dass eine Zusammenlegung von Wahl und Volksentscheid nicht möglich ist.
       
       Offiziell beschlossen ist hingegen, dass der Senat es ablehnt, den
       Volksentscheid zu unterstützen. Die geforderte Klimaneutralität sei nicht
       bis 2030 zu erreichen – man könne „kein Gesetz verabschieden, von dem wir
       nicht glauben, dass wir es umsetzen können“, sagte Umweltsenatorin Bettina
       Jarasch (Grüne). Diese Haltung wird als Position des Senats in den
       Informationen zum Volksentscheid verschickt.
       
       Die [3][hinter dem Volksbegehren stehende Initiative] hatte dem Senat
       Vorschläge gemacht, wie doch noch rechtzeitig Stimmzettel für eine
       Abstimmung am 12. Februar zur Verfügung stehen könnten. Landeswahlleiter
       Stephan Bröchler hatte vorige Woche vor Journalisten von einer Druckerei
       berichtet, dass diese Zettel erst Mitte Januar geliefert werden könnten –
       nicht aber, wie rechtlich nötig, am 2. Januar.
       
       ## „Sehr ernsthafte Antwort“ an Initiative
       
       Regierungschefin Giffey reagierte auf diese Vorschläge mit dem Verweis
       darauf, dass noch anderes für die Entscheidung wichtig sei: „Das hat nicht
       allein mit der Verfügbarkeit von Papier zu tun.“ Aus ihrer Sicht muss das
       Abgeordnetenhaus, das regulär am 15. Dezember letztmals in diesem Jahr
       tagt, genau wie der Senat ausreichend Zeit für eine Stellungnahme zum
       Volksbegehren haben.
       
       Giffey erinnerte an die Warnungen Bröchlers, dass ein reibungsloser Ablauf
       der Wahl am 12. Februar bei einer parallelen Abstimmung erheblich gefährdet
       sei. „Die Verantwortung dafür, das einfach wegzuwischen, die kann man nicht
       übernehmen“, sagte sie. Jarasch verteidigte die Verschiebung des
       Terminbeschlusses mit Respekt gegenüber der Klimaschutz-Initiative. Die
       sollen auf ihre Vorschläge eine „sehr ernsthafte Antwort“ bekommen. Auch
       ein Treffen mit Innensenatorin Iris Spranger (SPD) soll es geben.
       
       Die Initiative reagierte positiv auf die Verschiebung. „Die Innensenatorin
       hat heute ein politisches Desaster abgewendet, indem sie auf einen
       Beschluss für zwei getrennte Termine verzichtet hat“, sagte ihre Sprecherin
       Jessamine Davis. Von ihrem Co-Sprecher Stephan Zimmer hieß es: „Die heutige
       Senatsentscheidung wirkt für uns so, dass es sich hier um eine politische
       Entscheidung handelt: für oder gegen den Respekt vor der direkten
       Demokratie.“
       
       6 Dec 2022
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] https://www.berlin.de/gerichte/sonstige-gerichte/verfassungsgerichtshof/pressemitteilungen/2022/pressemitteilung.1265423.php
   DIR [2] https://www.youtube.com/watch?v=OmEuA8e0Khc
   DIR [3] https://www.berlin2030.org/hintergrund/
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Stefan Alberti
       
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