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       # taz.de -- Rigides Abtreibungsverbot in El Salvador: Wo Fehlgeburt ein Verbrechen ist
       
       > El Salvador hat eines der schärfsten Abtreibungsgesetze weltweit. Bis zu
       > 30 Jahre Haft droht Schwangeren. Doch es gibt Widerstand.
       
   IMG Bild: Demonstration für Frauenrechte am 8. März 2020 in San Salvador
       
       Das Frauengefängnis von Ilopango in El Salvador, elf Kilometer von der
       Hauptstadt San Salvador entfernt, ist ein rauer Ort. Hinter blauen
       Gitterstäben sitzen die Frauen zu Dutzenden in Zellen auf dünnen
       Metallpritschen, mit eingefrorenen Gesichtern. Eine [1][Fotoserie] zeigt
       Einblicke in die „[2][Hölle“], wie einige Gefangene das Gefängnis nennen.
       
       Die hygienischen Bedingungen sind schlecht, es gibt zu wenige Toiletten für
       zu viele Häftlinge, und auch die medizinische Versorgung ist mangelhaft.
       Doch das größte Problem ist die [3][Überbelegung]. Bis zu vierzig Frauen
       teilen sich eine Zelle, einige müssen auf dem Boden schlafen. Für maximal
       225 Gefangene ist das Gefängnis ausgelegt – [4][Medien berichten] jedoch
       von bis zu 2.000 Inhaftierten, davon zahlreiche mit kleinen Kindern.
       
       Die Frauen sitzen hier wegen Bandenkriminalität oder Diebstählen. Oder
       wegen eines Verbrechens, das keines sein dürfte.
       
       So wie Cinthia Marcela Rodríguez Ayala. Zehn Jahre und neun Monate ihres
       Lebens hat sie im Frauengefängnis Ilopango verbracht. Sie war 19, als sie
       blutend in ein Krankenhaus eingeliefert wurde, nachdem sie im achten Monat
       ihr Baby verlor. Noch während man sie behandelte, sei sie an Beinen und
       Armen gefesselt worden, erzählt Rodríguez der taz. Eine Krankenschwester
       hatte sie an die Polizei verraten, das geht aus den Gerichtsakten hervor.
       Der Tatvorwurf der Staatsanwaltschaft: schwerer Totschlag. Was jedoch
       tatsächlich passiert war: Rodríguez hatte eine Fehlgeburt erlitten.
       
       El Salvador ist eines der Länder mit den weltweit härtesten
       Abtreibungsgesetzen. Unzählige Frauen müssen in El Salvador als Folge einer
       Fehlgeburt oder eines gynäkologischen Notfalls jahrzehntelange Haftstrafen
       absitzen. Laut einer [5][Studie der Heinrich-Böll-Stiftung] waren es
       zwischen 2000 und 2019 allein 181 Frauen, die für Abtreibung oder
       Fehlgeburt unter Anklage gestellt wurden. In vielen Ländern weltweit sind
       Schwangerschaftsabbrüche illegal. Doch in kaum einem Land werden die
       Strafen so hart durchgesetzt wie in dem stark konservativ-religiös
       geprägten El Salvador.
       
       Totgeburt, Fehlgeburt oder gynäkologischer Notfall – es ist egal, wie eine
       Schwangerschaft beendet wird, ob gewollt oder ungewollt, ob freiwillig oder
       unfreiwillig. Stirbt der Embryo oder Fötus, gilt es als Mord oder
       Totschlag. Auch, wenn eine Frau vergewaltigt wurde, ihr Leben durch die
       Schwangerschaft bedroht ist oder sie noch ein junges Mädchen ist. Die Tat
       gilt als „[6][Verbrechen im Zusammenhang mit einem Menschenleben“], so
       steht es im Gesetz.
       
       Dieser Text erzählt die Geschichten von drei Frauen und ihren
       Unterstützer:innen. Rodríguez, die ihr Kind im achten Monat verlor und
       dafür ein Jahrzehnt im Gefängnis saß. Beatriz, die ihre Schwangerschaft
       nicht überlebt hätte und mit ihrem öffentlichen Abbruch das Justizsystem
       herausforderte. Und der Fall Manuela, der im Dezember 2021 zu einem
       historischen Urteil des Interamerikanischen Menschenrechtsgerichtshofs
       geführt hat.
       
       Es ist eine Geschichte von Hilflosigkeit und Ungerechtigkeit. Von einem
       Justizsystem, das reproduktive Rechte missachtet, und einer Gesellschaft,
       die dabei zusieht. Von Menschen, die sterben, weil das Gesetz sie nicht
       schützt.
       
       Aber es ist auch eine Geschichte von dem Kampf für Menschenrechte und der
       Hoffnung auf Veränderung.
       
