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       # taz.de -- Nachrichten zur Coronakrise: 2G plus Negativtest in Berlin
       
       > Berlin verschärft seine Coronamaßnahmen. Pflegekräfte melden sich aus
       > Verweigerung einer Impfung zahlreich arbeitslos. Lockerungen in Sachsen.
       
   IMG Bild: Einlasskontrolle in einer Bar Berlin Mitte
       
       ## 2G plus Negativtest künftig in Berliner Kneipen
       
       Der Besuch im Friseur- oder Kosmetiksalon, aber auch im Restaurant ist ab
       5. Februar in Berlin nur noch Geimpften oder Genesenen mit aktuellem
       negativem Coronatest erlaubt. Das teilte Berlins Vize-Regierungschefin
       Bettina Jarasch (Grüne) nach der Senatssitzung am Dienstag mit. Geboosterte
       bleiben von dieser „2G zuzüglich Test“-Regel zeitlich unbegrenzt
       ausgenommen. (dpa)
       
       Viele Pflegekräfte melden sich wegen Impfpflicht arbeitslos 
       
       Die Bundesagentur für Arbeit stellt vor der Einführung einer
       einrichtungsbezogenen Corona-Impfpflicht im Gesundheitswesen Bewegung auf
       dem Arbeitsmarkt fest. Aus dem Gesundheits- und Sozialsektor hätten sich im
       Dezember und Januar 25.000 mehr Menschen arbeitssuchend gemeldet als
       üblich, sagte Vorstandsmitglied Daniel Terzenbach am Dienstag in Nürnberg.
       Arbeitssuchend sind Menschen, die eine drohende Arbeitslosigkeit bei der
       Arbeitsagentur anzeigen, aber noch im Job sind, erläuterte ein Sprecher der
       Bundesagentur. Eine Impfpflicht im Gesundheits- und Sozialwesen soll am 16.
       März in Kraft treten.
       
       „Wir sehen schon eine Zunahme, aber insgesamt auf einem Niveau, was uns
       allen keine Sorgen machen muss“, sagte Terzenbach. Er sprach von etwa
       25.000 Personen aus dem gesamten Gesundheits- und Sozialsektor, die sich
       über das übliche Niveau hinaus arbeitssuchend gemeldet hätten, davon
       ungefähr 12.000 aus der Pflege. Ob die erhöhte Zahl unter anderem auf
       entsprechende Aufrufe in sozialen Medien zurückzuführen ist, sei derzeit
       nicht bekannt. (dpa)
       
       Lockerungen für Großevents ab Sonntag in Sachsen 
       
       Sachsens Landesregierung lockert von Sonntag an die Regelungen für
       Großveranstaltungen. So falle etwa die Obergrenze von 1.000 Teilnehmenden
       bei Demonstrationen weg, sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am
       Dienstag in Dresden. Dies gelte bis zum Erreichen der Überlastungsgrenze
       der Bettenkapazität in den sächsischen Krankenhäusern. Falls wieder mehr
       als 1.300 Betten auf Normalstationen und mehr als 420 Betten auf den
       Intensivstationen mit Covid-19-Kranken belegt sind, seien bei Versammlungen
       maximal 5.000 Teilnehmende erlaubt.
       
       Sachsens Kabinett hatte zuvor eine neue Coronanotfallverordnung
       verabschiedet. Sie tritt am Sonntag in Kraft und gilt bis zum 6. März. Laut
       Innenminister Roland Wöller (CDU) ist das Versammlungsgeschehen „weiter
       sehr dynamisch“. Die Demonstrationen von Gegnern der staatlichen
       Corona-Maßnahmen hätten „ungebrochenen Zulauf“. Am Montag habe es fast 200
       solcher Versammlungen in Sachsen gegeben. Sie seien aber überwiegend
       friedlich verlaufen. Polizistinnen und Polizisten wurden Wöller zufolge
       nicht verletzt.
       
       Angesichts der bundesweit zweitniedrigsten Corona-Inzidenz im Freistaat
       wurden weitere Lockerungen vereinbart. So ist laut Köpping bis zum
       Erreichen der Überlastungsstufe im Handel eine 3G-Regelung ohne begrenzte
       Öffnungszeiten wieder möglich, Messen können unter 2G-plus-Bedingungen
       stattfinden. Bei einer Überschreitung der Belastungsgrenze gelten für
       Messen zusätzliche Einschränkungen. Eheschließungen und Beerdigungen sind
       mit maximal 50 Personen möglich. Zudem dürfen in die Stadien wieder mehr
       Fans. (dpa)
       
       ## Gesundheitsämter: können Impfpflicht nicht überprüfen
       
       Die Gesundheitsämter in Deutschland sehen sich nicht in der Lage, die zum
       15. März geplante [1][einrichtungsbezogene Impfpflicht] zu kontrollieren.
       
       „Die Gesundheitsämter gehen momentan davon aus, dass im Schnitt bei fünf
       bis zehn Prozent der Beschäftigten kein eindeutiger Impf- oder/und
       Genesenennachweis beziehungsweise kein vollständiger Impfschutz vorliegt
       und eine Meldung an das Gesundheitsamt erfolgt. Das ist eine erhebliche
       Belastung mit der Prüfung jedes Einzelfalls, wie es jetzt vorgesehen ist,
       die die Gesundheitsämter nicht zeitnah bewältigen können“, sagt Elke
       Bruns-Philipps, stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbands der Ärzte
       des öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD), der Zeitung Rheinische Post.
       (rtr)
       
       ## Wieder Zehntausende bei Coronademos
       
       Erneut haben bundesweit Zehntausende Menschen [2][gegen die aktuellen
       Coronamaßnahmen demonstriert.] In einigen Städten gab es am Montagabend
       auch Gegendemonstrationen. Die meisten Zusammenkünfte verliefen laut
       Polizeiangaben vom Dienstagmorgen friedlich.
       
