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       # taz.de -- +++ Nachrichten im Ukraine-Krieg +++: Türkei und UN sprechen mit Kiew
       
       > UN-Generalsekretär Guterres und der türkische Präsident Erdoğan wollen
       > mit Kiew nach einem diplomatischen Weg suchen. Weitere Explosionen auf
       > der Krim.
       
   IMG Bild: Rauchschwaden auf der Krim: Nach Explosion in einem russischen Munitionslager am 16. August
       
       ## Suche nach diplomatischer Lösung
       
       Die Türkei und die Vereinten Nationen wollen bei einem Treffen mit dem
       ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski über diplomatische Wege aus dem
       von Russland aufgezwungenen Krieg reden. Dazu kommen UN-Generalsekretär
       António Guterres, der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan und
       Selenskyj am Donnerstag in Lwiw (Lemberg) in der Westukraine zusammen. Nach
       türkischer Ankündigung soll dort auch die „Beendigung des Krieges zwischen
       der Ukraine und Russland auf diplomatischem Wege erörtert“ werden. Das
       teilte das türkische Präsidialamt in Ankara am Dienstag mit.
       
       UN-Generalsekretär Guterres reise auf Einladung Selenskyjs nach Lwiw, sagte
       UN-Sprecher Stephane Dujarric am Dienstag in New York. Die UN schlossen
       Gespräche über ein Ende der Kämpfe nicht aus, zeigten sich aber
       zurückhaltend. „Es gibt eine Reihe von Fragen, die angesprochen werden: der
       Konflikt im Allgemeinen, die Notwendigkeit einer politischen Lösung dieses
       Konflikts“, sagte Dujarric. Guterres betont immer wieder, er sei ein Freund
       der stillen Diplomatie, die Wege aus einem Konflikt hinter geschlossenen
       Türen verhandelt.
       
       Guterres und Erdogan hatten Russland und die Ukraine zuletzt Ende Juli bei
       dem Abkommen zur Ausfuhr von ukrainischem Getreide zu einer Einigung
       gebracht. Aus New York hatte es damals geheißen, dass man auf diesem Erfolg
       aufbauen wolle. UN-Kreise halten Verhandlungen für eine landesweite
       Waffenruhe aber nur für möglich, wenn keine der Kriegsparteien nennenswerte
       Geländegewinne mehr verzeichnen kann und vom Ziel eines Sieges Abstand
       nimmt.
       
       Gespräche zwischen Kiew und Moskau in den ersten Kriegswochen waren ohne
       Ergebnis abgebrochen worden. Die Ukraine will ihre verlorenen Gebiete um
       jeden Preis zurückerobern, um nicht Landsleute der Willkür der russischen
       Besatzung ausgesetzt lassen. Russlands Kriegsziele laufen weiter auf eine
       weitgehende Unterwerfung der Ukraine hinaus. (dpa)
       
       ## Neue Explosionen auf der Krim
       
       Auf der 2014 von Russland annektierten Halbinsel Krim war am Dienstagmorgen
       [1][zum zweiten Mal in einer Woche] ein russischer Militärstützpunkt von
       Explosionen erschüttert worden. Getroffen wurde laut Krim-Verwaltung ein
       Munitionslager bei der Stadt Dschankoj im Norden. Das russische
       Verteidigungsministerium sprach von einem „Sabotageakt“. Auch zivile
       Objekte seien beschädigt worden, darunter Stromleitungen, ein Kraftwerk,
       Bahngleise sowie Wohngebäude.
       
       Selenski reklamierte die Detonationen nicht als Angriffe für die Ukraine.
       Die Auslöser seien „sehr verschieden“, die Russen könnten auch selbst
       schuld sein. Trotzdem gelte: „Je weniger Möglichkeiten die Besatzer haben,
       Böses zu tun und Ukrainer zu töten, desto eher können wir diesen Krieg
       beenden, indem wir unser Land befreien.“
       
       Die Warteschlange an der Brücke aufs russische Festland beweise, „dass die
       absolute Mehrheit der Bürger des Terrorstaates bereits versteht oder
       zumindest das Gefühl hat, dass die Krim kein Ort für sie ist“, sagte
       Selenski. Videos in sozialen Netzwerken zeigen, dass seit Tagen viele
       russische Feriengäste die Halbinsel verlassen und es Staus vor der Brücke
       von Kertsch gibt. (dpa)
       
       17 Aug 2022
       
       ## LINKS
       
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