       ## Rodríguez: bestraft für eine Fehlgeburt
       
       Die Geschichte von Cinthia Marcela Rodríguez Ayala beginnt am 3. Juli 2008.
       Rodríguez, damals 19 Jahre alt, ist im achten Monat schwanger. Sie lebt in
       armen Verhältnissen am Rande von San Salvador, arbeitet als Reinigungskraft
       in einer Textilfabrik.
       
       Die Schwangerschaft hatte sie nicht geplant, das Kind wollte sie trotzdem
       behalten. Sie sei allein zu Hause gewesen, als das Baby kam. Aber, so
       erzählt sie es, das Kind war tot. Vom Schock sei sie wie benebelt gewesen,
       blutend habe sie Hilfe bei einer Nachbarin gesucht. Die bringt sie in die
       Notaufnahme eines Krankenhauses. Dort wird sie betäubt. „Als ich wieder
       aufwachte, wollte ich mein Baby sehen“, erinnert Rodríguez sich. „Aber ich
       war gefesselt.“ Eine Krankenschwester hatte die Polizei gerufen: wegen
       illegaler Abtreibung.
       
       Drei Tage verbringt sie im Krankenhaus, bevor sie in das Frauengefängnis
       von Ilopango gebracht wird. Dort beginnt ihre Befragung. Angezeigt ist sie
       nun nicht mehr nur wegen Abtreibung, sondern, so steht es in den
       Gerichtsakten, [7][nach Artikel 129-1 in Verbindung mit Artikel 20] des
       Strafgesetzbuchs wegen „homicidio agravado“. Schwere Tötung.
       
       Geld für eine:n Anwält:in hat sie nicht, und der ihr gestellte
       öffentliche Anwalt, so sagt sie heute, habe ihr nicht geglaubt, dass sie
       eine Totgeburt hatte. Er sei ihrer Bitte nicht nachgekommen, selbst vor
       Gericht aussagen zu wollen. Und bei der nächsten Anhörung habe der Anwalt
       bereits wieder gewechselt. „Niemand hat sich wirklich mit meinem Fall
       beschäftigt“, sagt Rodríguez.
       
       Die Prozessakten zeichnen das Bild einer Mörderin. Rodríguez habe das
       Neugeborene beim Durchschneiden der Nabelschnur mit einer Schere tödlich
       verletzt. Ein Beweis dafür sei, dass die Leiche des Babys später in einer
       Tasche gefunden wurde. Aber: Die Nabelschnur war bereits bei der Geburt um
       den Hals des Babys gewickelt. Rodríguez selbst sagt, das Neugeborene sei
       bereits bleich gewesen, sie habe die Schnur durchgeschnitten, um dem Kind
       zu helfen.
       
       In den Akten wird sich auf die Obduktion der Leiche berufen. Demnach sei
       das Baby an Verletzungen am Hals durch die Schere, mit der die Nabelschnur
       durchtrennt wurde, verstorben.
       
       Aber: Es gibt einen weiteren Bericht, den ein unabhängiger
       Gerichtsmediziner auf Anfrage von Rodríguez’ Unterstützer:innen, denn diese
       gibt es auch, verfasst hat. Auf Grundlage der Prozessakten und des
       vorliegenden Obduktionsberichts hat er den Fall erneut bewertet. Beide
       Berichte liegen der taz vor.
       
       Der Verfasser, Professor und Direktor der Forensik an der Universität von
       Kentucky, kommt darin zum Schluss, dass die im Obduktionsbericht
       angeführten Gründe dafür, dass Rodríguez ihr Baby getötet haben soll,
       medizinisch nicht haltbar sind. Ein sogenannter Float-Test der Lunge, der
       klären sollte, ob das Baby bei der Geburt bereits tot war oder noch lebte,
       sei „unzuverlässig“, so der Arzt. Der Obduktionsbericht aus El Salvador,
       der eine Grundlage für Rodríguez’ Verurteilung war, komme zu falschen
       Schlüssen.
       
       Rodríguez selbst beteuert, dass sie ihr Kind nicht umgebracht hat. Sie ist
       heute 33 Jahre alt. Eine lebensfrohe Frau, die sich liebevoll um ihre
       kleine Tochter kümmert. „Wenn jemand einen Schwangerschaftsabbruch will,
       dann wartet man doch nicht bis zum achten Monat damit.“
       
       Am 20. August 2009 um 14 Uhr wird Rodríguez zu 30 Jahren Haft verurteilt.
       Vor Gericht spielt es keine Rolle, ob sie das Kind willentlich getötet oder
       eine unfreiwillige Totgeburt erlitten hat. Beides gilt in El Salvador vor
       dem Gesetz als Mord.
       
