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       # taz.de -- Bundeskanzler bei der acatech: Magier der Wissenschaft
       
       > Mit Magie und Voodoo wollen Wissenschaftler in der Regel nichts zu tun
       > haben. Bundeskanzler Scholz wünscht sich dennoch etwas Zauberkunst.
       
   IMG Bild: Olaf Scholz nach seiner Rede vor der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften am 18. Oktober
       
       Berlin taz | „Jede hinreichend fortschrittliche Technologie ist von Magie
       nicht zu unterscheiden“, war die Ansicht des englischen Physikers und
       [1][Science-Fiction-Autors Arthur C. Clarke] („2001: Odyssee im Weltraum“).
       Bundeskanzler Olaf Scholz überraschte am Dienstag die Festversammlung der
       [2][Technik-Akademie „acatech“] in Berlin, als er diesen Satz seiner
       Grundsatzrede voranstellte. Die seit 20 Jahren bestehende ranghöchste
       Vereinigung des deutschen Ingenieurwissens ist schließlich auf nüchterne
       Rationalität und Faktizität gepolt; mit Magie und Voodoo wollen die
       Techniker nichts zu tun haben.
       
       „Zauberkunst brauchen wir in diesen Krisenzeiten mehr denn je“, ging der
       Regierungsschef dann noch weiter, um im nächsten Satz auf den [3][Krieg in
       der Ukraine] zu kommen. Bei Russlands Krieg gehe es „auch um metaphysische
       Grenzen, um unsere Regeln der Zusammenarbeit und des Zusammenhalts, unsere
       Werte und unseren Wohlstand“, so Kanzler Scholz zur Definition von
       [4][„Zeitenwende“.]
       
       Dann aber kam er auf die technologischen Hardfacts zu sprechen. Zwei
       Hauptaufgaben hätten die Techniker in Deutschlands zu schultern: die
       Verbesserung der technologischen Souveränität und den energiepolitischen
       Umstieg auf die [5][„Wasserstoff-Republik“.] Zur Souveränität gehöre die
       Verfügungsmacht über die eigenen Daten, wie sie etwa im Bereich der
       Mobilität anfallen.
       
       Es sei zu begrüßen, wenn acatech am weiteren Ausbau des „Mobility Data
       Space“ führend mitwirke, das eines der Leuchtturmprojekte auf der
       europäischen Datenplattform „GAIA-X“ darstelle. „Ein Stück Magie made by
       acatech“, befand der Kanzler, seine Leitsentenz ständig variierend. Der
       Präsident einer anderen Wissenschaftsorganisation meinte später: „Scholz
       hat einen guten Redenschreiber“.
       
       ## Ein schneller Hochlauf
       
       Er hoffe, so der Kanzler weiter, dass acactech mit dem geplanten „Datenraum
       Kultur“ und einem weiteren „Datenraum Gesundheit“ ähnlich erfolgreich sein
       werde. Der schnelle Hochlauf „grüner“ Wasserstofftechnologien bestimme das
       Gelingen der Energiewende und die Transformation der Wirtschaft [6][hin zur
       Klimaneutralität.]
       
       „Wir brauchen einen Elektrolyse-Boom in Europa“, sagte Scholz. Die Mittel
       für nötige Infrastruktur stünden mit Programmen wie „Next Generation EU“
       oder „IPCEI Wasserstoff“ bereit. „Der Schlüssel zur großindustriellen
       Anwendung von Wasserstoff aber sind Forschung und Erfindergeist“, so
       Scholz. Auch hier leiste acatech wichtige Beiträge, etwa mit seiner
       Plattform „Energiesysteme der Zukunft“.
       
       Der „acatech“-Akademie gehören rund 600 Mitglieder aus den Ingenieur- und
       den Naturwissenschaften, der Medizin sowie aus den Geistes- und
       Sozialwissenschaften an. Sie arbeiten in Projekten mit externen Experten
       aus Wissenschaft und Wirtschaft zusammen.
       
       21 Oct 2022
       
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