URI:
       # taz.de -- Arbeitskampf in NRW: Uni-Kliniken unter massivem Druck
       
       > Schwarz-Grün in NRW verspricht, den geforderten „Tarifvertrag Entlastung“
       > finanzieren zu wollen. Doch die Klinik-Vorstände spielen weiter auf Zeit.
       
   IMG Bild: Beschäftigte der Unikliniken auf der Straße: Szene aus Düsseldorf Mitte Juni
       
       Bochum taz | Im monatelangen Kampf um erträgliche Arbeitsbedingungen an
       Nordrhein-Westfalens sechs Uni-Kliniken kommt Bewegung. Der Landtag hat am
       Donnerstag beschlossen, den geforderten „Tarifvertrag Entlastung“ (TVE)
       finanzieren zu wollen. „Maßnahmen zur auskömmlichen Finanzierung der
       Universitätskliniken“ seien „rechtssicher zu treffen“, heißt es in einem
       von der neuen schwarz-grünen Regierungskoalition vorgelegten Antrag.
       
       Bei Protesten vor dem Düsseldorfer Parlament hatte zuvor auch
       CDU-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann eine Finanzierungszusage
       abgegeben. Die nicht erst seit Corona völlig überbelasteten
       nichtärztlichen Beschäftigten der landeseigenen Uni-Kliniken streiken
       bereits seit mehr [1][als acht Wochen für bessere Arbeitsbedingungen].
       Allein an den Krankenhäusern an Rhein und Ruhr fehlen etwa 20.000
       Fachkräfte, klagen sie. Eine angemessene [2][Versorgung der
       Patient:innen] sei längst nicht mehr sichergestellt.
       
       [3][Die Vorstände] der formell als eigenständige Anstalten des öffentlichen
       Rechts organisierten Kliniken spielen dennoch weiter auf Zeit. Zwar klagen
       sie intensiv über verschobene Operationen – eine Notfallversorgung ist
       allerdings jederzeit sichergestellt. Die geforderte punktgenaue Entlastung
       aber bieten die Arbeitgeber nicht an. Zwar soll es für bestimmte Gruppen
       pauschal 7 Tage Urlaub geben. Beschäftigte etwa in den Ambulanzen, Laboren,
       Apotheken und beim Krankentransport dürften damit aber leer ausgehen –
       dabei ist die Entlastung aller Mitarbeitenden eine zentrale Forderung der
       Streikenden.
       
       Für ein schnelles Ende des Streiks fordert Gabriele Schmidt,
       Landesbezirksleiterin der Gewerkschaft Verdi, mehr Druck von
       Gesundheitsminister Laumann: „Ein Tarifabschluss hängt davon ab, inwiefern
       die Politik die Arbeitgeber bewegt.“
       
       30 Jun 2022
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] /Streik-von-Klinik-Beschaeftigten-in-NRW/!5857810
   DIR [2] /Streiks-an-Uni-Kliniken-in-NRW/!5857236
   DIR [3] /Arbeitskampf-an-NRW-Unikliniken/!5861398
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Andreas Wyputta
       
       ## TAGS
       
   DIR NRW
   DIR Gesundheitspolitik
   DIR Pflege
   DIR Schwerpunkt Klimawandel
   DIR Nordrhein-Westfalen
   DIR Pflegekräftemangel
   DIR Verdi
   DIR GNS
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
   DIR Schwarz-Grüne Koalitionsverträge: Warme Worte
       
       Klima, Soziales, Innere Sicherheit, Verkehr, Umwelt – eine Analyse der
       Koalitionsverträge von NRW und Schleswig-Holstein.
       
   DIR Grüne und CDU in NRW einig: Schwarz-grünes Vertrauen
       
       CDU und Grüne präsentieren in Nordrhein-Westfalen ihren Koalitionsvertrag.
       Doch der wirkt selbst bei grünen Kernthemen seltsam unverbindlich.
       
   DIR Arbeitskampf an NRW-Unikliniken: Klatsche für die Arbeitgeber
       
       Streikaufrufe der Gewerkschaft Verdi am Uniklinikum Bonn bleiben zulässig.
       Das Arbeitsgericht Bonn wies einen Eilantrag der Klinik auf Unterlassung
       ab.
       
   DIR Streik von Klinik-Beschäftigten in NRW: Gesundheit am Limit
       
       Seit 40 Tagen streiken Beschäftigte der Uni-Kliniken in
       Nordrhein-Westfalen. Sie kämpfen für die Gesundheit der Patient:innen –
       und ihre eigene.
       
   DIR Schwarz-Grün in NRW: Grüne Harmoniesucht
       
       Im Bündnis mit der CDU könnten nicht nur grüne Kernthemen auf der Strecke
       bleiben. Ignoriert wird auch die Spaltung der Gesellschaft – in Arm und
       Reich.