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       # taz.de -- Dürre in Italien: Klimawandel hautnah
       
       > In einigen italienischen Städten wird Trinkwasser wegen der anhaltenden
       > Dürre rationiert. Die Wasserknappheit liegt auch an fehlenden
       > Investitionen.
       
   IMG Bild: Ausgetrocknetes Feld
       
       Italien geht das Wasser aus. Tag für Tag liefern die TV-Nachrichten die
       immer gleichen Bilder vom Po, den zum Rinnsal gewordenen größten Strom des
       Landes, von verdorrten Pflanzen auf den Äckern, von verzweifelten
       Landwirt*innen. Dazu kommen die Meldungen aus immer mehr Gemeinden, zuletzt
       aus Verona und Pisa, die ihren Bürger*innen untersagen, die Pools im
       Garten zu befüllen oder die Garageneinfahrt abzuspritzen.
       
       „Die schlimmste [1][Dürre] seit 70 Jahren“ habe Italien zu bewältigen,
       heißt es. Es stimmt: In den letzten vier Monaten regnete es im Norden so
       gut wie gar nicht, und schon vorher war der Schneefall in den Alpen weit
       unter dem Schnitt, womit die Schneeschmelze weit magerer ausfiel als
       gewöhnlich. Zudem stöhnt das Land schon seit [2][Mai unter einer
       Hitzewelle, die alle bisherigen Rekorde brechen könnte].
       
       Doch was da passiert, mag zwar so schlimm sein wie nie zuvor in den letzten
       70 Jahren – es ist aber, so steht zu fürchten, kein singuläres Ereignis.
       Und es ist auch nicht der „Vorbote“ des Klimawandels: Es ist der
       Klimawandel, den die Menschen in Italien jetzt hautnah erleben. Nicht erst
       dieses Jahr gingen die Niederschlagsmengen zurück, nicht erst dieses Jahr
       werden Mailand, Rom, Palermo von [3][„ungewöhnlichen“ Hitzewellen]
       heimgesucht, an denen schier gar nichts mehr ungewöhnlich ist.
       
       Jetzt, da das Kind in den (ausgetrockneten) Brunnen gefallen ist, hilft nur
       konsequentes Umsteuern. Italien muss sich von der Vorstellung
       verabschieden, dass Wasser im Überfluss vorhanden ist, dass man auf den
       Feldern nur die Berieselungsanlagen anwerfen, dass man zu Hause nur den
       Wasserhahn aufdrehen muss, und schon strömt das Nass. Wasser ist ein ebenso
       knappes wie kostbares Gut. Neue Stauseen anlegen, das marode Leitungsnetz,
       in dem 40 Prozent des Trinkwassers verloren gehen, sanieren, das gereinigte
       Wasser aus den Kläranlagen nicht mehr einfach ins Meer kippen: Italien
       steht vor Milliardeninvestitionen, die es schnell in Angriff nehmen muss,
       wenn es in Zukunft nicht jeden Sommer auf dem Trockenen sitzen will.
       
       4 Jul 2022
       
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