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       # taz.de -- Bremen entschuldigt sich für Haasenburg: Besser spät als nie
       
       > Auch wenn die Schließung der Haasenburg schon neun Jahre her ist, ist es
       > gut, dass das Land Bremen das Leid der Betroffenen öffentlich anerkennt.
       
   IMG Bild: Schon lange geschlossen – das Kinder- und Jugenheim „Haus Babenberg“ der Haasenburg im Sommer 2013
       
       Haasenburg, was war das noch mal? Neun Jahre nach der Schließung der Heime
       durch das Brandenburgische Jugendministerium [1][beschließt Bremen, das
       Leid der Betroffenen endlich anzuerkennen]. Besser jetzt als nie.
       
       Denn hier hat das Hilfesystem für junge Menschen versagt. Die betroffenen
       Kinder haben in staatlicher Obhut psychische und körperliche Gewalt
       erfahren. Bremen hatte 2012 als erstes Land entschieden, dort niemanden
       mehr hinzuschicken. Dass es sich jetzt offiziell entschuldigt, ist gut.
       
       Zugleich ist es ärgerlich, dass der Prozess zur Rechtmäßigkeit der
       Schließung der Heime in Cottbus nach diesen sagenhaften neun Jahren noch
       immer nicht beendet ist. Gerüchte darum gab es viele. Die Heimfirma hatte
       angeblich so gute Chancen zu gewinnen, dass es das Land Brandenburg teuer
       zu stehen käme.
       
       Doch – oh Wunder – [2][im Eilverfahren vor Gericht verlor die Heimfirma
       schon vor acht Jahren] in erster und zweiter Instanz – also gleich zweimal.
       Und wer die Begründungen dazu liest, wundert sich nicht. Die sind schlicht
       plausibel. Ein Weiterbetrieb der Heime war [3][mit dem Kindeswohl offenbar
       nicht vereinbar]. Und zudem war die Haasenburg Anlass zur Verschärfung des
       Gesetzes, damit es künftig leichter wird, Heime zu schließen.
       
       ## Repressive Heimerziehung ist inakzeptabel
       
       Klar, wir leben in einem Rechtsstaat. Doch während die Strafanzeigen der
       Betroffenen wegen Verjährung längst eingestellt wurden, scheint Zeit auf
       der Seite der Heimbetreiber keine Rolle zu spielen. Durch das offene Ende –
       bei dem es um verwaltungsrechtliche Fragen geht – werden die Betroffenen in
       Unsicherheit gehalten. Ihre Entschädigungsanträge ruhen solange. Es ist
       eigentlich kaum jemandem zuzumuten, so ein Verfahren ohne Beistand
       durchzustehen.
       
       Um so wichtiger ist es, [4][klar zu bekennen, dass repressive Heimerziehung
       inakzeptabel ist]. Die Betroffenen haben nach dem Tod eines ehemaligen
       Mitinsassen öffentlich Gesicht gezeigt und ihre Geschichten erzählt. Es ist
       gut, dass ein Landesparlament dafür Interesse zeigt.
       
       13 Oct 2022
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] /Konsequenzen-aus-den-Heim-Skandalen/!5883786
   DIR [2] /Gerichtsentscheidung-zu-Kinderheimen/!5042119
   DIR [3] /Schliessung-der-Haasenburg-Heime/!5055500
   DIR [4] https://www.ruhe-in-bewegung.de/projekte/haasenburg-kommision/index.htm
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Kaija Kutter
       
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