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       # taz.de -- Liveticker zur Landtagswahl im Saarland: Grüne scheitern an 5-Prozent-Hürde
       
       > Die SPD ist die klare Siegerin des Abends. Die Linke fliegt aus dem
       > Landtag. Auch Grüne und FDP scheitern. Den Grünen fehlen 23 Stimmen.
       
   IMG Bild: Wahlgewinnerin im Saarland: Anke Rehlinger von der SPD
       
       ## Grüne ganz knapp unter 5 Prozent
       
       Die Grünen sind wieder nicht im neuen Landtag vertreten. Nach Angaben der
       [1][Landeswahlleiterin kamen sie auf 4,99502 Prozent]. Sie bekamen 22.598
       Stimmen, damit fehlten ihnen nur 23 Stimmen bis zur 5-Prozent-Hürde.
       
       Jetzt müssen die Grünen auf die Nachzählungen hoffen. „Angesichts des
       knappen vorläufigen amtlichen Wahlergebnisses wird ausdrücklich darauf
       hingewiesen, dass sich beim amtlichen Endergebnis Abweichungen sowohl bei
       der Anzahl der Wahlberechtigten, der Wählerinnen und Wähler sowie der
       gültigen und ungültigen Stimmen als auch bei der endgültigen Sitzverteilung
       auf die Parteien ergeben können“, heißt es auf der Seite der
       Landeswahlleiterin.
       
       Die SPD hat im kommenden Landtag eine absolute Mehrheit. Die Partei wird
       dem vorläufigen amtlichen Endergebnis zufolge künftig mit 29 der 51 Sitze
       vertreten sein, die CDU hat 19 Mandate und die AfD drei. Alle anderen
       Parteien gehen leer aus.
       
       Der FDP fehlten laut Ergebnis vom Sonntagabend 1.003 Stimmen zum Einzug in
       den Landtag. Die Liberalen erhielten 21.618 Stimmen, dies entsprach 4,8
       Prozent. Die Linkspartei kommt auf gerade noch 2,6 Prozent. (taz)
       
       ## Fast jede:r vierte Wähler:in nicht im Parlament vertreten
       
       Bleibt es dabei, dass neben Linkspartei und FDP auch die Grünen an der
       5-Prozent-Hürde scheitern, werden mehr als 22 Prozent aller
       Wähler:innenstimmen nicht im neuen Landtag des Saarlands repräsentiert
       sein.
       
       Die Stärkste unter den Kleinen ist diie Tierschutzpartei, die mit 2,3
       Prozent knapp hinter de Linkspartei steht. Auch die Freien Wähler, die
       coronaskeptische Basis, die Grünen-Abspaltung Bunt und die Satiriker der
       Partei kamen auf jewels mehr als 1 Prozent der Stimmen.
       
       Dieser extrem hohe Anteil der Nichtrepräsentierten dürfte eine Debatte über
       das Wahlrrecht auslösen. (taz)
       
       ## Den Grünen könnten 23 Stimmen fehlen
       
       Die Grünen könnten den Einzug ins Landesparlament knapp verfehlen. Laut
       Rechnung der Plattform [2][wahlrecht.de] landen die Grünen möglicherweise
       mit 22.598 Stimmen bei 4,995 Prozent. Das sind [3][23 Stimmen zu wenig], um
       in den Landtag einzuziehen. (taz)
       
       ## FDP möglicherweise wieder gescheitert
       
       Die FDP dürfte nach jüngsten Hochrechnungen zum dritten Mal in Folge nicht
       im Landtag im Saarland vertreten sein. Die Meinungsforscher von ARD und ZDF
       sahen die Partei am Sonntagabend rund zwei Stunden nach Schließung der
       Wahllokale übereinstimmend nur bei 4,9 Prozent – und damit wieder an der
       Fünf-Prozent-Hürde gescheitert. Bei der letzten Wahl von 2017 waren die
       Liberalen auf 3,3 Prozent gekommen, auch in der Wahlperiode davor war die
       FDP nicht im Landtag vertreten.
       
       FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai sagte im ZDF, zwar spiele die
       Bundespolitik auch bei Landtagswahlen immer eine Rolle. „Aber am Ende des
       Tages sind es die landespolitischen Themen, die eine Wahl entscheiden.“
       Zwei Wahlperioden außerhalb des Parlaments zu arbeiten, habe es für die
       Partei im Saarland „außerordentlich schwer“ gemacht. (afp)
       
       🐾 Hybris der FDP
       
       Die Saar-Liberalen haben stark auf einen Wiedereinzug ins Parlament gehofft
       – obwohl sie seit zehn Jahren in der Opposition hängen. Ungeachtet dessen
       haben sie sich sogar Regierungsoptionen offen gehalten. Christoph
       Schmidt-Lunau hat sich diese [4][Hybris kürzlich analysiert].
       
       ## 🐾 Grüne möglicherweise mit 6 Stimmen über 5 Prozent
       
       Nach Auszählung von 45 der 52 Gebiete liegen die Grünen laut
       Landeswahleiter genau 6 Stimmern über der Fünfprozenthürde. Sie müssen also
       erheblich zittern. Das hat der [5][Zahlenfetischist Gereon Asmuth]
       ausgerechnet.
       
       ## Hennig-Wellsow: „Man wählt keine zerstrittenen Parteien“
       
       Linken-Chefin Susanne Hennig-Wellsow sieht das Scheitern ihrer Partei bei
       der Landtagswahl im Saarland als Folge der internen Zerstrittenheit des
       dortigen Landesverbands. Das Ergebnis sei sicherlich dadurch geprägt, dass
       die Linke im Saarland „über die letzten Jahre heftige Auseinandersetzungen
       geführt hat“, sagte sie am Sonntagabend im ZDF. „Man wählt keine
       zerstrittenen Parteien.“
       
       Nach der schweren Wahlniederlage im Saarland will die Bundes-Linke in dem
       zerstrittenen Landesverband für Ordnung sorgen. „Wir werden dort als
       Bundespartei aktiv eingreifen“, sagte Linken-Bundesgeschäftsführer Jörg
       Schindler am Sonntagabend im ZDF. „Wir werden die Partei dort neu
       aufstellen müssen.“ Die Saar-Linke sei in einem derart schlechten Zustand
       gewesen, dass sich ein Ergebnis wie am Sonntag „nicht mehr vermeiden“ ließ.
       
       In den vergangenen Jahren hatten jedoch Streitereien des Spitzenpersonals
       den Landesverband gelähmt. Die Landtagsfraktion hatte sich gespalten,
       Ex-Fraktionschef Oskar Lafontaine trat wenige Tage vor der Wahl aus der
       Partei aus. Lafontaines Schritt „hat uns massiv geschadet“, sagte Schindler
       am Wahlabend. Für seine Partei sei die Wahl im Saarland insgesamt „ein
       schwarzer Tag“. (afp)
       
       ## Lindner wertet Ergebnis als Bestätigung für Ampel-Politik
       
       FDP-Bundeschef Christian Lindner hat den Ausgang der Landtagswahl im
       Saarland als eine Bestätigung der „Politik der Ampel-Koalition“ auf der
       Bundesebene bezeichnet. Die Anteile seien dabei allerdings nicht gleich auf
       die Parteien verteilt, sagte Lindner am Sonntag im ZDF. „Sehr stark“ zeige
       sich dies etwa beim Abschneiden der SPD an der Saar. Aber auch FDP und
       Grüne hätten dort profitiert.
       
