# taz.de -- Kinder fragen, die taz antwortet: Künstlicher Schlaf für Astronauten?
> Wir wollen von Kindern wissen, welche Fragen sie beschäftigen. Jede Woche
> beantworten wir eine davon. Diese Frage kommt von Rahul, 12 Jahre alt.
IMG Bild: Wäre künstlicher Schlaf möglich, könnten Menschen viel mehr Planeten entdecken
Hallo Rahul. Du wolltest gerne wissen, wie realistisch es ist, Astronauten
in einen künstlichen Schlaf zu versetzen, damit sie weitere Strecken zu
anderen Planeten zurücklegen können. In Filmen kommt so etwas vor. In einem
Film aus den USA befinden sich die Astronaut:innen für 120 Jahre in
einem Hyperschlaf. Das ist super, weil das Raumschiff nicht so viel Essen
mit ins All nehmen muss.
In der Realität ist so ein langer Schlaf aber schwierig. Denn wenn wir uns
gar nicht bewegen, bilden sich unsere Muskeln zurück. So ein langer Schlaf
schadet auch unserem Gehirn, dann können wir uns nicht mehr an alles
erinnern. Außerdem können wir im Hyperschlaf nicht auf Toilette gehen, und
das wäre giftig für den Körper. Apropos Toilette – wir brauchen auch immer
Wasser, am besten täglich, sonst können wir nicht überleben.
Es gibt allerdings Forschungen zu künstlichem Schlaf. Die Wissenschaft
untersucht zum Beispiel, warum Tiere einen Winterschlaf machen können und
Menschen nicht. Bären halten Winterschlaf, weil sie ein bestimmtes Hormon
namens HIT produzieren. Hormone sind chemische Botenstoffe. Sie versuchen,
den Körper im Gleichgewicht zu halten, indem sie sich im ganzen Körper
verteilen, mit allen Bereichen „reden“ und diese Informationen zum nächsten
Körperteil tragen. HIT ist ein Hormon, das dafür sorgt, dass der Puls und
die Körpertemperatur sinken. Zudem verlieren Bären mithilfe von HIT keine
Muskeln.
Eine andere Substanz, die bei winterschlafenden Tieren gefunden wurde,
nennt sich Dadle. Dadle sorgt dafür, dass die Zellenaktivität gebremst
wird. Das bedeutet, dass der Körper langsamer arbeitet – also auch nicht so
schnell altert.
Eine Option, Menschen in den Winterschlaf zu versetzen, wäre mit Kälte. Das
nennt man Kryogen-Technik. Ein bisschen wie im Kühlschrank, da halten sich
Lebensmittel auch länger. Das ist aber gefährlich, denn die normale
Körpertemperatur beträgt 37 Grad. Bei 32 Grad können wir nicht mehr
sprechen, bei 29,5 Grad schlägt das Herz nur noch ein- bis zweimal pro
Minute.
Du siehst, einfach ist es nicht mit dem künstlichen Schlaf. Aber wer weiß?
Vielleicht gibt es bald einen Durchbruch, und dann ist es bis zur Reise zu
entfernten Planeten nicht mehr weit.
Hast du auch eine Frage? Dann schreib sie uns an [1][kinderfragen@taz.de].
27 Feb 2022
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## AUTOREN
DIR Shoko Bethke
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