       Im Frauengefängnis von Ilopango ist ihr Ruf sofort klar: Rodríguez, eine
       Kindermörderin. Wenn sie von der Zeit im Gefängnis erzählt, dann zittert
       ihre sonst kraftvolle Stimme. Sie sagt, ihre Mithäftlinge hätten sie
       geschlagen. Ihre Familie habe sie nicht besuchen können, weil sie sich die
       notwendigen Ausweispapiere nicht leisten konnten. Sie sei einsam gewesen.
       Ein psychologisches Gutachten attestiert: Sie war depressiv und
       suizidgefährdet, litt unter postpartalem Trauma.
       
       Erst als sie das „Colectiva Feminista para el Desarrollo Local“
       kennenlernte, habe sie wieder Mut gefasst. Das feministische Kollektiv für
       die lokale Entwicklung, wie die Gruppe zu Deutsch heißt, unterstützt seit
       2006 Frauen, die wegen des Abtreibungsgesetzes in Haft sind.
       
       Gemeinsam mit der „Zivilgesellschaftlichen Gruppe zur Dekriminalisierung
       von Schwangerschaftsabbrüchen“ helfen sie Frauen, deren Rechte durch den
       Staat beschnitten werden. Seit 2004 engagieren sie sich für die Freilassung
       der Inhaftierten, finanzieren juristische Betreuung, schaffen
       Öffentlichkeit für die Fälle, rollen sie vor Gericht neu auf. Ein
       13-seitiger Bericht über den „Fall Cinthia“, gespickt mit Quellen und
       Belegen, stützt Rodríguez’ Aussagen.
       
       Das Kollektiv hat Rodríguez während ihrer Gefängniszeit unterstützt, sie
       mit Hygieneartikeln versorgt, ihr juristische Unterstützung zugesagt. „Ich
       habe neue Hoffnung bekommen“, sagt Rodríguez. „Dank dieser Menschen, die
       draußen für unsere Freiheit gekämpft haben.“ Rodríguez ist motiviert, holt
       ihr Abitur aus dem Gefängnis nach. Und wartet sehnsüchtig auf ein Leben
       außerhalb des Gefängnis.
       
       Am 8. März 2019, dem internationalen Frauentag, wird Rodríguez neben zwei
       anderen Häftlingen aus dem Frauengefängnis Ilopango [8][entlassen]. Nachdem
       das Colectiva Feminista ihren Fall mit Hilfe von Anwält:innen zur
       Revision eingereicht hatte, reduzierte das Oberste Gericht die Haftstrafen
       der drei Frauen jeweils von 30 Jahren auf etwa zehn Jahre und ordnete ihre
       Freilassung an.
       
       Es gibt ein Video dieser Freilassung. Rodríguez, [9][im weißen T-Shirt] und
       Jeans, lächelt. Der Presserummel ist groß. Sie umarmt ihre Familie, das
       Gesicht voller Freude und Erleichterung, vielleicht auch ein wenig Triumph.
       Sogar der anwesende Minister für Justiz und Sicherheit sagt: „Der Staat
       muss diese Gesetze evaluieren.“
       
       ## Morena Herrera kämpft für die Frauen
       
       Morena Herrera ist die Vorsitzende des Colectiva Feminista und eine der
       bekanntesten Frauenrechtsaktivistinnen des Landes. Im Dezember 2021 sitzt
       die 62-Jährige mit rund einem Dutzend Aktivist:innen der Gruppe in
       einem großen, hellen Saal eines alten Kolonialhauses in der Kleinstadt
       Suchitoto und bilanziert das vergangene Jahr. Das Treffen findet geheim
       statt.
       
       Morena Herrera kämpft diesen Kampf schon seit vielen Jahrzehnten. Wenn sie
       erzählt, dann tut sie das ohne Punkt und Komma. Sie kennt die feministische
       Geschichte El Salvadors genau, kann sich an jedes Detail erinnern, an jede
       Anhörung, jeden Meilenstein, sogar an die Gefühle, die sie damals hatte.
       Insbesondere an den 27. April 1998. Es war der Tag, an dem die
       Neugestaltung der Abtreibungsgesetze diskutiert wurde. Zuvor wurden
       Abbrüche zwar bestraft, aber es gab Ausnahmen – wie gynäkologische Notfälle
       oder Fehlbildungen des Fötus.
       
       Dieses Gesetz sollte nun, nach den Vereinbarungen des Friedensvertrags und
       durch den starken Einfluss der katholischen Kirche bei diesen, verschärft
       werden. Bei der legislativen Versammlung war auch Herrera mit ihrer Gruppe
       anwesend, sie war damals 36. „Es war eine lange Nacht“, erinnert sie sich.
       „Und ich hatte das Gefühl, dass heute Nacht eine Entscheidung fällt, die
       schwere Konsequenzen für die Frauen in diesem Land hat.“
       
       Sie sollte recht behalten. In jener Nacht wurde die Grundlage geschaffen
       für die bis heute existierende Kriminalisierung von
       Schwangerschaftsabbrüchen.
       
