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       # taz.de -- Idee für die Zeit nach Corona: Bänke zum Klönen
       
       > In Altona möchte eine Lokalpolitikerin, dass sich die Menschen nach der
       > Pandemie wieder näher kommen. Was könnte da besser helfen als Reden?
       
   IMG Bild: Auf Bänken können sich Menschen näher kommen
       
       Hamburg taz | Die Idee klingt süß. Die Hamburger CDU-Bezirkspolitikerin
       Kaja Steffens will etwas gegen die Einsamkeit der Menschen nach Corona tun.
       Ihr Bezirk Altona möge „Klönbänke“ aufstellen an mindestens fünf Plätzen.
       Diese sollen dann auch medial beworben werden und die darauf sitzenden
       Gäste ausdrücklich ins Gespräch einladen.
       
       Nach zwei Jahren zeichne sich nun ein Ende der vielen Pandemiemaßnahmen ab.
       Aber die [1][Vereinsamung der Bürger] sei damit „noch lange nicht aus der
       Welt“. In einer Stadt wie Hamburg, wo jede zweite Person Single ist, müsse
       man jetzt für positive Begegnung sorgen.
       
       Das finden alle gut. Steffens' [2][Antrag an das Bezirksparlament], zu
       gucken, wie diese Bänke realisiert werden, wurde einstimmig angenommen. Das
       Ganze sei eine „hervorragende Idee“, sagt auch die Grünen-Bezirkschefin
       Stefanie von Berg. Auch die Grünen im Hamburger Rathaus bereiten einen
       Antrag für „möglichst viele Freundschaftsbänke“ in der Großstadt vor, wie
       Seniorenpolitikerin Christa Möller-Metzger sagt. Sie würden von Sponsoren
       finanziert, die ihren Namen anbringen können.
       
       Thematisiert wurde das Redebedürfnis der Bürger bereits [3][im Juni auf
       einer Tagung] von Trendforscherin Ooana Horx-Strather. Ein Vorteil der
       Pandemie sei, „dass wir offen über Einsamkeit reden können“, sagte sie. Oft
       reichten schon kleine Eingriffe. In Schottland hätten Bürger in einem
       Einkaufszentrum, wo es kaum Platz zum Sitzen gab, „Chatty Chairs“
       durchgesetzt. Chatty heißt quatschen. In England gebe es „Friendship
       Benches“, in Amerika signalisieren gelbe Bänke, dass man bereit ist, mit
       anderen zu reden.
       
       Die Sache will aber schon koordiniert sein. In Stuttgart gerieten Bürger,
       die in Eigenregie „Schwätzbänkle“ aufstellten, zunächst mit den Behörden in
       Clinch. Nun setzte der Landesseniorenbeirat durch, dass an 20 Orten
       Baden-Württembergs Schilder an Bänken zum „Schwätzen“ einladen. „Wir kapern
       sozusagen die Bänke“, sagte der Vorsitzende Eckart Hammer laut Süddeutscher
       Zeitung. Allerdings sei Einsamkeit nicht allein Problem der Älteren.
       
       Gleichwohl ergab eine Studie des Bundesfamilienministeriums, dass sich
       durch Corona auch bei den über 80-Jährigen der Anteil der Einsamen erhöhte.
       Ein Grund könne auch die Digitalisierung sein, sagte Studienleiter Roman
       Kaspar gegenüber dem WDR, da von den ganz Alten nur jeder Fünfte „Onliner“
       sei. Nötig wäre, Gemeinschaft in den Quartieren zu fördern.
       
       Klaus Wicher, der Landeschef des Sozialverbands Deutschland in Hamburg,
       wittert hinter Klönbänken gar Symbolpolitik. Sein Verband habe eine Studie
       zu Einsamkeit im Alter erstellen lassen. „Wichtig wäre, dass Hamburg nach
       Vorbild Münchens richtige ‚Seniorenzentren‘ in den Stadtteilen einrichtet,
       wo die Menschen sich treffen können“, sagt er. „Dort müsste es
       hauptamtliche Mitarbeiter geben, die auch Hausbesuche machen, wenn einer
       sagt: ‚Mein Nachbar geht nicht mehr raus‘.“
       
       Für Klönbank-Befürworterin Kaja Steffens sind das „zwei Paar Schuh“. Es
       gehe hier nicht um Treffpunkte im Innern. Es gehe um etwas einfach zu
       Handhabendes für Junge wie Alte, „die ihre Einsamkeit überwinden wollen“.
       
       9 Mar 2022
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] /Psychische-Folgen-von-Corona/!5812839
   DIR [2] https://sitzungsdienst-altona.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1012504
   DIR [3] http://xn--50%20Jahre%20Stdtebaufrderung%20Dokumentation%20(hamburg-l9d12g.de)
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Kaija Kutter
       
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