       Insgesamt sei der bundespolitische Einfluss auf das Wahlergebnis im
       Saarland nach seiner Überzeugung allerdings auch „nicht zu groß bemessen“,
       fügte der Bundeswirtschaftsminister an. Dies zeigten die persönlichen
       Umfragewerte von SPD-Spitzenkandidatin Anke Rehlinger. Für die FDP im
       Saarland sei die Ausgangslage zudem schwierig gewesen, weil sie dort seit
       zehn Jahren nicht mehr im Landtag war.
       
       Die saarländische FDP-Spitzenkandidatin Angelika Hießerich-Peter
       gratulierte Rehlinger zu ihrem Wahlsieg. Die Fokussierung des Wahlkampfs
       auf die Frage, wer neuer Ministerpräsident oder neue Ministerpräsidentin
       werde, habe es für die kleine Partei schwer gemacht, sagte sie in
       Saarbrücken. (afp)
       
       ## Machtwechsel an der Saar
       
       Im Saarland gibt es nach mehr als zwei Jahrzehnten unter Führung der CDU
       einen Machtwechsel. Bei der Landtagswahl am Sonntag wurde die SPD nach
       ersten Prognosen mit großem Abstand stärkste Partei. Damit kann ihre
       Spitzenkandidatin, die bisherige Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger, den
       amtierenden CDU-Ministerpräsidenten Tobias Hans ablösen. Die erste
       Landtagswahl seit der Bundestagswahl vor einem halben Jahr galt auch als
       Stimmungstest für die neue Bundesregierung.
       
       Die Hochrechnungen um 20 Uhr ergeben folgendes Ergebnis: Die
       Sozialdemokraten kommen auf 43,7 Prozent der Stimmen. Im Vergleich zur Wahl
       2017 (29,6 Prozent) bedeutet dies ein Plus von etwa 13 Punkten. Die CDU
       sackt hingegen auf 28,3 Prozent ab (2017: 40,7 Prozent). Rechnerisch wäre
       damit in Saarbrücken wieder eine große Koalition möglich, wie schon seit
       2012 – nun allerdings unter Führung der SPD. Das vorläufige amtliche
       Endergebnis wird noch am Abend erwartet.
       
       Für die kleineren Parteien ergab sich folgendes Bild: AfD 5,7 Prozent
       (6,2), Grüne 5,3 Prozent (4,0) und FDP 4,9 Prozent (3,3). Damit müssen die
       Liberalen um ihren Wiedereinzug zittern. Die Linke wäre nach 12,8 Prozent
       vor fünf Jahren mit nur noch 2,6 Prozent nicht mehr im Landtag. Die Partei
       hatte sich an der Saar schwere Querelen geleistet – bis hin zum Austritt
       ihres Ex-Bundesvorsitzenden Oskar Lafontaine, der früher auch einmal
       sozialdemokratischer Ministerpräsident war. (taz, dpa)
       
       🐾 Scholz profitiert von Rehlingers Sieg
       
       Mit dem bravourösen Ergebnis der SPD hat Kanzler Olaf Scholz den ersten
       Stimmungstest bestanden. Den [6][Kommentar dazu von Anna Lehmann] lesen Sie
       hier.
       
       ## Unterlegener Ministerpräsident Hans zieht Konsequenzen
       
       Natürlich werde ich persönliche Konsequenzen ziehen“, kündigte
       CDU-Ministerpräsident Tobias Hans mit Blick auf die Niederlage seiner
       Partei an in der ARD an. Wie das genau aussehe, werden die Parteigremien
       seiner Aussage zufolge in Kürze beraten. Er sprach von einer „sehr bitteren
       Niederlage“, für die er persönlich die Verantwortung übernehme. (taz)
       
       🐾 SPD vorn, CDU verliert massiv
       
       Das Ergebnis ist nicht wirklich überraschend. Das hat einerseits mit der
       Stärke der SPD-Spitzenkandidatin Anke Rehlinger und der Schwäche des
       abgelösten CDU-Ministerpräsidenten Tobias Hans zu tun. Die SPD darf aber
       auch dem Ex-Linken Oskar Lafontaine danken, schreiben Christoph
       Schmidt-Lunau und Stefan Reinecke. Ihre [7][Zusammenfassung lesen Sie
       hier].
       