       Doch nicht überall ging es friedfertig zu: Ein 26-Jähriger erlitt in
       Regensburg schwere Kopfverletzungen, wie die Polizei mitteilte.
       Rettungskräfte brachten ihn demnach in ein Krankenhaus. Zudem seien zwei
       Gruppen am Rande einer Versammlung aneinander geraten, mehrere Menschen
       seien verletzt worden. Weitere Details waren zunächst noch unklar. Eine
       23-Jährige verletzte den Angaben zufolge einen Polizisten mit Tritten und
       Schlägen.
       
       In Lübeck haben am Montagabend etwa 1.300 Menschen gegen die
       Coronabeschränkungen protestiert. Insgesamt sei die Versammlung zwar
       friedlich verlaufen, doch kurz nach Ende habe es eine Auseinandersetzung
       zwischen Teilnehmern auf dem Heimweg und einer weiteren Gruppe gegeben,
       teilte die Polizei mit. Die Beamten hätten die Personalien der zwölf
       Beteiligten aufgenommen. Es werde wegen Verdachts der gefährlichen
       Körperverletzung ermittelt. Die genauen Hintergründe der Auseinandersetzung
       waren noch unklar.
       
       Etwa 9.000 Menschen kamen zu Versammlungen und Protestzügen in
       Mecklenburg-Vorpommern, wie die Polizei mitteilte. In Rostock hatte die
       Ordnungsbehörde mehrere Proteste untersagt, dennoch seien Gruppen durch die
       Innenstadt gezogen. Es kam den Angaben zufolge zu Böllerwürfen, die Beamten
       mussten mehrfach einschreiten. Mehrere Menschen wurden demnach in Gewahrsam
       genommen. In Grimmen wurden laut Polizei Beamte aus einer Wohnung heraus
       mit Eiern beworfen und beleidigt.
       
       In Thüringen demonstrierten rund 25.000 Menschen gegen die Maßnahmen. 25
       Personen seien angezeigt worden, unter anderem wegen Verstößen gegen das
       Versammlungsgesetz sowie Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte. In Jena
       sei zudem eine Maßnahmenkritikerin von einer Gegendemonstrantin verletzt
       worden, teilte die Polizei mit.
       
       Am Montagabend versammelten sich in Ostfildern etwa 200 Menschen zu einer
       angemeldeten Versammlung, um gegen Coronamaßnahmen zu demonstrieren.
       Polizeiangaben zufolge verlief die Demonstration friedlich. Zuvor hatte
       aber eine Ankündigung des Oberbürgermeisters von Ostfildern eine
       Protestwelle in sozialen Medien ausgelöst. In bestimmten Chatgruppen hieß
       es sogar, es gebe einen „Schießbefehl“ auf die Demonstranten. OB Christof
       Bolay (SPD) und die Polizei Reutlingen widersprachen dieser Darstellung am
       Montag vehement. „Der Einsatz der Schusswaffe zur Durchsetzung eines
       Versammlungsverbots ist ausgeschlossen“, hieß es in einer gemeinsamen
       Erklärung.
       
       Erst am Montag hatte das Bundesverfassungsgericht es abgelehnt, ein
       kommunales Verbot unangemeldeter Corona-“Spaziergänge“ mit sofortiger
       Wirkung außer Kraft zu setzen. [3][Die Karlsruher Richterinnen und Richter
       wiesen den Eilantrag eines Mannes ab], der die Allgemeinverfügung der Stadt
       Freiburg zu Fall bringen wollte. (dpa)
       
       ## Inzidenz steigt auf über 1.200
       
       Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet 162.613 Positivtests binnen 24
       Stunden. Das sind 35.658 Fälle mehr als am Dienstag vor einer Woche, als
       126.955 Neuinfektionen gemeldet wurden. Die bundesweite
       Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf einen Höchstwert von 1.206,2 von 1.176,8 am
       Vortag. 188 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit
       erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle auf 117.974. Insgesamt
       fielen in Deutschland bislang mehr als 9,97 Millionen Coronatests positiv
       aus. (rtr)
       
       ## Dahmen: Omikron-Subtyp erschwert Kampf gegen Corona
       
       Eine Trendwende bei den Infektionszahlen könnte laut dem
       gesundheitspolitischen Sprecher der Grünen, Janosch Dahmen, wegen der
       Verbreitung des Omikron-SubTyps BA.2 deutlich später erreicht werden als
       erwartet. „Es ist möglich, dass sich die Trendwende um mehrere Wochen
       verzögern könnte“, sagt Dahmen den Zeitungen der Funke Mediengruppe.
       
       Die Verbreitung des Subtyps werde den Höhepunkt der aktuellen Welle
       voraussichtlich weiter nach hinten verschieben. Alles, was bislang über
       BA.2 bekannt sei, lege nahe, dass die Infektionszahlen möglicherweise noch
       nicht im Februar zurückgehen würden.
       
       Unklar sei, wie gut Personen, die eine Infektion mit dem Omikron-Subtyp
       BA.1 überstanden haben, auch gegen BA.2 immunisiert sind. „Angesichts von
       BA.2 sind umfassende Lockerungen in den nächsten vier Wochen eher
       unrealistisch.“ (rtr)
       
       1 Feb 2022
       
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