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       # taz.de -- Woche der seelischen Gesundheit: Kinder brauchen bessere Hilfe
       
       > Mehr Gruppentherapien und frühzeitige Medikamente verbessern die
       > Versorgung, so Christine Freitag von der Gesellschaft für Kinder- und
       > Jugendpsychiatrie.
       
   IMG Bild: Pandemie, Krieg und Klimawandel gelten als Belastungen für die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen
       
       Um die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland
       steht es nicht gerade zum Besten. Die [1][Coronapandemie], die angespannte
       politische Situation sowie der Klimawandel gelten als große
       Belastungsfaktoren für Kinder und Jugendliche. Parallel mehren sich
       Berichte, dass die [2][Wartezeiten für einen Vorstellungstermin in einer
       kinder- und jugendpsychiatrischen oder -psychotherapeutischen Praxis oder
       kinder- und jugendpsychiatrischen Klinik unzumutbar lange] sind.
       
       Wartezeiten für einen Beratungs-, Diagnostik- oder Behandlungstermin sind
       auf dem Land länger als in Großstädten. Allerdings gibt es für alle
       Regionen in Deutschland bei akuten Krisen, wie etwa Suizidalität, kinder-
       und jugendpsychiatrische Kliniken, die eine 24/7 Notfallversorgung
       anbieten. Im akuten Notfall ist eine Vorstellung so ohne Wartezeit möglich.
       
       [3][Anders ist es, wenn keine akute Krise vorliegt, aber ein Kind zum
       Beispiel immer trauriger wird. Hier ist eine bessere Versorgung dringend
       nötig.] Aber wie soll das gelingen angesichts des Personalmangels und der
       klammen Krankenkassen und Kommunen? Aus unserer Sicht braucht es dazu eine
       besser vernetzte und koordinierte Versorgung von nachweislich wirksamen
       Interventionsmöglichkeiten:
       
       1. Von Kommunen finanzierte Beratungsstellen sollten eng mit Kinder- und
       Jugendpsychiatern und -psychotherapeuten sowie den lokalen
       Versorgungskliniken zusammenarbeiten, um Doppelstrukturen zu reduzieren.
       
       2. Interventionsmethoden sollten frühzeitig eingesetzt werden, damit auch
       mit den vorhandenen Ressourcen Kindern und Jugendlichen geholfen wird. Dazu
       gehören der rechtzeitige Einsatz von Medikamenten und mehr Gruppen- als
       Einzelpsychotherapien.
       
       Zudem sollten wir als Gesellschaft den Kindern und Jugendlichen mehr
       Lösungs- und Handlungskompetenz zusprechen und sie ermuntern, aktiv mit
       Schwierigkeiten umzugehen. Durch den erfolgreichen Umgang mit Krisen kann
       die psychische Gesundheit sogar gestärkt werden!
       
       28 Sep 2022
       
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