       ## Linke Janine Wissler: „Ganz, ganz bitterer Abend“
       
       Die Linken-Bundesvorsitzende Janine Wissler hat sich sehr enttäuscht über
       das Abschneiden ihrer Partei bei der Landtagswahl im Saarland geäußert.
       „Das ist ein ganz, ganz bitterer Abend“, sagte Wissler am Sonntagabend.
       Nach den ersten Hochrechnungen kam die Linke im Saarland auf lediglich 2,6
       der Stimmen – was einer herben Niederlage gleichkommt. Sie dürfte folglich
       aus dem Landtag in Saarbrücken fliegen.
       
       „Das sind wirklich herbe Verluste, ein desaströses Ergebnis. Wir waren
       zweistellig im Saarland, wir kommen da von 21 Prozent“, erklärte Wissler.
       Das schlechte Wahlergebnis habe sicherlich auch an der „großen
       Zerstrittenheit“ der Linken im Saarland gelegen, sagte Wissler. Es habe
       zuletzt zwei linke Fraktionen im Landtag gegeben. Das gesamte Auftreten
       ihrer Partei habe dort dazu geführt, „dass Leute uns nicht mehr vertraut
       haben“, sagte Wissler. Auch der kürzliche Austritt des ehemaligen
       Linken-Vorsitzenden und -Mitbegründers Oskar Lafontaine habe den
       Parteikollegen geschadet, sagte Wissler. „Das war natürlich ein harter
       Schlag für die Linke im Saarland.“ Das Ergebnis müsse nun „dringend
       Konsequenzen“ haben, um das verlorene Vertrauen zurückzugewinnen. (dpa)
       
       🐾 Die Kleinen bleiben klein
       
       Die Grünen ziehen wieder ins Parlament, die AfD bleibt knapp drin. Die FDP
       muss am Wahlabend zittern. Für die Linkspartei ist die Wahl ein Desaster.
       Die Lage der kleinen Parteien im Saarland [8][analysiert Tobias Schulze].
       
       ## SPD-Spitzenkandidatin Rehlinger: Ergebnis harter Arbeit
       
       Die saarländische SPD-Spitzenkandidatin Anke Rehlinger hat den Wahlsieg
       ihrer Partei als „Ergebnis harter Arbeit in den letzten Jahren“ bezeichnet.
       „Das Saarland hat Rot gewählt“, sagte Rehlinger am Sonntagabend in
       Saarbrücken. „Die Saar-SPD hat die Wahl gewonnen. Und nach 23 Jahren sind
       wir wieder stärkste Kraft als Sozialdemokratie an der Saar.“
       
       Die SPD habe sich das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger ein Stück weit
       zurück erkämpft. Die Partei habe sich in den verschiedensten Gremien und
       Organisationen Glaubwürdigkeit erarbeitet. „Und das ist auch am heutigen
       Tag belohnt worden. Alles das, was ihr gemacht habt, für das ihr vor Ort
       steht, das ist unser großer gemeinsamer Erfolg an diesem Abend.“ (dpa)
       
       ## Absturz für die CDU
       
       CDU-Generalsekretär Mario Czaja hat den Absturz seiner Partei bei der
       Landtagswahl im Saarland als „bitteren Abend“ und „schmerzhaftes Ergebnis“
       bezeichnet. „Wir sind damit nicht zufrieden“, sagte er Sonntagabend in
       Berlin. „Der Regierungsauftrag liegt klar bei der SPD. Wir wünschen ihr
       dafür viel Kraft.“ Ministerpräsident Tobias Hans habe einen
       „beeindruckenden Wahlkampf“ in einer „nicht ganz einfachen Situation“
       geführt, sagte Czaja. (dpa)
       
       🐾 Merz im Tief
       
       Die CDU verliert massiv. Das ist nicht nur ein destaströses Ergebnis für
       die Saar-CDU, sondern vor allem auch für den CDU-Bundesvorsitzenden
       Friedrich Merz. [9][Sabine am Orde erklärt die Hintergründe].
       
