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       # taz.de -- Kampf gegen Femizid: Mehr Schutz für Frauen
       
       > Der rot-grüne-rote Senat beschließt zusätzliche Maßnahmen und engere
       > Zusammenarbeit von Senatsverwaltungen. Dazu gehört auch ein achtes
       > Frauenhaus.
       
   IMG Bild: Senatorin Ulrike Gote (Grüne) kündigt ein weiteres Frauenhaus in Berlin an
       
       Berlin taz | Drei Senatsverwaltungen – Inneres, Soziales und Gleichstellung
       – sollen gemeinsam gegen Femizide vorgehen, die Tötung von Frauen als
       Hassverbrechen durch Männer. Das hat der rot-grün-rote Senat in seiner
       Sitzung am Dienstag beschlossen. Die Maßnahmen zielen vor allem darauf, den
       Schutz von bedrohten Frauen zu verbessern und Informationen besser
       auszutauschen. „Es wäre vermessen zu denken, dass wir mit dem Beschluss
       jegliche Gewalt bis hin zur Tötung ausschließen können“, sagte die auch für
       Gleichstellung zuständige Gesundheitssenatorin Ulrike Gote (Grüne), aber es
       sei ein wichtiger Schritt dahin.
       
       Im April hatte [1][die Tötung einer sechsfachen Mutter] durch ihren
       Ex-Ehemann in Pankow landesweit für besonderes Entsetzen gesorgt und eine
       neue Debatte über Femizide ausgelöst. Erstmals sehr breit diskutiert wurde
       die von Hass und männlichem Dominanzdenken ausgelöste Tötung von Frauen
       2005 durch den Fall von [2][Hatun Sürücü], die von einem ihrer Brüder
       erschossen wurde, Damals war statt Femizid noch der Begriff „Ehrenmord“
       gängig.
       
       Leider handele es sich auch bei der Tötung der sechsfachen Mutter im
       Frühjahr nicht um einen Einzelfall, sagte Senatorin Gote in der
       Pressekonferenz nach der Senatssitzung. Betrachte man etwa den Zeitraum
       seit 2019, gab es nach ihren Angaben jeweils 18 bis 20 Tötungen von Frauen
       pro Jahr. Die Motivlagen seien dabei unbekannt. Gote drängte darauf,
       Femizide als Kategorie ins [3][Strafrecht] aufzunehmen, was auf Bundebene
       zu entscheiden wäre. Auch in der Kriminalitätsstatistik gibt es der
       Senatorin zufolge bisher keine Differenzierung.
       
       Als weitere Schutzmaßnahme kündigte Gote ein neues Frauenhaus an, das die
       bestehenden sieben Einrichtungen ergänzen soll. Dort sollen 40 Frauen
       dauerhaft Platz finden, auch mit Kindern und älteren Söhnen. Letzteres
       biete bisher nur die Hälfte der Frauenhäuser.
       
       31 Aug 2022
       
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