# taz.de -- Nachfolge-Aktionen der Hungerstreikenden: Aufbruch oder Aufstand
> Nicht alle Aktionen unter dem Namen „Letzte Generation“ sind
> gleichzusetzen. Einige ehemalige Hungerstreikende kritisieren die
> Autobahnblockaden.
IMG Bild: Erst Streit mit Autofahrern, jetzt auch noch Stress mit den Kolleg:innen der „letzten Generation“
Berlin taz | Es erinnert an Monty Pythons Film „Das Leben des Brian“, in
dem die politische Gruppe „Judäische Volksfront“ auf keinen Fall mit der
„Volksfront von Judäa“ in Verbindung gebracht werden möchte. Auch der
„Hungerstreik der letzten Generation“ und der „Aufstand der letzten
Generation“ scheinen auf Abgrenzung bedacht. Der [1][„Hungerstreik der
letzten Generation“] im Herbst wurde beendet, nachdem der damalige
Bundeskanzler in spe, Olaf Scholz, den Aktivist:innen ein Gespräch
zugesagt hatte.
Seit einigen Wochen erregt eine Gruppe große mediale Aufmerksamkeit, die
sich einen ähnlichen Namen gegeben hat: „Aufstand der letzten Generation“.
Täglich blockieren sie Autobahnen und fordern ein [2][Essen-retten-Gesetz].
Auf den ersten Blick klingt das erst mal so, als sei dies das
Nachfolgeprojekt der Hungerstreikenden. Auch viele Medien stellen es so
dar.
Doch einige Aktivist:innen möchten nicht, dass diese beiden Gruppen
gleichgesetzt werden. Lediglich rund 5 Prozent des ganzen Teams vom
Hungerstreik seien jetzt bei der „letzten Generation“ dabei, erklärt eine
ehemalige Hungerstreikende. Wie sie selbst auch, fänden viele von ihnen
deren Aktionen problematisch – und fühlten sich nicht wohl, mit
hineingezogen zu werden.
## Hungerstreikende gehen zwei verschiedene Wege
Denn aus dem „Hungerstreik der letzten Generation“ haben sich
unterschiedliche Projekte entwickelt. „Wir sind als Gruppe zwei Wege
gegangen“, sagt Carla Hinrichs, Sprecherin des „Aufstands“. „Die einen
machen mit dem ‚Aufstand der letzten Generation‘ weiter die
Autobahnblockaden. Die anderen haben den ‚Aufbruch‘ gestartet.“ Letzterer
steht noch am Anfang. Die Gruppe möchte endlich für Klimagerechtigkeit
sorgen und „gemeinschaftlich Utopien realisieren“, um „frei von den Zwängen
des kapitalistischen Systems leben“, heißt es auf [3][Instagram].
Was den „Aufstand der letzten Generation“ angeht, so gab
Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir am Dienstag bekannt, er sei offen
für ein Gespräch mit den Aktivist:innen und wolle das Problem der
Lebensmittelverschwendung entschieden anpacken. Ob wohl auf einen Erfolg
des „Aufstandes“ bald die erste Aktion des „Aufbruchs“ folgt?
16 Feb 2022
## LINKS
DIR [1] /Nach-Anruf-von-Olaf-Scholz/!5803567
DIR [2] /Umweltverbaende-zu-Autobahnblockaden/!5831896
DIR [3] https://www.instagram.com/deraufbruch/?hl=es
## AUTOREN
DIR Ruth Lang Fuentes
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