       ## Wahlbeteiligung auf 63 Prozent gesunken
       
       Die Wahlbeteiligung im Saarland ist laut ZDF von 69,7 auf 63,0 Prozent
       gesunken. (rtr)
       
       🐾 Stimmenanteile, Sitzverteilung, Gewinne, Verluste
       
       Wie sieht das Ergebnis im Einzelnen aus? Wie viele Sitze haben SPD, CDU und
       die anderen Parteien? Gereon Asmuth hat alle [10][Grafiken zur Landtagswahl
       im Saarland] zusammengestellt.
       
       ## Kühnert und Nouripour: Einfluss auf weitere Wahlen
       
       SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert hat den „Erdrutschsieg“ seiner Partei im
       Saarland gelobt. Spitzenkandidatin Anke Rehlinger habe Herzen und Köpfe
       erreicht, sagte er am Sonntagabend im ZDF. „Das gibt uns wahnsinnigen
       Rückenwind“, sagte Kühnert mit Blick auf die übrigen in diesem Jahr
       anstehenden Landtagswahlen.
       
       Kühnert sagte aber auch: „Es ist natürlich ein Abend der geteilten
       Gefühle“. Er sprach von schwierigen Umständen, unter denen man lebe,
       offenbar in Anspielung auf den Krieg Russlands gegen die Ukraine.
       
       „Das ist ganz klar der Sieg der Saar-SPD und von Anke Rehlinger persönlich.
       Anders sind solche Ergebnisse nicht möglich“, sagte Kühnert. Die
       Bundespartei habe aber natürlich geholfen.
       
       Auch Grünen-Co-Chef Omid Nouripour sieht einen positiven Bundeseinfluss auf
       das Ergebnis der Grünen im Saarland. „Wenn es bei sechs Prozent bliebe,
       wäre dies das beste Ergebnis, das wir dort jemals hatten“, sagt er im ZDF.
       Nun sei es an Anke Rehlinger, über eine Koalition zu entscheiden. (dpa,
       rtr)
       
       ## Vize-CDU-Chef gratuliert der SPD
       
       Der stellvertretende CDU-Chef Andreas Jung hat der SPD bereits kurz nach
       Schließung der Wahllokale zu ihrem Sieg bei der Landtagswahl im Saarland
       gratuliert. Es gebe nichts zu deuteln, die Sozialdemokraten mit ihrer
       Spitzenkandidatin Anke Rehlinger hätten gewonnen, sagte er am Sonntagabend
       im ZDF. „Es ist ganz maßgeblich ihr persönlicher Erfolg“, sagte er.
       Rehlinger, bisher Vize-Regierungschefin in einer Koalition unter
       CDU-Führung, werde nun Ministerpräsidentin. „Wir gratulieren ihr.“ Er
       betonte, bei der Wahlentscheidung der Bürger hätten landespolitische Themen
       den Ausschlag gegeben. (dpa)
       
       ## Erste Prognose: Absolute Mehrheit für die SPD
       
       Die SPD mit ihrer Spitzenkandidatin Anke Rehlinger ist klare Siegerin des
       Abends, sie holte nach den ersten Prognosen 44 Prozent. Die CDU kommt auf
       27,5 Prozent, die Linke fliegt mit 2,5 Prozent aus dem Landtag.
       
       Die Grünen kommen auf 6 Prozent, die AfD erreicht knapp 5,5 Prozent, die
       FDP könnte mit 4,7 Prozent die Fünfprozenthürde knapp verpassen. (taz)
       
       ## Kleine Parteien müssen zittern
       
       Umfragen zufolge liegt die SPD weit vorn und könnte mit der
       Landwirtschaftsministerin Anke Rehlinger erstmalig eine
       SPD-Ministerpräsidentin stellen.
       
