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       # taz.de -- Katar bestellt deutschen Botschafter ein: Faeser hatte die WM kritisert
       
       > In einem Interview hat Nancy Faeser gesagt, die WM wäre besser nicht an
       > Katar vergeben worden. Nun wurde der deutsche Botschafter einbestellt.
       
   IMG Bild: Nach der Kritik von Nancy Faeser hat Katars Außenministerium den deutschen Botschafter einbestellt
       
       Doha/Berlin reuters/dpa | Katars Außenministerium hat am Freitag den
       deutschen Botschafter einbestellt und ihm eine Protestnote zu den
       Äußerungen von Innenministerin Nancy Faeser über die [1][Fußball-WM 2022]
       in seinem Land übergeben. Die Ministerin hatte zuvor in einem ARD-Interview
       die Menschenrechtslage in Katar und die Vergabe der Weltmeisterschaft an
       das Land kritisiert. Im Auswärtigen Amt wurde die Einbestellung auf Anfrage
       bestätigt.
       
       Ab dem 20. November findet in dem Golf-Staat die Weltmeisterschaft statt,
       die sowohl wegen des Termins Ende des Jahres als auch wegen
       Menschenrechtsvorwürfen gegen das Land umstritten ist. Beim Bau der Stadien
       starben zahlreiche Arbeiter.
       
       Laut einer im Februar 2021 erschienenen Recherchen des Guardian starben
       seit 2011 mindestens 6.750 Arbeitsmigranten. Die Rechercheergebnisse
       umfasste nicht alle Herkunftsländer.
       
       Kanzler Olaf Scholz hatte bei seinem Besuch in Katar von Fortschritten bei
       der Behandlungen der Beschäftigten gesprochen, auch wenn die Zustände in
       Katar nicht den deutschen entsprächen.
       
       ## Kritik im ARD-Interview
       
       Am 31. Oktober will [2][Faeser zusammen mit der Menschenrechtsbeauftragten
       der Bundesregierung], Luise Amtsberg, den sportpolitischen Sprechern der
       Bundestagsfraktionen sowie einer DFB-Delegation um Präsident Bernd
       Neuendorf nach Katar reisen. Sie will sich nach Angaben des
       Innenministeriums mit Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft,
       sowie Innenminister Scheich al-Thani treffen.
       
       Am Donnerstag hatte sie in der ARD gesagt auf die Frage der Vergabe der
       Weltmeisterschaft an Katar gesagt: „Es gibt Kriterien, an die sich gehalten
       werden muss und dann wäre es besser, dass das nicht in solche Staaten
       vergeben wird.“ Als Kriterien benannte sie die Einhaltung von
       Menschenrechten und Nachhaltigkeitsprinzipien.
       
       In Katar wolle Feaser die Meinung der Zivilgesellschaft hören, ob
       Fortschritte erzielt worden seien und von ihrer Reise auch abhängig machen,
       ob sie sich Spiele der vom 20. November bis 18. Dezember dauernden WM
       anschaut. „Ehrlich gesagt hat man natürlich [3][mehr Lust auf
       Fußball-Weltmeisterschaft], wenn sie im Sommer stattfindet und zu
       Abendzeiten“, sagte sie.
       
       Der WM-Gastgeber steht regelmäßig wegen Menschenrechtsverstößen in der
       Kritik. Der Emir von Katar, Tamim Bin Hamad Al Thani, hatte in dieser Woche
       beklagt, das Land sehe sich einer beispiellosen Kampagne ausgesetzt, die
       noch kein Gastgeberland jemals erlebt habe.
       
       28 Oct 2022
       
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