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       # taz.de -- Die Wochenvorschau für Berlin: Liebe, Krieg und Klimawandel
       
       > Die Tesla-Fabrik lädt zum Widerspruch ein, und auf dem Geologentag wird
       > die Erdölfrage hochpolitisch. Am Montag ist Tag der Befreiung Teil 2.
       
   IMG Bild: Die Rohstofffrage: Ein Geologentag im Berliner Naturkundemuseum beschäftigt sich am Montag damit
       
       Es ist eine Liebesgeschichte. Hat man vielleicht schon mal in
       Deutschunterricht gelesen, von [1][Gottfried Keller]: „Romeo und Julia auf
       dem Dorfe“.
       
       Da geht es um zwei Bauernfamilien, die miteinander in einem heftigen Streit
       liegen. Die beiden Kinder der Familien allerdings, sie lieben sich, was
       wiederum für einiges an hin und her sorgt, und dass am Schluss die
       Geschichte gar nicht gut ausgeht, weiß man bereits von Shakespeare. Auch
       bei Keller gehen die beiden Liebenden also in den Tod.
       
       Eine einigermaßen klamme Geschichte. Und jetzt ein kurzer Schwenk zum
       Klimawandel, der zumindest ein wenig gebremst werden soll, und eine bessere
       Dämmung an den Häusern ist dabei unbedingt hilfreich, was eigentlich allen
       an der Welt Beteiligten klar sein sollte. Da darf man in dieser Woche am
       Freitag nach Karlsruhe zum Bundesgerichtshof schauen, der eine Berliner
       Angelegenheit verhandelt. In Berlin nämlich steht ein Haus direkt an einer
       Grundstücksgrenze, die Nachbarn streiten, ob die 16 Zentimeter dicke
       Dämmschicht nach nebenan ragen darf.
       
       Grenzstreitigkeiten, also. Und da schließt sich der Kreis zu Keller: Bei
       ihm steht am Anfang der Fehde ein Streit um etwas Ackerfläche, in Berlin
       geht es um ein paar Zentimeter Luftraum. Tragische Geschichten.
       
       Die Liebe zum Auto aber und die Hoffnung, dass ein viel mehr an
       Elektromobilität rein rechnerisch für mehr Nachhaltigkeit sorgen könnte,
       müssen es sein, dass Tesla seine erst [2][am 22. März eröffnete neue
       Autofabrik in Grünheide] schon wieder, wie vergangene Woche vermeldet
       wurde, vergrößern will. Dabei kann man durchaus immer noch seine Einwände
       gegen das bereits gebaute Werk haben. Nur eben der Ordnung nach: Am
       Dienstag beginnt nach dem Ende der Auslegung der [3][536 Seiten
       Tesla-Genehmigung] die einmonatige Widerspruchsfrist. Auch Personen, die
       bisher keine Einwände gegen die Fabrik hatten, können dabei Widerspruch
       erheben.
       
       Mit dem Auto ist man dann auch schon bei der Grundversorgung und ihren
       Treibmitteln, und um die soll es gleich am Montag beim Deutschen
       Geologentag gehen. Die [4][Veranstaltung im Museum für Naturkunde] steht
       dabei unter dem Motto: „Die Rohstoffversorgung Deutschlands – ein
       vergessenes Problem?“
       
       Diese Frage wird bestimmt mit einer ganz anderen Verve angegangen, als man
       das zu der Zeit, da das Programm des Geologentags konzipiert wurde, dachte.
       So ein Krieg aber ändert zeitenwendend vieles, und was gerade in der
       Ukraine passiert, bestimmt am Montag auch die Stimmung beim Tag des Sieges,
       mit dem in sowjetischer Tradition am 9. Mai an die deutsche Kapitulation im
       Zweiten Weltkrieg erinnert wird, dem Tag der Befreiung, zu dem es auf Seite
       22 etwas zu lesen gibt. Es ist keine Liebesgeschichte.
       
       9 May 2022
       
       ## LINKS
       
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   DIR [3] https://www.uvp-verbund.de/documents/ingrid-group_ige-iplug-bb/94AFADF0-92F1-44EA-AA54-E1CD7C0FF6AD/Genehmigungsbescheid%20Tesla%2004.03.2022.pdf
   DIR [4] https://geoberuf.de/aktuelles/termine/12-geologentag
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Thomas Mauch
       
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