# taz.de -- Die Wochenvorschau für Berlin: Es wird wohl viel geredet werden
> Es geht um Argumente, die man haben sollte, wenn man seine Politik zu
> verteidigen hat. Und mit Angela Merkel macht eine alte Bekannte ihre
> Aufwartung.
IMG Bild: Die Ex kommt auf ein klärendes Gespräch vorbei
Es gibt Redebedarf, und das nicht zu knapp. Das kann man generell sagen in
diesen Zeiten allgemeiner Verunsicherung, im Speziellen, aber auch in
Richtung Berliner Grünen. Denn wie soll das noch was werden mit der
klimaneutralen Zukunft, die die Ökos versprochen haben, wenn der
rot-grün-rote Senat gleichzeitig Volksbegehren mit diesem Ziel –
„[1][Berlin autofrei“] und [2][„Berlin 2030 klimaneutral“] – ablehnt. Diese
und weitere Fragen beantwortet (hoffentlich) Umweltsenatorin Bettina
Jarasch am Dienstag beim Werkstattgespräch in der Heilig-Kreuz-Kirche (18
Uhr, Zossener Straße 65).
Mit großer Spannung sehen ihre Fans (und alten Gegner vielleicht auch) dem
ersten großen öffentlichen Auftritt der ehemaligen Bundeskanzlerin Angela
Merkel entgegen. Es wird erwartet, dass sie sich am Dienstagabend im
Gespräch mit dem Journalisten Alexander Osang angesichts der aktuellen
Kriegslage zu ihrer Russlandpolitik und der Frage der Lieferung schwerer
Waffen an Kiew äußert. In der Einladung zu der Veranstaltung im Berliner
Ensemble wird jedenfalls angekündigt, Merkel werde sich „den
herausfordernden Fragen unserer Gegenwart“ stellen.
Viel geredet wird wohl auch am Donnerstag im Abgeordnetenhaus. Und dies
nicht nur, weil wieder Plenarsitzung ist: Die oppositionelle CDU fordert in
einem Antrag, dass das Parlament Schulsenatorin Sabine Busse (SPD) wegen
ihrer Amtsführung eine Missbilligung ausspricht. [3][Die CDU-Abgeordneten
werfen Busse Desinteresse] und fehlendes Engagement für Schulen,
Pädagog*innen und Schüler*innen vor. Auch in der eigenen Koalition
ist Busse – vorsichtig formuliert – nicht unumstritten: Erst vor Kurzem
musste Regierungschefin Franziska Giffey (SPD) sie vor Kritik aus den
eigenen Reihen in Schutz nehmen. Mal schauen, wie lange die frühere
Neuköllner Schulleiterin dem Druck standhalten kann.
Wer viel redet (und streitet), darf am Wochenende entspannen. Zum Beispiel
bei der 27. [4][Brandenburger Landpartie], bei der man Samstag und Sonntag
in allen Regionen Brandenburgs Bauernhöfe, Agrarbetriebe, Gärtnereien,
Fischereien, Forstbetriebe und ländliche Kultureinrichtungen besuchen kann.
Sportlich und entspannend zugleich wird es dann am Sonntag bei der
alljährlichen [5][ADFC-Sternfahrt: Auf 18 Routen] rollen wieder
Zehntausende Radfahrer*innen aus allen Himmelsrichtungen zum Großen
Stern und dem Umweltfest am Brandenburger Tor (ab 11 Uhr). Und dies nicht
nur aus Spaß, sondern auch um die Politiker*innen an ihre verkehrs-
und klimapolitischen Versprechen zu erinnern.
7 Jun 2022
## LINKS
DIR [1] /Volksbegehren-Berlin-autofrei/!5850755
DIR [2] /Nein-zu-Klima-Volksbegehren/!5847624
DIR [3] /Bildungspolitik-in-Berlin/!5858803
DIR [4] https://www.brandenburger-landpartie.de/
DIR [5] https://adfc-berlin.de/aktiv-werden/bei-demonstrationen/1118-sternfahrt-2022.html
## AUTOREN
DIR Susanne Memarnia
## TAGS
DIR Wochenvorschau
DIR Schwerpunkt Angela Merkel
DIR Bettina Jarasch
DIR Sternfahrt
DIR Schwerpunkt Angela Merkel
DIR Schlagloch
DIR Wochenkommentar
DIR Sternfahrt
## ARTIKEL ZUM THEMA
DIR Ex-Kanzlerin gesteht kaum Fehler ein: Wohlfühltermin für Merkel
Nach langem Schweigen erklärt sich die Ex-Kanzlerin – auch zu ihrer
Russlandpolitik. Das ist interessant, aber frei von Selbstkritik.
DIR Kanzler Olaf Scholz: Der Blick auf Merkel
Scholz setzt Merkels wortkargen Führungsstil als Kanzler fort. Doch zur
Demokratie gehören Erklärungen. Ein paar hingeworfene Brocken reichen
nicht.
DIR Senat lehnt Klima-Volksbegehren ab: Die grüne Heuchelei
Zwei Initiativen wollen Berlin schnell autofrei und klimaneutral machen.
Doch die grüne Senatorin spricht sich dagegen aus. Das ist absurd.
DIR ADFC-Sternfahrt nach Berlin Mitte: Zehntausende auf dem Rad
Einmal im Jahr gehören Teile der Stadtautobahn – zumindest für kurze Zeit –
den Radfahrern. Dieses Mal gab es gleich mehrere Anlässe für die
Demonstration.