       Aber wie sieht es mit den kleinen Parteien aus?
       
       Für die Linkspartei, aktuell noch die größte Oppositionsfraktion an der
       Saar, sieht es mau aus. Nach internen Querelen und dem medienträchtigen
       Austritt von Oskar Lafontaine könnte die Partei die Fünfprozenthürde
       verpassen. Auch für die AfD dürfte es schwierig werden. Verpasst sie den
       Wiedereinzug, muss sie ohne Landesliste antreten, weil eine bereits
       eingereichte Liste kurz vor Fristende wieder zurückgezogen wurde. Die
       Grünen und die FDP waren zuletzt nicht im Landtag vertreten. Für beide
       Parteien könnte es ebenfalls knapp werden.
       
       Insgesamt bewerben sich 17 Parteien und Wählergruppen um die 51 Sitze im
       Saarbrücker Parlament. Die Landtagswahl im Saarland gilt als erster
       Stimmungstest nach der Bundestagswahl. (taz)
       
       ## Wahlbeteiligung geringer als 2017
       
       [11][Bei der Landtagswahl im Saarland] am Sonntag ist die Wahlbeteiligung
       in den Wahllokalen bis zum frühen Nachmittag etwas geringer ausgefallen als
       vor fünf Jahren. Bis 14 Uhr gaben etwa 28,5 Prozent der knapp 750.000
       Wahlberechtigten ihre Stimme vor Ort ab, wie die Landeswahlleiterin
       mitteilte. Bei der Landtagswahl 2017 waren es zu diesem Zeitpunkt 32,6
       Prozent. Allerdings wird aufgrund der Coronapandemie mit einem höheren
       Anteil der Briefwähler gerechnet, die noch nicht berücksichtigt sind. Die
       Wahllokale sind noch bis 18.00 Uhr geöffnet.
       
       Nach über 22 Jahren CDU-geführter Landesregierung steht das Land nach
       letzten Umfragen in der zurückliegenden Woche vor einem Machtwechsel. Seit
       1999 stellt die CDU den Ministerpräsidenten, seit zehn Jahren regiert sie
       an der Saar in einer großen Koalition mit der SPD. Nun könnten die
       Sozialdemokraten erstmals seit 1994 stärkste politische Kraft werden und
       mit der bisherigen Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger die erste
       SPD-Ministerpräsidentin an der Saar stellen. (rtr)
       
       ## Rehlinger und Hans haben gewählt
       
       Die Spitzenkandidaten von SPD und CDU im Saarland, [12][Anke Rehlinger] und
       [13][Tobias Hans], haben am Sonntagvormittag ihre Stimme abgegeben.
       Rehlinger wählte in der Stadt Wadern, Hans in Neunkirchen. Im Saarland sind
       am Sonntag rund 800.000 Menschen dazu aufgerufen, ihre Stimmen abzugeben.
       
       Umfragen sagen einen deutlichen Wahlsieg der SPD von
       Landeswirtschaftsministerin Rehlinger voraus. Die CDU von Ministerpräsident
       Hans steht vor der Abwahl. Alle anderen Parteien müssen um einen Einzug ins
       Landesparlament bangen.
       
