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       # taz.de -- Uran aus Russland: Auf dem Weg nach Lingen
       
       > Angereichertes Uran aus Russland erreicht die Brennelementefabrik in
       > Lingen. Mitten im Ukrainekrieg halten AktivistInnen das für ein „Unding“.
       
   IMG Bild: Protest von Umweltgruppen gegen Uranlieferungen aus Rußland in Lingen
       
       Berlin taz | Mehrere Lastwagen, die angereichertes Uran aus Russland
       geladen haben, waren am Mittwoch auf dem Weg ins niedersächsische Lingen.
       „Wir rechnen damit, dass die LKW spätestens am frühen Abend in der Stadt
       ankommen“, sagte Matthias Eickhoff vom [1][Aktionsbündnis Münsterland gegen
       Atomanlagen] am Mittag der taz.
       
       Das Uran soll in der [2][Lingener Brennelementfabrik] zu frischen
       AKW-Brennstäben verarbeitet werden. Die Anlage wird von der Firma „Advanced
       Nuclear Fuels“ betrieben, einer Tochter des französischen Atomkonzern
       Framatome, und ist [3][vom deutschen Atomausstieg ausgenommen].
       
       Die Uran-Fracht war am Montag mit dem russischen Schiff „Mikhail Dudin“ im
       französischen Hafen Dunkerque eingetroffen. Dort erfolgte die Verladung auf
       LKW, die am Dienstag den Hafen verließen und nach Angaben von Greenpeace im
       Verlauf des Mittwochvormittag die deutsche Grenze bei Saarbrücken passieren
       sollten.
       
       Von dort sei die Weiterfahrt auf der Autobahn durch Rheinland-Pfalz und
       Nordrhein-Westfalen nach Niedersachsen geplant, hieß es. Ursprünglich
       sollte die „Mikhail Dudin“ bereits am Sonntag in Rotterdam entladen werden,
       doch nach in mehreren Orten angekündigten Protesten änderte das Uranschiff
       kurzfristig sein Ziel.
       
       ## „Mitten im Ukraine-Krieg“
       
       Anti-Atomkraft-Initiativen aus Deutschland, den Niederlanden und Russland
       bekräftigten am Mittwoch ihre Forderung nach sofortigem Abbruch der
       Uranlieferung und einem Ende aller Uran-Deals mit Russland. „Mitten im
       Ukraine-Krieg wieder Urangeschäfte mit dem russischen Atomkonzern Rosatom
       aufzunehmen, ist ein Unding“, sagte Eickhoff.
       
       Rosatom sei unter anderem am Besatzungsregime im umkämpften ukrainischen
       AKW Saporischschja beteiligt und „definitiv kein normaler Handelspartner.
       Dass die Bundesregierung einen solchen Atomdeal für Lingen durchwinkt, ist
       das völlig falsche Signal“.
       
       Rosatom ist bei allen Verarbeitungsschritten von Uran wie Konversion oder
       Anreicherung bei rund einem Viertel des EU-Bedarfs eingebunden. Auch
       betreibt der russische Staatskonzern weltweit Uranminen, unter anderem in
       Kanada und Namibia.
       
       Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) hat im
       vergangenen Jahr mehrere Dutzend Atomtransporte aus Russland nach Lingen
       genehmigt. Für den 1. Oktober rufen zahlreiche Initiativen und
       Umweltorganisationen zu einer Anti-Atom-Demo in Lingen auf. Im Fokus steht
       dabei auch der Protest gegen eine mögliche Laufzeitverlängerung für das AKW
       Emsland unweit der Stadt.
       
       14 Sep 2022
       
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