       Noch während Herrera eine Rede darüber hielt, warum die Verschärfung der
       Gesetze einen massiven Einschnitt in die Rechte von Frauen bedeute, wurde
       die Live-Übertragung der Versammlung im Fernsehen abgebrochen, so erzählt
       sie. Nur wenige Minuten später sei die Entscheidung gefallen. „Und wir
       gingen hinaus und weinten.“
       
       Die Entscheidung schwächte die feministische Bewegung nachhaltig. „Es gab
       zwar eine kraftvolle Demonstration im Anschluss“, sagt Herrera, „aber
       danach folgte für mehrere Jahre eine Stille.“ Warum? „Ich denke, es gab
       eine Selbstzensur, aus Angst, dass wir selbst verurteilt werden.“
       
       Morena Herrera ließ sich jedoch nicht entmutigen. Sie untersuchte weiter
       Fälle, schloss Netzwerke und trieb zusammen mit internationalen
       Unterstützer:innen Untersuchungen voran.
       
       So lernte sie 2006 erstmals eine Frau kennen, die eine 30-jährige
       Haftstrafe aufgrund eines Schwangerschaftsabbruchs verbüßte. Mithilfe einer
       argentinischen Anwältin und Untersuchungen der Universität von Granada
       konnten sie den Fall vor Gericht neu aufrollen und juristisch darlegen,
       dass es sich nicht um Mord, sondern um einen gynäkologischen Notfall
       handelte. Die Frau wurde 2009 vorzeitig entlassen. Es war der erste große
       Durchbruch.
       
       Die Gruppe um Herrera wuchs danach stetig, der Großteil des rund
       15-köpfigen Teams arbeitet ehrenamtlich, bis auf eine Festangestellte.
       Mithilfe der Unterstützung des Kollektivs wurden inzwischen 181 Frauen
       betreut und davon 77 aus der Haft befreit.
       
       Ihr größter Erfolg: Das Urteil im Fall „Manuela und andere vs. El
       Salvador“. Ein Fall, der in den vergangenen Jahren zum Symbol für
       Frauenrechte in dem zentralamerikanischen Land wurde.
       
       ## Manuela stirbt im Gefängnis an Krebs
       
       Manuela, der zum Schutz öffentlich ein anderer Name gegeben wurde, ist eine
       Frau, die aus einer armen, ländlichen Gegend kam. Sie war Analphabetin,
       lebte mit ihrer Familie in prekären Verhältnissen. Auch sie war zuvor wegen
       schwerer Tötung an ihrem Neugeborenen inhaftiert worden. Am 28. Februar
       2008 hatte die Polizei die Leiche des Babys in einer Klärgrube nahe ihrem
       Haus gefunden. Umgebracht hatte sie es nicht, das Kind war bereits tot, als
       es auf die Welt kam. Dennoch wurde auch Manuela zu 30 Jahren Gefängnis
       verurteilt. Noch zwei Jahre lebte sie in Gefangenschaft, bevor sie 2010,
       mit Handschellen an das Krankenhausbett gefesselt, an Lymphkrebs verstarb.
       
       Im [10][November 2021] urteilte der Interamerikanische
       Menschenrechtsgerichtshof nach einer über zweijährigen Prüfung: Der Staat
       hat sich schuldig gemacht in der Verletzung persönlicher Freiheit, der
       Gleichheit vor dem Gesetz, des Rechts auf Leben und Persönlichkeit sowie
       der Verletzung der Unversehrtheit, des Privatlebens und der Gesundheit von
       Manuela. Zum ersten Mal wird der Staat von einem internationalen Gericht
       für die Verletzung der Menschenrechte durch das rigide Abtreibungsgesetz
       verurteilt. [11][Die BBC spricht] von einem „historischen Urteil“.
       
       In dem dreizehnseitigen [12][Urteil] des Interamerikanischen
       Menschenrechtsgerichtshofs zum Fall Manuela heißt es, die
       Sicherheitsverwahrung sei „willkürlich“ gewesen und habe das Recht auf
       Unschuldsvermutung verletzt. Außerdem sei das Fehlen einer ordnungsgemäßen
       Prüfung des Falles auf „Vorurteile und negative Geschlechtsstereotype“
       zurückzuführen. Weiter heißt es, „Manuela wird ab dem Moment, ab dem sie
       medizinische Versorgung braucht, diskriminiert. Vom Staat erhält sie weder
       medizinische Behandlung noch widerfährt ihr Gerechtigkeit“.
       
