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       # taz.de -- Wirkung des Ölpreisdeckels: Besser, er bleibt Symbolpolitik
       
       > Russisches Öl wird dringend gebraucht, zumal der Westen seinen Verbrauch
       > nicht reduziert. Der nun eingeführte Preisdeckel verkennt zudem die Macht
       > der Russen.
       
   IMG Bild: Pump it up! Solange der Westen seinen Öldurst nicht zügelt, wird Russland weiter exportieren
       
       Es ist banal: Die Welt kann auf russisches Öl nicht verzichten, denn es
       deckt etwa 11 Prozent der globalen Nachfrage ab. Diese Macht des Faktischen
       ist stärker als jeder Versuch von G7 und EU, die milliardenschweren
       Energieeinnahmen der Russen zu reduzieren. Der Westen wird mit seinen
       Strafaktionen scheitern.
       
       Ab diesem Montag greift [1][das Ölembargo der EU], die fortan kein
       russisches Öl mehr auf dem Seeweg importiert. Gleichzeitig werden die USA,
       die EU und Australien [2][einen Preisdeckel einführen]: Russisches Öl soll
       weltweit nur noch maximal 60 Dollar pro Barrel kosten. Als Hebel sollen
       dabei die Versicherungen dienen, die jedes Schiff benötigt und die vor
       allem im Westen ausgestellt werden.
       
       Um beim Ölembargo anzufangen: Es muss schon deswegen scheitern, weil die EU
       nicht bereit ist, Öl einzusparen. Deutschland ist ein besonders trauriges
       Beispiel, denn bekanntlich ist es nicht einmal gelungen, ein Tempolimit auf
       den Autobahnen durchzusetzen. Die „freie Fahrt für freie Bürger“ muss
       bleiben, findet die FDP.
       
       Die Konsequenz dieser Inkonsequenz ist klar: Da die EU ihren Öldurst nicht
       beschränkt, muss sie auf den Weltmarkt drängen, sodass dort die Preise
       steigen. Die ärmeren Länder hätten das Nachsehen – wenn sie sich nicht auf
       Umwegen das russische Öl besorgen würden. Was in großem Stil passiert.
       
       Der Westen weiß natürlich auch, [3][dass das russische Öl dringend benötigt
       wird] – weswegen nun zusätzlich [4][die Preisbremse] gelten soll. Der Kreml
       darf sein „schwarzes Gold“ ruhig exportieren, soll dabei aber möglichst
       wenig Gewinn machen.
       
       Diese Idee verkennt die Macht der Russen. Sie können jederzeit beschließen,
       ihr Öl gar nicht mehr zu liefern, was sofort zu enormen Preissprüngen auf
       den Energiemärkten führen würde. So bizarr es ist: Der Westen muss hoffen,
       dass seine Preisbremse reine Symbolpolitik bleibt und sich viele
       Schlupflöcher finden. Sonst wird das Öl [5][richtig teuer]. Der Westen kann
       sich das vielleicht leisten – der Globale Süden nicht.
       
       5 Dec 2022
       
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