       Die [14][Landtagswahl gilt als erster Stimmungstest] nach der
       Bundestagswahl. Umfragen zufolge könnte danach die regierende große
       Koalition fortgesetzt werden, allerdings unter Führung der SPD. Rechnerisch
       kommen auch ein Ampelbündnis von SPD, FDP und Grünen, Rot-Grün oder
       Rot-Gelb in Frage. Je nach Abschneiden der kleinen Parteien könnte die SPD
       möglicherweise sogar allein regieren. (afp)
       
       ## Wichtigstes Thema: Wirtschaft
       
       Ungeachtet der globalen Situation – Krieg in der Ukraine, Hunger in Afrika,
       Coronapandemie – spielt im Saarland vor allem ein Thema eine Rolle: die
       regionale Wirtschaft. In Umfragen sehen sowohl Bürger:innen als auch
       Politiker:innen in der Sicherung von Arbeitsplätzen an der Saar eines
       der wichtigsten Themen. Die Arbeitsplatzufrage dürfte demzufolge mit
       wahlentscheidend sein. In keinem anderen Bundesland war die wirtschaftliche
       Lage zwischen 2010 und 2020 so desolat wie im Saarland. (taz)
       
       ## Verschiedene Koalitionen sind möglich
       
       Mit den ersten Hochrechnungen bei der Landtagswahl wird kurz nach der
       Schließung um 18 Uhr gerechnet. Das vorläufige amtliche Endergebnis soll
       dann noch am Abend feststehen. Das Saarland mit knapp einer Million
       Einwohnern ist das kleinste Flächenland unter den Bundesländern. Der
       Landtag mit 51 Abgeordneten ist der kleinste in Deutschland. Trotzdem gilt
       die Wahl auch als Stimmungstest für die Bundespolitik. In diesem Jahr
       finden noch Landtagswahlen in Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und
       Niedersachsen statt.
       
       Die CDU stellt in Saarbrücken seit fast 23 Jahren die Regierungschefin oder
       den Regierungschef. Ministerpräsident Tobias Hans ist zum ersten Mal
       Spitzenkandidat seiner Partei. Der heute 44-Jährige hatte den Posten 2018
       übernommen. CDU-Vorgängerin Annegret Kramp-Karrenbauer wechselte damals in
       die Bundespolitik. Für Rehlinger, 45, ist es der zweite Versuch,
       Regierungschefin zu werden. Die SPD stellte an der Saar zuletzt bis 1999
       den Ministerpräsidenten.
       
       Den Umfragen zufolge ist gut möglich, dass es künftig wieder eine große
       Koalition gibt – diesmal allerdings unter Führung der SPD. Hans hat offen
       gelassen, ob er auch als Vize unter Rehlinger ins Kabinett gehen würde. Die
       künftige Konstellation hängt auch davon ab, wer es von den [15][anderen
       Parteien] in den Landtag schafft. Bislang sitzen dort noch die Linke und
       die AfD. Den Umfragen zufolge ist aber nicht sicher, dass sie es wieder
       über die Fünf-Prozent-Hürde schaffen. Gleiches gilt für die Grünen und die
       FDP.
       
       Das ZDF-Politbarometer sah die SPD diese Woche bei 41 Prozent (Wahl 2017:
       29,6 Prozent) weit vor der CDU mit nur noch 28 Prozent (40,7 Prozent). Für
       Linke ergaben sich nur noch vier Prozent (12,8), für die AfD 6,5 Prozent
       (6,2), für die [16][Grünen 5,5 Prozent] (4,0) und für die FDP genau fünf
       Prozent (3,3).
       
       Damit wäre eine Koalition unter Führung der SPD sowohl mit CDU als auch
       Grünen mehrheitsfähig. Reichen könnte es auch für eine sozialliberale
       Regierung oder eine Ampel-Koalition wie in Berlin, wenn es die FDP in den
       Landtag schafft. Andererseits wäre selbst eine absolute Mehrheit für die
       SPD nicht ausgeschlossen, sollten mehrere kleinere Parteien an der
       Fünf-Prozent-Hürde scheitern. (dpa)
       
       27 Mar 2022
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] https://wahlergebnis.saarland.de/LTW/
   DIR [2] https://www.wahlrecht.de/
   DIR [3] https://twitter.com/Wahlrecht_de
   DIR [4] /FDP-im-Saarland-Wahlkampf/!5839979
   DIR [5] https://twitter.com/gereonas/status/1508146494796439562
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