       Es sind vor allem Frauen in Armut, die unter dem Gesetz leiden. Oftmals
       leben sie in ländlichen Gebieten, sind unterernährt, ohne Zugang zu
       fließendem Wasser. Private Krankenversicherungen sind teuer, die staatliche
       Versorgung ist mangelhaft. Weil sie kaum Zugang zu medizinischer Versorgung
       haben, erleiden sie öfter gynäkologische Notfälle oder Fehlgeburten.
       [13][Die wenigsten können sich eine medizinische Betreuung] der
       Schwangerschaft überhaupt leisten.
       
       Und auch Frauen, die eine Schwangerschaft bewusst abbrechen wollen, haben
       es schwer. Unbegleitete Abbrüche können lebensgefährlich ein. [14][Laut der
       WHO zählen illegalisierte Abtreibungen] zu den Gründen, die am häufigsten
       zu Müttersterblichkeit führen. Jedes Jahr sterben demnach bis zu 13,2
       Prozent der Schwangeren wegen unsicherer Abtreibungen. Für El Salvador gibt
       es keine Statistik, die die Toten zählt. Zu oft passieren die Eingriffe im
       Geheimen. Zum Beispiel mit einem verbogenem Kleiderbügel, die sich die
       Schwangeren vaginal einführen. Viele verbluten dabei.
       
       Es gebe zwar klandestine Netzwerke, um an Medikamente für
       Schwangerschaftsabbrüche zu kommen, aber die wenigsten Frauen hätten zu
       diesen überhaupt Zugänge, sagt Morena Herrera. Die Eingriffe seien teuer,
       oftmals mehr als tausend Dollar. Solange Schwangerschaftsabbrüche verboten
       bleiben, zwingt es die Frauen daher in eine gefährliche Illegalität.
       Herrera sagt: „Das Abtreibungsverbot in El Salvador tötet Frauen.“
       
       El Salvador ist ein extrem konservatives Land, in dem sowohl die
       katholische Kirche als auch evangelikale Fundamentalisten massiven Einfluss
       auf die Politikgestaltung des Landes haben. Etwa [15][die Hälfte der
       Bevölkerung] identifiziert sich als katholisch, rund 33 Prozent als
       evangelisch.
       
       Anhänger der sogenannten Lebensschutzbewegung und Anti-Abtreibungs-Lobby
       sind auch im Parlament breit vertreten. Schwangerschaftsabbrüche, so der
       Glaube, seien in jedem Fall der Mord an ungeborenem Leben. Egal, ob das
       Leben der Schwangeren dabei selbst gefährdet ist oder sie das Kind gegen
       ihren Willen verliert.
       
       Erst im Oktober 2021 hatte die gesetzgebende Versammlung einen [16][Antrag
       auf eine Reform] des Abtreibungsgesetzes abgelehnt, die die
       Zivilrechtsgruppe rund um Morena Herrera eingereicht hatte. Es war die
       vierte Initiative, die dem Kongress seit 1998 vorgelegt wurde. Von 84
       Abgeordneten lehnten 73 die Reform ab.
       
       Gestützt werden diese Fundamentalisten von Präsident Bukele. Nachdem er
       wegen Spaltungsvorwürfen aus der linken FMLN-Partei rausgeworfen wurde,
       trat der 40-Jährige in die Mitte-rechts-Partei Gana ein – und gewann mit
       ihr den Wahlkampf. Er präsentiert sich als liberaler Reformer des Landes,
       regiert jedoch mit autoritärem Politikstil und konservativen Ansichten.
       
       Im September 2021 postete Bukele auf [17][seiner offiziellen
       Facebook-Seite], ein klares Statement zur Reformdebatte: „Ich habe mich
       entschieden, damit es KEINEN ZWEIFEL gibt, keinerlei Reformen für KEINEN
       ARTIKEL vorzuschlagen, der mit dem RECHT AUF LEBEN (ab dem Moment der
       Empfängnis) zu tun hat, mit der Ehe (dem klassischen Konzept folgend, EIN
       MANN UND EINE FRAU) oder mit Euthanasie“ (frei übersetzt, Hervorhebungen im
       Original, Anm. d. Autorin).
       
       Doch das Urteil im Fall Manuela zwingt Bukeles Regierung nun erstmals zum
       Handeln. Das Gericht wies den Staat an, die internationale Verantwortung in
       einem öffentlichen Akt anzuerkennen. Außerdem soll er sich zur
       Vertraulichkeit von Krankenakten verpflichten, Leitfäden für gynäkologische
       Behandlungen entwickeln. Und: Er muss seine Abtreibungsgesetze nun doch
       reformieren. Gynäkologische Notfälle, so das Gericht, dürften nicht
       automatisch strafrechtliche Konsequenzen haben.
       
