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       # taz.de -- Bekenntnisse zur EU auf dem Balkangipfel: Serbien muss sich entscheiden
       
       > Die EU muss beim Balkangipfel gegenüber Serbien ihre Werte Demokratie,
       > Rechtsstaatlichkeit und Toleranz deutlich machen.
       
   IMG Bild: Serbiens Präsident (vorne) und Albaniens Premierminister in Tirana am 6. Dezember
       
       Immerhin, seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine hat sich die EU in
       Bezug auf den Westbalkan etwas bewegt. Die Region wird jetzt aus
       geostrategischen Gründen ernster genommen, als dies in den vergangenen
       Jahrzehnten der Fall war. In Brüssel und auch Berlin hat man endlich
       erkannt, dass nicht nur Russland versucht, seinen Einfluss auf die Region
       wirtschaftlich, militärisch und politisch auszudehnen. Auch China und die
       Türkei mischen dort kräftig mit.
       
       Ziel aller dieser Mächte ist es, mittels ihres Einflusses zu versuchen, die
       Europäische Union tendenziell zu destabilisieren. Vor allem Serbien hat
       sich zum Einfallstor russischer Politik entwickelt, aber auch andere
       autokratische Systeme und Bewegungen wie die serbischen Nationalisten in
       Bosnien und Herzegowina oder in Montenegro unterstützen diese Politik.
       
       Allein die [1][Flüchtlingspolitik Serbiens] zeigt dies: Mit der serbischen
       Visumsfreiheit ist es genauso vielen Menschen wie im Jahr 2016 möglich,
       nach Europa zu gelangen. Weiterhin versucht Serbien, die [2][Nachbarstaaten
       Bosnien und Herzegowina, Montenegro und Kosovo] in ihrer Entwicklung zu
       behindern. Die unflätigen Angriffe des serbischen Ministerpräsidenten
       Alexandar Vučić auf seinen kosovarischen Kollegen Albin Kurti zeugen von
       tiefsitzendem Hass statt Verständigungsbereitschaft.
       
       Ursula von der Leyen hat recht, wenn sie fordert, Serbien müsse sich
       entscheiden: für Europa und gegen Putin. Es geht dabei ja auch um Werte wie
       Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Toleranz. Der Tanz zwischen Putin und
       der EU kann nicht funktionieren.
       
       Doch auch die EU schwankt oftmals bedenklich, sie ist nicht konsequent.
       Nicht nur [3][die rechtskonservativen Kräfte in der EU] versuchen, das
       autokratische Serbien im Verbund der Beitrittsländer zu halten. Staaten wie
       Ungarn gehen immer noch davon aus, Serbien sei ein rechtskonservativer
       Bündnispartner und stabilisierender Faktor auf dem Balkan.
       
       Diese absurde Position muss jetzt von der Mehrheit der EU auf dem
       Balkangipfel zurückgewiesen werden.
       
       7 Dec 2022
       
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       ## AUTOREN
       
   DIR Erich Rathfelder
       
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