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       # taz.de -- 10.000 neue Plätze für Flüchtlinge: Senat sucht weitere Unterkünfte
       
       > Flüchtlinge sollen an zwei oder drei Orten in Berlin in Leichtbauhallen
       > oder Zelten untergebracht werden.
       
   IMG Bild: Sozialsenatorin Katja Kipping (Linkspartei) würde gerne ohne Zeltunterkünfte auskommen
       
       Berlin taz | An zwei bis drei Standorten in Berlin soll es die schon
       vergangene Woche diskutierte Flüchtlingsunterbringung in Leichtbauhallen
       und Zelten geben. Das war am Dienstag nach der Senatssitzung von
       Sozialsenatorin Katja Kipping (Linkspartei) zu hören. Weitere Plätze will
       der Senat in Hotels finden, im laufenden Betrieb genauso wie in derzeit
       geschlossenen Häusern. Am Mittwoch bereits sollen 100 Flüchtlinge in ein
       Hotel in Charlottenburg-Wilmersdorf ziehen. Insgesamt braucht Berlin laut
       Kipping bis Jahresende 10.000 neue Unterkunftsplätze.
       
       Die vorige Woche bekannt gewordenen Überlegungen von Kippings
       Sozialverwaltung, wenn nötig auch auf Zelte zurückzugreifen, hatten Protest
       beim Flüchtlingsrat und beim [1][Netzwerk Berlin hilft] ausgelöst. „Bei der
       Wahl zwischen Pest und Cholera wären wohl sogar Turnhallen besser geeignet,
       denn die sind wenigstens innerstädtisch und nicht auf freiem Feld in
       Tegel“, kritisiert ein Vertreter von Berlin hilft. Turnhallen will der
       Senat aber auf keinen Fall nutzen.
       
       Kipping verwies erneut darauf, dass es sich nicht um Zeltstädte wie im
       berüchtigten griechischen Flüchtlingslager Moria handeln soll. Die Zelte
       würden alle geheizt, hätten einen festen Boden und integrierte
       Sanitäranlagen. Sie sollen nur eingesetzt werden, wenn nicht genug
       Leichtbauhallen verfügbar sind, was Kipping nicht ausschloss. Die Aufträge
       dafür gingen der Senatorin zufolge jetzt raus.
       
       An der Auswahl der Standorte und der Organisation der Unterkünfte ist auch
       [2][erneut Albrecht Broemme beteiligt], Ex-Präsident des Technischen
       Hilfswerks. „Er berät uns weiter“, sagte Kipping. Broemme war bereits
       zuständig für den Aufbau eines Corona-Notkrankenhauses und koordinierte
       Auswahl und Aufbau der Impfzentren.
       
       Offen ist noch, ob die derzeit 1.900 Flüchtlingen Platz bietenden Terminals
       A und B des Ex-Flughafens Tegel über das Jahresende hinaus Unterkünfte
       bleiben. Eine längere Nutzung ist laut Kipping im Senat noch nicht
       beschlossen.
       
       15 Nov 2022
       
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   DIR Stefan Alberti
       
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