       Der Staat hat bislang jedoch nicht auf das Urteil reagiert. Präsident Nayib
       Bukele schweigt. Und das Gesetz bleibt.
       
       Für Morena Herrera ist das Urteil dennoch ein Meilenstein. „Die Kommission
       hat anerkannt, dass Manuela einen gynäkologischen Notfall hatte“, sagt sie.
       „Außerdem wird anerkannt, dass das Problem in der Anwendung der Gesetze
       liegt.“ Es sei ein großer Erfolg, dass das Bild von Manuela, die zuvor als
       untreue Kindermörderin galt, bereinigt wird – auch für ihre Familie sei
       diese Entkriminalisierung wichtig.
       
       Der Fall eröffne Möglichkeiten für andere Frauen, um ihre Rechte zu
       kämpfen. „Auch wenn es der Regierung nicht gefällt: Hier wurde der Staat
       als Ganzes verurteilt. Er ist verantwortlich und wird handeln müssen.“
       
       ## Beatriz: Ihr Fall kann das Land verändern
       
       Ein weiterer Fall gibt Herrera Grund zur Hoffnung. Im Fall „Beatriz“ prüft
       der Interamerikanische Menschenrechtsgerichtshof derzeit, ob El Salvador
       sich auch in diesem Fall am Verstoß gegen Menschenrechte schuldig gemacht
       hat. Wie kein anderer forderte dieser das salvadorianische Justizsystem
       heraus. Ein Urteil gegen den Staat könnte den Wendepunkt in der
       Gesetzgebung bedeuten.
       
       Beatriz selbst lebt nicht mehr. Doch der Arzt, der sie behandelte, spricht
       bereitwillig über den Fall. Doktor Guillermo Ortiz Opas hat inzwischen das
       Land verlassen. Zu massiv waren die Anfeindungen gegen ihn und seine
       Familie, zu sehr zweifelte er an dem medizinischen Ethos im Land. Als er
       ein Jobangebot in den USA bekam, überlegte er nicht lange und wanderte aus.
       Das Interview findet per Zoom statt. In einem roten Poloshirt, mit grauem
       Bart und schwarzer Hornbrille sitzt er in seinem neuen Zuhause in North
       Carolina vor dem Computer.
       
       Ortiz ist ein erfahrener Arzt. 25 Jahre lang arbeitete er als Gynäkologe in
       der Frauenklinik in San Salvador, war zuletzt Chef der Geburtshilfe.
       Außerdem lehrte er als Professor an der Universität. Viele Schwangere kamen
       in seine Klinik und baten um Hilfe. Junge Frauen, die vergewaltigt worden
       waren, minderjährige Mädchen, Frauen, die kein Kind hätten versorgen
       können. Aber auch gynäkologische Notfälle. „Ich wusste, was ich hätte tun
       müssen, um ihnen zu helfen“, sagt Ortiz. „Aber das Gesetz hat es mir
       verboten.“ Er fühlte sich wie ein Krimineller, versuchte, einen Teil seiner
       Arbeit zu verstecken, erzählt er.
       
       Ob er verbotene Abtreibungen vorgenommen hat? „Ich habe versucht, Frauen zu
       helfen, egal in welcher Situation“, sagt Ortiz. „Sonst wären viele Frauen
       gestorben.“ Mehr will er nicht sagen.
       
       Noch bevor er Beatriz behandelte, prägte ihn ein anderer Fall. Es ist 2012,
       als ein 17-jähriges Mädchen mit einer Nierenkrankheit zu ihm in die Klinik
       kommt. Sie ist in der 22. Woche ungewollt schwanger, ihr Körper in
       schlechter Verfassung. „Ich wusste: Wenn sie nicht abtreibt, wird sie
       sterben“, erzählt Ortiz. Die Eltern jedoch entscheiden sich dagegen, aus
       Angst, ins Gefängnis zu kommen. Wenn Ortiz diese Geschichte erzählt, dann
       kommen ihm die Tränen. Am nächsten Morgen, es war ein Freitag, daran
       erinnert er sich genau, wird er früh ins Krankenhaus gerufen. Ihr Zustand
       ist schlecht. „Sie ist in meinen Armen gestorben“, sagt Ortiz. „Und sie
       würde noch leben, wenn sie abgetrieben hätte.“
       
       Für Ortiz war es ein Wendepunkt. Nie wieder dürfe so etwas passieren,
       dachte er.
       
       2013 kam Beatriz in das Krankenhaus. Ihr eigentlicher Name ist anders, zu
       ihrem Schutz wird auch sie öffentlich anders genannt. Der taz liegt der
       richtige Name vor, ihr Facebook-Profil ist noch immer online. Inzwischen
       ist Beatriz an den Folgen eines Verkehrsunfalls gestorben.
       
