# taz.de -- Vorwurf der Türkei an Griechenland: Kinder auf Flößen ausgesetzt?
> Die Türkei wirft Griechenland vor, bei einem sogenannten Pushback
> Migranten auf Flößen ausgesetzt zu haben. Griechenland weist die Vorwürfe
> zurück.
IMG Bild: Migranten auf einem Boot der griechischen Küstenwache
Athen/Istanbul dpa | Die griechische Küstenwache hat Behauptungen aus der
Türkei zurückgewiesen, wonach sie Dutzende Migranten auf Flößen im
Mittelmeer ausgesetzt und damit den Tod mehrerer Kinder in Kauf genommen
haben soll. „Die Erklärung der türkischen Küstenwache wird kategorisch
dementiert“, hieß es in einer Stellungnahme vom späten Dienstagabend. Der
Zwischenfall habe vielmehr in türkischen Hoheitsgewässern stattgefunden.
Ihre eigenen Beamten hätten nichts damit zu tun gehabt, betonte die
Zentrale der griechischen Küstenwache.
Die türkische Küstenwache hatte zuvor mitgeteilt, sie habe 73 Migranten im
Mittelmeer gerettet, die von griechischen Behörden [1][illegal
zurückgedrängt] worden seien. Sechs Menschen – darunter zwei Säuglinge und
drei ältere Kinder – seien tot geborgen worden, berichtete der staatliche
Nachrichtensender TRT am Dienstagabend unter Berufung auf die nationale
Küstenwache. Fünf Menschen würden außerdem noch vermisst.
Die Migranten waren der türkischen Darstellung nach mit einem 15 Meter
langen Holzboot vom [2][Libanon] nach Italien unterwegs. Als das Benzin
ausgegangen sei, hätten sie die griechische Küstenwache vor der Insel
Rhodos um Hilfe gebeten. Diese habe die Migranten aber stattdessen auf vier
Rettungsflößen in der Nähe der türkischen Küstengewässer abgesetzt. Der
Vorfall habe sich schon in der Nacht zu Dienstag ereignet.
Griechenland werden immer wieder [3][sogenannte Pushbacks] – also das
illegale Zurückdrängen von Migranten – in die Türkei vorgeworfen. Athen
weist die Anschuldigungen regelmäßig zurück und spricht von sogenannten
„Pushforwards“, mit denen Migranten von türkischen Sicherheitskräften auf
dem Land- oder Seeweg nach Griechenland gedrängt würden, um so in die EU zu
gelangen.
Wer die Überfahrt des Mittelmeers übersteht, ist dennoch oft nicht in
Sicherheit – vor allem Kinder. Laut einem [4][Bericht der Hilfsorganisation
Save the Children] werden geflüchtete Kinder auf der Balkanroute Opfer von
Schlägen, Missbrauch und Ausbeutung. Maßgebliche Ursache dafür sei die von
der EU und den Ländern der Region verfolgte Abschreckungs- und
Abschottungspolitik gegenüber Geflüchteten, kritisiert Save the Children.
14 Sep 2022
## LINKS
DIR [1] https://www.theguardian.com/global-development/2022/feb/17/its-an-atrocity-against-humankind-greek-pushback-blamed-for-double-drowning
DIR [2] /Weizenlieferungen-in-den-Libanon/!5873740
DIR [3] /Flucht-nach-Europa/!5861114
DIR [4] https://www.savethechildren.de/fileadmin/user_upl%20oad/Downloads_Dokumente/Berichte_Studien/2022/embargoed/save-the-children-wherever-we-go-someone-doe%20s-us-harm-report-092022.pdf
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