       Als sie zu Doktor Ortiz kommt, ist Beatriz 20 Jahre alt und in der 12.
       Woche schwanger. Der Fötus jedoch ist unterentwickelt, ohne Gehirn. Es ist
       klar, dass er außerhalb des Uterus nicht überleben würde.
       
       Und auch Beatriz war in Lebensgefahr. Mit 18 wurde bei ihr die
       Autoimmunerkrankung Lupus diagnostiziert. [18][Ihr Körper war schwach,]
       schon ihre erste Schwangerschaft löste bei ihr die lebensbedrohliche
       Erkrankung Präeklampsie mit Bluthochdruck aus. Damals überlebte ihr Sohn,
       doch diesmal war es anders. Ein medizinisches Komitee aus 13
       Fachärzt:innen unter der Leitung von Doktor Ortiz war sich sicher: Der
       Fötus würde eine Geburt nicht überleben. Und Beatriz würde während der
       Schwangerschaft sterben.
       
       Aber sie wollte leben.
       
       „Eine geheime Abtreibung war nicht möglich, weil alle von dem Fall
       wussten“, sagt Doktor Ortiz. Der juristische Weg war der einzig mögliche.
       Ortiz überredete den Klinikdirektor und andere Kolleg:innen, ihn zu
       unterstützen. Sie schrieben Briefe, an den Gesundheitsminister, an das
       Menschenrechtsbüro. Die einzige Antwort, so erzählt es Ortiz: „Wir können
       euch nicht helfen.“
       
       Deshalb riet er Beatriz, ihn auf unterlassene Hilfeleistung zu verklagen.
       Er und die Anwälte sahen darin den einzigen juristischen Weg, sie zu
       retten. Wenn das Gericht entschied, dass Dr. Ortiz ihr helfen müsse, dann
       müsste es auch anordnen, einen Schwangerschaftsabbruch durchzuführen. „Es
       war eine schlimme Zeit für mich“, erzählt der Arzt heute. „Ich wurde
       angegriffen, im Krankenhaus wollte niemand mit mir sprechen, weil niemand
       mit dem Fall zu tun haben wollte.“
       
       Am 11. April 2013 reicht Beatriz die Klage ein. Sie fühlt sich immer
       schwächer. Die Zeit wird knapp, denn es ist klar, dass der
       Gesundheitszustand ab der 28. Schwangerschaftswoche noch schlechter würde.
       81 Tage später die Entscheidung: Eine Abtreibung ist und bleibt illegal.
       
       Er will ihr helfen – also entscheidet er sich für einen minimal invasiven
       Kaiserschnitt, um den Fötus zu entfernen. Der Eingriff gelingt. Beatriz
       überlebt, der Fötus stirbt fünf Stunden später. Verurteilt wird niemand.
       Ortiz hatte, in dem er das Baby durch Kaiserschnitt lebend zur Welt
       brachte, einen Weg gefunden, die Illegalität zu umgehen.
       
       „Ich mache nichts Falsches“, sagt Ortiz, als würde er sich das selbst
       versichern müssen. Ortiz hat diese Geschichte schon Dutzende Male erzählt.
       Und dennoch wühlt sie ihn noch immer auf. „Ich weiß, dass ich Frauen helfe.
       Sie würden sonst sterben.“
       
       Der Fall Beatriz erweckte internationale Aufmerksamkeit. [19][Am 29.
       November 2013] reicht sie Beatriz mit der Unterstützung des Colectiva
       Feminista beim Interamerikanischen Menschenrechtsgerichtshof Klage gegen
       den Staat El Salvador ein. Sie fordert Wiedergutmachung für das, was sie
       aufgrund des verzögerten Schwangerschaftsabbruchs hat erleiden müssen. Und
       sie will eine Reform des Abtreibungsgesetzes.
       
       Am 7. September 2017 erklärt die Internationale Menschenrechtskommission,
       die die Fälle für das Gericht prüft, die Klage für zulässig. In dieser Zeit
       plant Beatriz auch, das Land, das ihr so viel Sorge und Leid angetan hat,
       zu verlassen. Einen Monat später jedoch stirbt sie an den Folgen eines
       Motorradunfalls.
       
       Ihr Fall aber geht weiter, bis heute. Vier Jahre und vier Monate später, am
       12. Januar 2022, veröffentlichte die Interamerikanische
       Menschenrechtskommission eine Meldung: Sie habe die Klage an den
       Gerichtshof weitergeleitet. [20][Die Begründung:] El Salvador hat das Recht
       auf Leben, menschliche Behandlung, juristischen Schutz, Privatsphäre,
       Gleichheit vor dem Gesetz und Gesundheit verletzt. Außerdem habe der Staat
       Artikel 1 und 6 der Interamerikanischen Konvention zum Schutz vor Folter
       und Artikel 7 der Belém-Konvention zum Schutz der Frauenrechte verletzt.
       
       Eine öffentliche Anhörung des Interamerikanischen
       Menschenrechtsgerichtshofs im Fall Beatriz wird für die kommenden Monate
       erwartet, eine Entscheidung kann noch einige Jahre dauern. Sollte El
       Salvador verurteilt werden, wäre es das zweite Mal, dass sich das Land an
       Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig macht. Der Handlungsdruck
       steigt.
       
       Auch der Kampf um die Rechte der Inhaftierten geht weiter. Unter dem Slogan
       „#NosFaltanLas17“, zu Deutsch „Uns fehlen noch 17“, machen die
       feministischen Aktivistinnen und Aktivisten auf die noch immer
       unrechtmäßig Inhaftierten aufmerksam. [21][Auch Prominente wie Milla
       Jovovich] beteiligen sich an der Kampagne zur Freilassung der Betroffenen.
       Immer wieder verzeichnen sie Erfolge.
       
       Die befreiten Frauen leiden jedoch noch immer an den Folgen ihrer
       Verurteilung. Cinthia Marcela Rodríguez Ayala verkauft heute T-Shirts am
       Straßenrand. „So wie dieses hier“, sagt sie und zeigt auf das weiße Shirt,
       das sie trägt, mit dem Minnie-Maus-Aufdruck. Sie hätte gerne einen anderen
       Job. Aber sie darf nicht. Weil sie noch immer als Straftäterin gilt.
       
       Die aus der Haft befreiten Frauen werden nicht vom Staat entschädigt. Vor
       dem Gesetz bleiben sie alle Kindermörderinnen. „Aber dieses Gesetz wird
       sich ändern“, ist sich Frauenrechtsaktivistin Morena Herrera sicher. „Es
       ist rückschrittlich, unfair und menschenrechtswidrig.“
       
       5 Feb 2022
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] https://elpais.com/elpais/2021/06/27/album/1624807111_694936.html#foto_gal_1
   DIR [2] http://www.womeninandbeyond.org/?p=19983
   DIR [3] http://www.womeninandbeyond.org/?p=19983mens-prison-el-salvador
   DIR [4] https://www.nytimes.com/2012/03/14/world/americas/in-latin-america-prisons-condemned-to-crisis.html
   DIR [5] https://sv.boell.org/sites/default/files/2020-12/Del%20hospital%20a%20la%20c%C3%A1rcel%20-%20DIC2020.pdf
   DIR [6] https://cyber.harvard.edu/population/abortion/Elsalvador.abo.htm
   DIR [7] https://vidaelsalvador.files.wordpress.com/2019/06/8-expediente-cinthia-marcela-rodriguez-ayala.pdf
   DIR [8] /Urteil-wegen-Abtreibung-in-El-Salvador/!5579086
   DIR [9] https://www.dw.com/es/el-salvador-liberadas-tras-casi-diez-a%C3%B1os-encarceladas-acusadas-de-abortar/a-47821277
   DIR [10] https://www.corteidh.or.cr/docs/tramite/manuela_y_otros.pdf
   DIR [11] https://www.bbc.com/mundo/noticias-america-latina-59486278
   DIR [12] https://www.corteidh.or.cr/docs/casos/articulos/seriec_441_esp.pdf
   DIR [13] https://www.nytimes.com/2015/03/03/opinion/el-salvador-and-las-17.html
   DIR [14] http://xn--Laut%20der%20WHO%20zhlen%20illegalisierte%20Abtreibungen-y3d
   DIR [15] https://sv.usembassy.gov/es/our-relationship-es/official-reports-es/sv-iilr-2016/
   DIR [16] https://www.vozdeamerica.com/a/elsalvador-cierra-puertas-legalizar-aborto/6278953.html
   DIR [17] https://www.facebook.com/photo?fbid=410998683718274&set=a.286130496205094
   DIR [18] https://colectivafeminista.org.sv/2017/11/01/beatriz-cambio-la-sociedad-salvadorena-al-solicitar-un-aborto-para-salvar-su-salud-y-su-vida/
   DIR [19] https://cejil.org/comunicado-de-prensa/corte-interamericana-de-derechos-humanos-juzgara-a-el-salvador-por-caso-beatriz/
   DIR [20] https://www.oas.org/en/iachr/jsForm/?File=%2Fen%2Fiachr%2Fmedia_center%2Fpreleases%2F2022%2F011.asp
   DIR [21] https://www.youtube.com/watch?v=-4in_mdTC44
       
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